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Bio im Test

Schulung für Fischstäbchen-Tester nötig?

Ökotest hat Fischstäbchen unter die Lupe genommen. Ausgerechnet ein Naturland-Produkt aus dem Biofachhandel bekommt wegen angeblich umweltzerstörerischer Fangmethoden die Rote Karte.

26.06.2020 vonRedaktion

20 Sorten Fischstäbchen hatten die Ökotester eingekauft, davon vier mit Bio-Panade. Viermal gab es die Note „sehr gut“, darunter waren auch die Produkte von Followfish und Wild Ocean. Die bei Denn’s Biomarkt eingekauften Landur Fischstäbchen wurden mit „gut“ bewertet. Die Rückverfolgbarkeit bis zum Fangschiff war nicht lückenlos.

Ökotest: Mit Schleppnetzen kleinen Bestand befischt

Mit „mangelhaft“ bewertete Ökotest die Alnatura Fischstäbchen mit Naturland Wildfisch-Siegel. Von den Inhaltsstoffen her war alles in Butter. Doch der Seelachs in den Stäbchen wurde in der Nordsee gefangen, mit Grundschleppnetzen und aus Beständen, die von Meeresbiologen als zu klein bewertet werden.

Umweltschützer fordern seit Jahren ein Verbot von Grundschleppnetzen, weil sie den Meeresboden zerstören, über den sie mit Gewichten beschwert gezogen werden. „Laut Alnatura sind die eingesetzten Grundschleppnetze mit 1,3 statt der üblichen vier Tonnen Gewicht immerhin relativ leicht“, schreibt Ökotest. „Zudem würden immer wieder die gleichen Korridore befischt, um die Zerstörung von Kaltwasserkorallen zu vermeiden.“

Naturland: Bestandsgröße und Netze in Ordnung

Naturland wirft in seiner Stellungnahme Ökotest „mangelhafte Recherche“ vor und weist darauf hin, dass der befischte Bestand in der Datenbank fischbestaende-online.de des Thünen-Instituts als vollständig im grünen Bereich liegend bewertet wird. Diese Datenbank ist eine der Grundlagen für Wildfischbewertungen in den Sortimentsrichtlinien des Naturkosthandels.

Bei den Netzen handle es sich um semipelagische Schleppnetze mit nur geringer Grundberührung. Die Bewirtschaftungsauflagen seien in Absprache mit dem Thünen-Institut und verschiedenen Umweltschutzorganisationen erarbeitet worden. Sie stehen sehr detailliert in den Naturland-Richtlinien, nach denen die zwei deutschen Fischkutter zertifiziert wurden, die diese Seelachse fangen. Der Bestand liegt weiterhin vollständig im grünen Bereich.

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