Wissen. Was die Branche bewegt
9. Marktgespräch

Stellenanzeige fürs Netz formulieren

Fachkräfte sind rar und Unternehmen in der Branche wünschen sich, dass sie auch ein Herz für Bio haben. Eine Stellenanzeige im Internet kann potentielle Mitarbeiter erreichen – wenn sie gut gemacht ist. Norman Mauer von Indeed gab Tipps beim 9. Marktgespräch.

05.12.2019 vonKatrin Muhl

Fachkräfte sind rar und Unternehmen in der Branche wünschen sich, dass sie auch ein Herz für Bio haben. Eine Stellenanzeige im Internet kann potentielle Mitarbeiter erreichen – wenn sie gut gemacht ist. Norman Mauer von Indeed gab Tipps beim 9. Marktgespräch.

Jobsuchende, die von sich aus „bio lieben, bio leben“, zum Beispiel regelmäßig die Schrot & Korn lesen und im besten Fall noch Fachwissen mitbringen, sind in der Branche gefragt – aber schwer zu finden. Unternehmen und Läden bemühen sich mit Stellenanzeigen in Print und online, hoffen auf Initiativbewerbungen und darauf, dass ihre Mitarbeiter Bekannte zu Kollegen rekrutieren. Soweit die Bestandsaufnahme unter den Teilnehmern beim 9. Marktgespräch, das in Fulda zum Thema "Personal" stattfand. Über gute Erfahrungen mit dem System „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“ berichten gleich mehrere – doch nicht für jede offene Stelle gibt es jemanden, der jemanden kennt, der dafür geeignet ist. Bleibt noch die Mitarbeitersuche im Internet, mit der man potentiell eine große Zahl an Arbeitsuchenden erreichen kann, was wiederum die Chance erhöht, den oder die Richtige für den ausgeschriebenen Job zu finden. Norman Mauer von der Jobsuchmaschine Indeed gab Anregungen, wie die Stellenanzeige im Netz, ob bio oder nicht, erfolgreich wird.

Kurz, prägnant, auf den Punkt

Eine gelungene Stellenanzeige ist laut Norman Mauer „kurz, prägnant und auf den Punkt“ formuliert. Sie beginnt nicht mit einem langen Absatz über das Unternehmen. Es reicht, wenn sich Arbeitgeber am Anfang ihres Textes in wenigen Sätzen vorstellen. Alles weitere kommt ans Ende. Der Experte geht davon aus, dass Bewerber, die sich wirklich für ein Unternehmen interessieren, die Stellenanzeige auch bis zum Ende lesen. Zuerst wollten sie aber wissen, was ihnen geboten wird, welche Aufgaben auf sie warten und ob die eigenen Fähigkeiten zum Job passen. Frauen seien dabei weitaus strenger mit sich selbst, und sortierten Jobangebote schneller aus als Männer, die sich auch dann bewerben, wenn sie dem Anforderungskatalog nur wenig entsprechen – ganz nach dem Motto „kann man ja lernen“.

Suchbegriffe beachten

Damit Wunschkandidaten die Stellenanzeige leichter finden, lohnen sich ein paar Kniffe aus der Suchmaschinenoptimierung. Norman Mauer rät: „Nutzen Sie Daten und Analysen auf Jobportalen, um besser zu verstehen, wie Ihre Zielgruppe nach Jobs sucht.“ Indeed, aber auch andere Portale, machen das möglich. Arbeitgeber können so ihre Stellenanzeigen auf geeignete Kandidaten zuschneiden, indem sie Titel gezielter Texten und relevante Suchbegriffe in der Beschreibung platzieren.

Beispiel „Verkäuferin“

Ergibt die Datenanalyse, dass „Verkäuferin“ häufiger gesucht wird als „Einzelhandelskauffrau“, sind Unternehmen gut beraten, ersteren Begriff in den Titel ihrer Stellenanzeige zu packen. Bioaffine Bewerber ergänzen ihre Suche vermutlich durch Adjektive wie „bio, biomarkt, ökologisch, nachhaltig“. Diese zusätzlichen Suchbegriffe sind gut in der Beschreibung aufgehoben, denn der Titel sollte möglichst kurz sein.

Stellenanzeigen gegeneinander testen

Eine Faustregel, welche Kombinationen von Suchbegriffen in Titel und Beschreibung dafür sorgen, dass sich geeignete Bewerber melden, gibt es nicht. Hier muss jedes Unternehmen seine eigenen Erfahrungen machen. Dabei helfen sogenannte A/B-Tests. Norman Mauer rät: „Stellen Sie zwei unterschiedlich aufgesetzte Stellenanzeigen online und schauen Sie, welche häufiger angeklickt wird.“ Mit der Zeit kriege man den Dreh schon raus.

Marktgespräch

Bei den Marktgesprächen diskutieren die Teilehmer mit Experten und Branchenakteuren über Entwicklungen im Bio-Fachhandel – und entwickeln Strategien für die Zukunft.

Seien Sie dabei beim nächsten Marktgespräch!

Kommentare

Schlagwörter

Das könnte interessant sein ...

Ähnliche Beiträge