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Hirse aus politischen Gründen ausgelistet

Für den Naturkostfachhandel ist die Herkunft der Produkte von Bedeutung. Deshalb haben vor allem Konzerne Probleme mit Listungen im Bioladen. Jetzt ist von der Auslese auch ein Produzent betroffen, der einer Partei angehört, die zu den Ursachen des Klimawandels eine spezielle Meinung hat.
08.10.2019
Für den Naturkostfachhandel ist die Herkunft der Produkte von Bedeutung. Deshalb haben vor allem Konzerne Probleme mit Listungen im Bioladen. Jetzt ist von der Auslese auch ein Produzent betroffen, der einer Partei angehört, die zu den Ursachen des Klimawandels eine spezielle Meinung hat.

Für den Naturkostfachhandel ist die Herkunft der Produkte von Bedeutung. Deshalb haben vor allem Konzerne Probleme mit Listungen im Bioladen. Jetzt ist von der Auslese auch ein Produzent betroffen, der einer Partei angehört, die zu den Ursachen des Klimawandels eine spezielle Meinung hat.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte Malte Reupert, Inhaber der BioMare-Märkte in Leipzig, bereits im Sommer. Er informierte seine Kunden darüber, dass er die bislang vertriebene Hirse ausgelistet habe: „Die wichtigste Aufgabe von Biomare sehen wir darin, ein nachhaltiges Sortiment zusammenzustellen. Darin haben Produkte aus einem Hause, das sich gegen mehrere wichtige Kriterien für Nachhaltigkeit stellt, keinen Platz. Der Inhaber der Spreewälder Hirsemühle ist AfD-Funktionär, diese Partei leugnet den menschengemachten Klimawandel. Damit stellt sich der maßgebliche Entscheider der Spreewälder Hirsemühle gegen die Werte von Biomare und der gesamten Bio-Branche.“

Auslistungen von Alnatura bis Weiling

Über die sozialen Medien fand diese Kundeninformation den Weg in die Öffentlichkeit. Reupert blieb nicht allein mit seiner Maßnahme. Alnatura, Bio Company, Dennree, Weiling und Bio am Hafen listeten die Hirse ebenfalls aus. Vom Handelsblatt bis Bild berichten Medien darüber. Die Auslistung gab dem betroffenen Hersteller auch Gelegenheit, seine Politikansätze zu erläutern und seine Meinung kundzutun. Wir wollen die Aussagen des Hirseproduzenten und die seiner Sympathisanten hier nicht wiederholen.

Wer Interesse an Einzelheiten hat, findet unter den folgenden Links ausreichend Lesestoff:

Handelsblatt: „Wie sich ein Bio-Unternehmer mit der AfD anlegt“

watson: „Bioladen nimmt Produkte von AfD-Mann aus dem Sortiment – der Briefwechsel hat es in sich“

ntv: „Hirse-Boykott erzürnt AfD und Anhänger“

Bild: „Bio-Kette schmeißt AfD-Hirse aus dem Sortiment“

web.de: „Hirse aus Sortiment verbannt: Bio-Unternehmer legt sich mit AfD-Politiker an“

taz.de: „Biohaendler-listen-AfD-Hirse-aus“

Junge Freiheit: „Politik geht durch den Magen“

Diskussionen zum Thema auf Twitter finden Sie unter dem Hashtag #SpreewaelderHirsemuehle.

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