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Nach Schokoriegel-Gipfel

Bio-Start-up macht gemeinsame Sache mit Bahlsen

Von allen eingeladenen Großkonzernen nahm nur Bahlsen am Schokoriegel-Gipfel von The Nu-Company teil. Nun wollen der Großkonzern und das Bio-Start-up ein gemeinsames Produkt auf den Markt bringen.

29.10.2021 vonKatrin Muhl

Tauschten sich beim Schokoriegel-Gipfel über ökologisch-soziale Verbesserungsmöglichkeiten in der Süßwarenindustrie aus: (v.l.n.r., oben/unten) Lars Bardenhagen (Bahlsen), Matthias Thalheim (Halloren), Lukas Schweizer ((Tonys Chocolonely), Eske Tammen (Tonys Chocolonely), Mathias Tholey (the nu company), Julia Gause (Fairafric), Lucia Kirchner Fairafric), Christian, Fenner (The Nu-Company).


Von allen eingeladenen Großkonzernen nahm nur Bahlsen am Schokoriegel-Gipfel von The Nu-Company teil. Nun wollen der Großkonzern und das Bio-Start-up ein gemeinsames Produkt auf den Markt bringen.

Das Bio-Start-up The Nu-Company hat in der vergangenen Woche die großen Player unter den Süßwarenherstellern zum „Schokoriegel-Gipfel“ an einen Tisch gebeten. Zur Debatte stand ein sechs Punkte umfassendes Reinheitsgebot für Schokoriegel, das unter anderem einen reduzierten Zuckergehalt vorsieht.

Was ist das Reinheitsgebot für Schokoriegel?

  1. Zuckergehalt in Schokoriegeln um mindestens 30 Prozent reduzieren.
  2. Einwegplastikverpackungen durch heim-kompostierbaren Materialien oder Papier ersetzen.
  3. Tierische Zutaten wie Milchpulver durch pflanzliche Alternativen ersetzen.
  4. Transparenz in der Zutatenliste schaffen durch wenig verarbeitete und möglichst natürliche Zutaten.
  5. Kinderarbeit bei Kakaolieferanten vollständig bekämpfen.
  6. Klimaneutralität oder -positivität der Produkte erreichen.

Eingeladen hatte das Unternehmen, an dem auch der ehemalige Formel-1-Star und Investor Nico Rosberg beteiligt ist, vor allem Großkonzerne wie Nestlé, Storck, Ferrero, Mars, Barry Callebaut, Lindt & Sprüngli, Mondelez, Bahlsen, Gourvita, Hachez und Lambertz. Die meisten Firmen reagierten jedoch „auffällig unauffällig“, berichtete Christian Fenner, Mitgründer und Head of Marketing bei The Nu-Company, im BioHandel-Interview.

Wir sind stolz den ersten Schritt gemacht zu haben

The Nu-Company

Bahlsen nahm als einziger Großkonzern am Schokoriegel-Gipfel teil und tauschte sich mit The Nu-Company, dem Fairtrade-Produzenten Fairafric, dem niederländischen Schokohersteller Tonys Chocolonely und der Schokoladenfabrik Halloren aus. Nestlé und Lambertz sagten ab. Carsten Simon, General Manager bei Mars Wrigley Deutschland, meldete sich per Instagram-Post bei The Nu-Company und bot an, sich mit dem Start-up an einem anderen Termin zu treffen. Lindt wollte sich auf Nachfrage von BioHandel nicht zum Thema „Schokoriegel-Gipfel“ äußern.

„Wir sind stolz den ersten Schritt hin zu mehr Dialog in der Schokoladenbranche gemacht zu haben“, teilte Christian Fenner, Co-Founder von The Nu-Company und Initiator des Schokoriegel-Gipfels, mit. „In einem offenen und gutem Umfeld wurde deutlich, dass es […] ein gegenseitiges, gemeinsames Verständnis über eine Veränderung der Lebensmittelindustrie gab. Es ist sicherlich richtig und notwendig auf diesem guten Start weitere Treffen zu vereinbaren“, sagte Bahlsen-Mitarbeiter Lars Bardenhagen nach der Veranstaltung.

Für Bahlsen und The Nu-Company geht es nach dem Schokoriegel-Gipfel gemeinsam weiter. Der Big Player und das Bio-Start-up wollen gemeinsam an einem Produkt arbeiten, das den Anforderungen aus dem Schokoriegel-Reinheitsgebot (siehe Infobox oben) entspricht.

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