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Bio im Test

Bio-Olivenöl bei Stiftung Warentest – von „sehr gut“ bis „mangelhaft“

Unterschiedlicher hätte die Stiftung Warentest kaum urteilen können: Sowohl Platz eins als auch die rote Laterne gingen an Olivenöle in Bio-Qualität.

27.10.2021 vonLeo Frühschütz

Zwei Bewertungen für Öle aus dem Bio-Fachhandel waren wenig schmeichelhaft.

Unterschiedlicher hätte die Stiftung Warentest kaum urteilen können: Sowohl Platz eins als auch die rote Laterne gingen an Olivenöle in Bio-Qualität.

Die Stiftung Warentest hat Olivenöle verkostet und ins Labor geschickt. 27 Olivenöle kauften die Warentester, 12 davon stammten aus Bio-Anbau. Mit einer Sensoriknote von „sehr gut (1,2)“ und einer Gesamtnote von „gut (1,8)“ war ein spanisches Demeter-Öl des Bioversenders art’gerecht Testsieger, gleichauf miteinem konventionellen Edelöl. Das Olivenöl extra Polyphenol von Mani Bläuel folgte mit „gut (1,9)“ für die Sensorik und „gut (2,2)“ als Gesamtnote auf Platz 3. Die Ölmühle Solling war mit ihrem Öl mit „gut (2,3)“ ebenso mit vorne dabei wie drei Öle aus dem LEH.

Das Öl von Rewe Bio lag mit „befriedigend (2,7)“ zusammen mit zwei Bio-Ölen von Discountern im Mittelfeld. Wenig schmeichelhaft waren die Bewertungen für zwei Öle aus dem Bio-Fachhandel: Das Nunez de Prado Blume des Öls von Rapunzel benotete die Stiftung mit „ausreichend (4,0)“. Sie lobte den Geschmack (Sensoriknote 1,8) und auch die Frische des Öls. Doch fand das Labor darin gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH) und die unter Krebsverdacht stehenden aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe, jeweils in Mengen, die über den Orientierungswerten für pflanzliche Speiseöle liegen; das sind 13 mg/kg für MOSH und 2 mg/kg für MOAH. Auf diese Werte haben sich Lebensmittelhersteller und Behörden geeinigt. Werden sie überschritten, muss der Hersteller Maßnahmen ergreifen um die Belastung zu verringern.

Das Olivenöl von Alnatura bekam die Note „mangelhaft (5,0)“ Es schmeckte ranzig und hätte, so die Stiftung, wegen dieses Geschmacksfehlers nicht als „nativ extra“ verkauft werden dürfen. Alnatura schreibt dazu auf seiner Webseite: „Unser Herstellerpartner lässt das Öl regelmäßig durch externe, professionelle Olivenöl-Verkosterinnen und -Verkoster prüfen. Die Ergebnisse dieser Prüfungen zeigten keine Auffälligkeiten.“ Dies habe auch eine aktuelle Verkostung des Rückstellmusters der untersuchten Charge bestätigt. Das Unternehmen geht deshalb davon aus „dass ungünstige Bedingungen auf dem Vertriebsweg“ zur festgestellten Geschmacksveränderung geführt haben.

Weiterführende Links:

Die MOSH/MOAH-Orientierungswerte

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