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Kampagne für pflanzliche Ernährung

Wie der Handel den „Veganuary“ für sich nutzt

In den sozialen Medien und im Handel werden Verbraucher dazu aufgerufen, sich im Januar vegan zu ernähren. Vor allem konventionelle Unternehmen machen mit – doch sie kann sich auch für Fachhändler lohnen.

07.01.2021 vonDaniela Nickel

So werben Händler im Rahmen der Veganuary-Kampagne für einen veganen Einstieg in das neue Jahr.

In den sozialen Medien und im Handel werden Verbraucher dazu aufgerufen, sich im Januar vegan zu ernähren. Vor allem konventionelle Unternehmen machen mit – doch sie kann sich auch für Fachhändler lohnen.

Zum achten Mal ruft die Initiative Veganuary weltweit dazu auf, sich im Januar vegan zu ernähren. Neben knapp einer halben Million Teilnehmer nutzen die Reichweite der Initiative in Deutschland auch mehr als hundert Unternehmen, darunter viele konventionelle.

Die Bewegung um die gemeinnützige Organisation Veganuary aus Großbritannien wächst weiter. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Anmeldungen bereits jetzt um rund zehn Prozent gestiegen. Wie Veganuary Deutschland mitteilte, haben sich bis zum Beginn des neuen Jahres über 440.000 Konsumenten angemeldet – seit dem offiziellen Anrollen der 2021er Kampagne dürften es noch mehr geworden sein.

Laut einer Pressemitteilung der Kampagnenorganisation nehmen bundesweit mehr als einhundert Firmen, Supermärkte und gastronomische Einrichtungen mit Angeboten, Maßnahmen und eigens kreierten Neuprodukten an der Initiative teil. Die Zahl der involvierten Unternehmen hat sich damit seit Januar 2020 verfünffacht. Unter den Kooperationen finden sich vorrangig konventionelle Hersteller, Restaurants, Discounter sowie Supermarktketten:

  • Die Discounter Aldi Nord und Aldi Süd erweitern das Aktions- und Standardsortiment um neue vegane Produkte und bewerben die Kampagne. Weiterhin ruft Aldi Mitarbeitende zur Teilnahme auf.
  • Der Discounter Lidl bringt vegane Neuprodukte ins Regal und schließt sich mit Rezeptvorschlägen, Wochenplänen sowie TV-Werbung der Kampagne an.
  • In den Penny-Filialen finden sich neue Produkte auf pflanzlicher Basis sowie Angebote im veganen Sortiment.
  • Die Drogeriemarktkette Rossmann beteiligt sich deutschlandweit mit einer Kampagne um ihre Bio-Eigenmarke Enerbio sowie mit Rabattaktionen und Rezeptideen.
  • Bei DM gibt es im Rahmen des Veganuary kostenlose Rezeptbooklets, ein veganes Neuprodukt und Online-Aktivitäten.
  • Die Marke Magnum führt diesen Monat eine neue vegane Eissorte ein.
  • Die Firma Nestlé stellt unter ihrer Marke Wagner vegane Neuprodukte vor.
  • Die Burgerrestaurantkette Peter Pane launcht den „Abendrot-Burger“ in Kooperation mit Vegan-Koch Niko Rittenau.
  • Mit seiner neuen Marke „Fisch vom Feld“ bietet das Unternehmen Frosta spezielle Angebote im Online-Shop an.

Auch der Fachhandel könnte von der Kampagne profitieren

„Wenn hunderttausende Menschen ab heute mit Veganuary rein pflanzlich in das neue Jahr starten, bietet das riesige Chancen für Unternehmen”, erklärt Ria Rehberg, Geschäftsführerin von Veganuary. Zwar gehören vegane Produkte im Fachhandel seit jeher zum Angebotsspektrum, doch vielzählige Beiträge und Aktionen zu der Kampagne sucht man bei Bio-Läden, -Supermärkten und -Herstellern vergeblich.

Nur wenige Bio-Marken haben sich dem Aufruf nach dem pflanzlichen Einstieg in das neue Jahr in den sozialen Medien angeschlossen, darunter beispielsweise Sonnentor, Sunflower Family, Lord of Tofu und Harvest Moon. Unter den Bio-Supermärkten haben Superbiomarkt und Alnatura die Kampagne in ihren Instagram-Posts aufgegriffen. Am Rande verweist auch die Initiative „Öko statt Ego“ auf den Veganuary. Fakt ist, dass der Öko-Marktanteil an veganen Produkten in den letzten Jahren gesunken ist, da immer mehr konventionelle Lebensmittelgeschäfte Milch- und Fleischalternativen anbieten.

Dabei könnte sich der Bio-Fachhandel dank langjähriger Erfahrungen im Bereich vegane Kost die Aktion zunutze machen. So könnten etwa Hersteller ihre veganen Neuprodukte inklusive entsprechender Vermarktung gezielt zum Jahresbeginn einführen. Denn die Kampagne funktioniert vermutlich deshalb so gut, da sich viele Verbraucher vornehmen, im neuen Jahr gesünder und umweltfreundlicher zu leben. Dass eine vegane Ernährung gut für das Klima ist, zeigt eine Studie aus Österreich.

Bio-Märkte und -Läden könnten sich dem Veganuary-Trend anschließen, indem sie vegane Produkte ins Monatsangebot nehmen, pflanzliche Einstiegsprodukte prominent zusammen präsentieren, und etwa in Kombination mit Beratung zu pflanzlichen Alternativ-Produkten zum Mitmachen aufrufen. Wer sich dabei lieber von der Ursprungskampagne distanzieren möchte, kann dennoch daraus lernen. Denn Kunden mit guten Vorsätzen beim Einstieg in die vegane Ernährung unterstützen funktioniert auch ohne extra Kampagne.

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