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Streitschrift: "Landwirtschaft am Scheideweg"

Slowfood, der Bio-Dachverband BÖLW und meherere andere Organisationen haben in einer Streitschrift einen umfassenden Umbau der Landwirtschaft gefordert.
15.10.2018
Slowfood, der Bio-Dachverband BÖLW und meherere andere Organisationen haben in einer Streitschrift einen umfassenden Umbau der Landwirtschaft gefordert.

Slowfood, der Bio-Dachverband BÖLW und meherere andere Organisationen haben in einer Streitschrift einen umfassenden Umbau der Landwirtschaft gefordert. „Eine flächendeckende Ökologisierung der Weltlandwirtschaft ist ohne Alternative“, lautet ihre These. Dies sei eines der dringendsten und wichtigsten Innovationsprojekte des 21. Jahrhunderts.

Die industrielle Landwirtschaft ist dem Klimawandel nicht gewachsen. Zum #Welternährungstag fordern wir mit der Streitschrift "Landwirtschaft am Scheideweg" eine öffentliche Debatte über die Zukunft unserer Ernährung! https://t.co/vfhgb9T78K @Slowfood_de @NABU_de @NaturFreunde

— World Food Institute (@infoIWE) 9. Oktober 2018

Quelle: Twitter

Vergleich mit dem Kampf gegen den Klimawandel

In ihrer Streitschrift stellen die Verbände der industriellen Intensiv-Landwirtschaft mit ihrem großflächigen Einsatz von Stickstoffdünger, Pestiziden und Monokulturen eine ökologische Landwirtschaft gegenüber. Dabei beschränken sie sich nicht auf den zertifizierten Ökolandbau, sondern verstehen darunter alle organischen Landbau-Systeme, die ohne synthetischen Dünger und Pestizide aber mit Fruchtfolgen arbeiten und so die Artenvielfalt und Bodenfruchtbarkeit fördern. Die Aufgabe, das Agrarsystem entsprechend umzubauen, vergleichen sie mit dem Kampf gegen den Klimawandel – und plädieren dafür, endlich ernsthaft damit anzufangen.

Die Streitschrift listet detailliert auf, warum die industrielle Intensiv-Landwirtschaft die Welternährung nicht sichern kann, sondern mit den Folgen ihres Wirtschaftens die eigenen Grundlagen zerstört. Dem stellt sie die Vorteile eines ökologischen Anbaus gegenüber, macht aber auch klar, dass sich dieser der eigenen Vielfalt bewusst werden und sich auch weiterentwickeln muss. Dabei sei die Versorgung der Millionenstädte mit ausreichender und gesunder Nahrung eine besondere Herausforderung.

"Die Zivilgesellschaft den notwendigen Systemwechsel einleiten“

Flankierend brauche es regional ausgerichtete Ausbildungs- und Beratungssysteme sowie mehr Forschung, heißt es in der Streitschrift. Sie analysiert auch die Hemmnisse, die einem solchen Umbau in Deutschland im Wege stehen und kommt zu dem Schluss: „Da die Politik so unbeweglich ist, wird die Zivilgesellschaft den notwendigen Systemwechsel einleiten.“ Die Energiewende habe gezeigt, welche Hebel man dafür in Bewegung setzen müsse: „Beispiel geben, Vorbilder schaffen, Märkte entwickeln, politische Koalitionen schmieden, die öffentliche Förderung neu justieren“. Öffentliche Gelder (sprich Agrarsubventionen) dürfe es nur noch für ökologische Leistungen geben. Neu ist die Forderung an die Zivilgesellschaft, auch finanzielle Signale zu setzen und nicht mehr in Aktien der Agrar- und Ernährungsindustrie zu investieren.

Lesen Sie auch: BÖLW: EU muss Agrarförderung am Gemeinwohl ausrichten

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