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Kolumne

Wo sind die jungen Wilden?

Unser Kolumnist Christoph Spahn sagt: Der Branche fehlen die Gründer – ganz im Gegensatz zum konventionellen Handel.

15.11.2018 vonChristoph Spahn

Unser Kolumnist Christoph Spahn sagt: Der Branche fehlen die Gründer – ganz im Gegensatz zum konventionellen Handel.

Die fehlenden Gründer sind ein Indikator für die Zukunft der Branche: Denn Jungunternehmer sind gleichzeitig Ausdruck und Quelle für Vielfalt und zeitgemäße Attraktivität. Gibt es sie nicht, wird der Bio-Fachhandel bald kaum mehr als ein Duzend Filialisten und eine überschaubare Menge selbstständiger Händler umfassen. Und so kaum Angebote für neue Kundenkreise vorhalten.

Im konventionellen Handel ist der umgekehrte Trend zu erleben: Rewe überführt aktuell erfolgreich viele Regiemärkte in die Hände selbstständiger Kaufleute und Edeka benennt alleine im Südwesten eine Warteliste von ca. 100 Bewerbern, die einen Markt betreiben wollen. Das ist sicherlich nicht 1:1 mit dem Bio-Fachhandel zu vergleichen, denn Rewe und Edeka setzen ihren Selbstständigen zunächst enge Grenzen in der unternehmerischen Ausgestaltung. Und dennoch gehen von diesen jungen Händlern relevante Erneuerungsimpulse aus. Warum fehlt die unternehmerische Erneuerung im Bio-Handel? Unternehmerisch betrachtet, fehlt es an systematischer Unterstützung und Risikoteilung-Angeboten für die angehenden Händler, an funktionierenden Netzwerken und verlockenden Rentabilitätsperspektiven. Spannenderweise ist gerade das Geldverdienen für viele junge Nachhaltigkeits-Unternehmer gar nicht entscheidend.

Denen geht es viel mehr um die positive Wirkung für die Gesellschaft. Und da scheint die Fokussierung auf den Handel mit Bio-Produkten nicht mehr ausreichend innovativ und wirkungsmächtig.

Christoph Spahn

Beratung und Prozesssteuerung in Köln

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