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Aldi Süd verkauft erste Bio-Eier aus Bruderhahn-Aufzucht

Die Regionalgesellschaften Rheinberg und Kirchheim beliefern ihre Filialen ab sofort mit dem neuen Eier-Angebot. Ab Januar will Aldi Nord nachziehen.

15.12.2020 vonRedaktion

Eier aus Bruderhahn-Aufzucht soll es künftig auch verstärkt im Discount geben.

Die Regionalgesellschaften Rheinberg und Kirchheim beliefern ihre Filialen ab sofort mit dem neuen Eier-Angebot. Ab Januar will Aldi Nord nachziehen.

Aldi Süd bietet ab sofort in einigen Filialen Bio-Eier an, die ausschließlich aus der Bruderhahn-Aufzucht stammen. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, handelt es sich dabei um Standorte, die von den Regionalgesellschaften Rheinberg und Kirchheim beliefert werden. Ab Januar wolle Aldi Nord über seine Regionalgesellschaften Schloß Holte und Bad Laasphe ebenfalls die ersten Bio-Eier „ohne Kükentöten“ anbieten.

Im Frühjahr hatten die beiden Discounter damit begonnen, die Lieferketten ihrer Schaleneier umzustellen: Künftig sollen alle Bio-Eier aus der Bruderhahn-Aufzucht stammen. Die Eier aus Boden- und Freilandhaltung sollen unter anderem auch von Legehennen stammen, die in der Brüterei das Plantegg-Verfahren durchlaufen haben. Dabei wir am neunten Bruttag das Geschlecht des Eis bestimmt und männliche Eier zu Futtermittel verarbeitet.

Die Bundesregierung möchte das Töten männlicher Küken von Legehuhnlinien ab dem 1. Januar 2022 verbieten. Zwei Jahre später sollen dann auch Eingriffe an einem Hühnerei, die der Geschlechtsbestimmung dienen, ab dem siebten Bebrütungstag verboten werden. Das federführende Landwirtschaftsministerium begründet die Regelung damit, dass „Hühnerembryonen ab dem siebten Bebrütungstag Schmerz empfinden“.

Die Bio-Anbauverbände Biokreis, Bioland, Demeter und Naturland lehnen die sogenannte In-Ovo-Selektion ab. Sie arbeiten aktuell daran, die Bruderhahnaufzucht verpflichtend in ihren Richtlinien zu verankern. Doch auch diese Methode ist nicht frei von Kritik. Die Vebraucherschutzorganisation Foodwatch bemängelt, dass sich diese Art der Aufzucht wirtschaftlich nicht lohne, „weil die Hähne der auf extreme Legeleistung gezüchteten Rassen kaum Fleisch ansetzten und sehr viel Futter benötigten“. Foodwatch fordert stattdessen den Umstieg auf sogenannte Zweinutzungshühner, die sich sowohl für die Eier- als auch zur Fleischproduktion eignen.

Die Verbraucherschutzorganisation hatte Aldi und Lidl zuletzt vorgeworfen, mit irreführender Werbung zum Kükentöten die Kosumenten zu täuschen und Aldi deswegen auch verklagt. (mis)

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