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„Einmal ohne, bitte“

Münchner Initiative startet Label für müllfreies Einkaufen

Trotz Zero Waste-Trend schmeißt jeder Deutsche pro Jahr rund eine Badewanne voll Müll auf die Straße. Um der Verpackungsflut etwas entgegenzusetzen, soll ein neues Projekt unverpackte Lebensmitteleinkäufe fördern.

13.10.2020 vonRedaktion

Mit einem Sticker an der Tür, am Tresen oder am Regal können Lebensmittelhändler und Gastronomen ihren Kunden zeigen, dass sie unverpackte Einkäufe unterstützen.

Trotz Zero Waste-Trend schmeißt jeder Deutsche pro Jahr rund eine Badewanne voll Müll auf die Straße. Um der Verpackungsflut etwas entgegenzusetzen, soll ein neues Projekt unverpackte Lebensmitteleinkäufe fördern.

Seit Anfang Oktober gibt es mit „Einmal ohne, bitte“ ein neues Label, das deutschlandweit müllfreies Einkaufen sowie die Mitnahme von To-Go-Speisen in eigenen Behältern erleichtern soll. Gegründet hat es der gemeinnützige Verein Rehab Republic.

Mithilfe eines Stickers an Türen, Theken oder Schaufenstern können Lebensmittelgeschäfte und Gastronomiebetriebe ihren Kunden signalisieren, dass sie ihnen den Kauf von Lebensmitteln in selbst mitgebrachten Beuteln, Dosen und Gefäßen ermöglichen.

Darüber hinaus bietet das ehrenamtliche Projekt eine Onlinekarte sowie demnächst auch eine App mit allen beteiligten Läden an. Ein Infopaket gibt teilnehmenden Händlern und Gastronomen außerdem Tipps für die Umsetzung vor Ort, beantwortet Fragen zur Hygiene und klärt über mögliche Vorbehalte auf.

Ladner als Unterstützer

Von der Projektteilnahme könne man laut der Initiative als Ladner durchaus profitieren. Denn die Bereitschaft, selbst mitgebrachte Behältnisse für Lebensmittel wie Käse entgegenzunehmen, signalisiert Kunden einen umweltbewussten Service. Zusätzlich senkt das Label bei Kunden die Hemmschwelle, nach unverpackten Lebensmitteln fragen zu müssen.

Das Projekt helfe dabei, die Verschwendung von Ressourcen zu beenden, sagte Stefan Tidow, Berliner Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, beim Auftakt-Event in Berlin. „Ich wünsche mir, dass viele Ladenbesitzer*innen und Kund*innen mitmachen und damit auch ein Zeichen setzen gegen einen Zeitgeist, der immer mehr Produkte verschweißt, verpackt und vakuumiert,“ so der Politiker in der Pressemitteilung zum Start des Labels.

Deutschlandweites Netzwerk

In München, der Gründungsstadt des Labels, haben sich der Initiative seit 2019 mehr als 450 Lebensmittelbetriebe angeschlossen. Mit der Expansion gibt es „Einmal ohne, bitte“ nun auch in vielen weiteren Städten und Regionen, darunter Berlin, Hamburg, Leipzig und dem Landkreis Lippe. Die Ausweitung des Labels ermöglichte eine Crowdfunding-Kampagne.

Alle Informationen zur Teilnahme sowie einen Ausfüllbogen zum Mitmachen finden interessierte Bioläden auf einmalohnebitte.de.

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