Wissen. Was die Branche bewegt
Kommentar

BÖLW: In der Realität angekommen

Die Neubesetzung des Handelsvorsitzes im Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zeigt, wie stark der Bundesverband Naturkost Naturwaren an Bedeutung verloren hat, findet BioHandel-Autor Leo Frühschütz.

09.11.2020 vonLeo Frühschütz

Die Neubesetzung des Handelsvorsitzes im Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zeigt, wie stark der Bundesverband Naturkost Naturwaren an Bedeutung verloren hat, findet BioHandel-Autor Leo Frühschütz.

Nicht mehr der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) als Fachhandelsverband, sondern ein Rewe-Mitarbeiter repräsentiert mit Marcus Wewer den Handel im Bio-Dachverband BÖLW. Das ist einerseits völlig in Ordnung. Schließlich dürften die Mitglieder der der Arbeitsgemeinschaft Ökologisch engagierter Lebensmittelhändler und Drogisten (ÖLD), zu der Wewer gehört, mehr Bio-Umsatz generieren als der Fachhandel. Andererseits zeigt die Neubesetzung beispielhaft, wie stark der BNN in letzter Zeit an Bedeutung verloren hat. Der BÖLW macht das explizit deutlich, wenn er die Arbeit von Elke Röder im BNN-Vorstand als „wertvoll und prägend“ lobt. Das lässt sich von der bisherigen Arbeit der ÖLD nicht sagen.

Die ÖLD ist eine lose Gruppierung, die in den vier Jahren seit ihrer Gründung überhaupt nicht öffentlich in Erscheinung trat. Niemand weiß, ob ihr außer den Gründungsmitgliedern Budni, dm, Globus, Rewe und Tegut inzwischen auch andere „ökologisch engagierte Lebensmittelhändler“ angehören. Wie sie bisher inhaltlich die Arbeit des BÖLW unterstützt und bereichert hat, werden die Verbandsmitglieder wissen, die nun der ÖLD diesen Posten zugesprochen haben. Womöglich haben Sie aber auch einfach mit Marcus Wewer einen engagierten Fachmenschen mit dreißig Jahren Bio-Erfahrung gewählt? Womöglich deshalb, weil die anderen Handelsverbände keinen hatten?

Egal. Es sind auf jeden Fall große Fußstapfen, in die Wewer tritt.

Kommentare

Das könnte interessant sein ...

Unsere Empfehlung

Ähnliche Beiträge