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Bio im Test: Streit um Sonnenschutz

Die Stiftung Warentest hat in ihrem Juliheft die Sonnenmilch von Eco Cosmetics als „mangelhaft“ bewertet. Der Grund: unzureichender UVA-Schutz. Das Unternehmen wirft der Stiftung vor, einen ungeeigneten Test verwendet zu haben. Das weisen die Tester zurück.
13.07.2015
Die Stiftung Warentest hat in ihrem Juliheft die Sonnenmilch von Eco Cosmetics als „mangelhaft“ bewertet. Der Grund: unzureichender UVA-Schutz. Das Unternehmen wirft der Stiftung vor, einen ungeeigneten Test verwendet zu haben. Das weisen die Tester zurück.

Die Stiftung Warentest hat in ihrem Juliheft die Sonnenmilch von Eco Cosmetics als „mangelhaft“ bewertet. Der Grund: unzureichender UVA-Schutz. Das Unternehmen wirft der Stiftung vor, einen ungeeigneten Test verwendet zu haben. Das weisen die Tester zurück.

Vom ultravioletten Licht der Sonne gelangen zwei Arten von Strahlen auf unsere Haut: Die energiereichen UVB-Strahlen bleiben in der oberen Hautschicht hängen und lösen dort Sonnenbrand aus. Sie abzuwehren ist die eigentliche Aufgabe von Sonnenschutzmitteln. Die weniger energiereichen UVA-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein und bilden dort freie Radikale, die die Zellen schädigen. Gleichzeitig wird Kollagen abgebaut, das die Haut elastisch hält. Folge von beidem: Die Haut altert schneller.

2009 trat eine EU-Empfehlung in Kraft, wonach der UVA-Schutz von Sonnenmilch [&] Co mindestens ein Drittel des UVB-Schutzes betragen soll. Nach Ansicht der Stiftung Warentest hatte die Sonnenlotion LSF 50 von Eco dieses Drittel – also 16,7 –[nbsp] nicht erreicht.

Das Unternehmen stellte daraufhin Testergebnisse ins Netz, die belegen, dass die Sonnenlotion LSF 50 einen UVA-Schutz von 19,9 gewährleistet. Durchgeführt wurde der Test „in vivo“, also an Menschen, die sich eincremten und bestrahlen ließen. „Die Ergebnisse des sehr aufwendigen und teuren in vivo UVA-Tests geben detailliert Auskunft über die tatsächliche UVA-Schutzleistung auf verschiedenen Hauttypen“, schreibt Eco Cosmetic. Die Stiftung Warentest hingegen habe einen nur in Europa üblichen in vitro Labortest verwendet. Dieter Sorge, Geschäftsführer von Eco Cosmetics, beschreibt ihn so: „Die Creme wird auf einen Plexiglas-Träger gestrichen und so extrem erhitzt, dass die Wasseranteile im Produkt verdampfen. Unsere Produkte müssen durchfallen, denn sie haben keine versteckten synthetischen Lichtschutzfilter, sondern bestehen ausschließlich aus natürlichen Inhaltsstoffen, die bei höheren Temperaturen schlicht verbrennen.“ Deshalb seien die Testergebnisse für Produkte, die nur mit mineralischen Filtern arbeiten, wenig aussagekräftig. „Unsere internationalen Vertriebspartner halten das von Stiftung Warentest eingesetzte Verfahren für ungeeignet. Außerhalb Europas wäre damit keine Verkaufszulassung zu erwirken“, fügt Sorge hinzu. Der von ihm verwendete Test am Menschen hingegen sei weltweit anerkannt.

In einem Brief an seine Handelspartner schreibt Dieter Sorge, dass er bereits vor Jahren der Stiftung Warentest „umfangreich belegt“ habe, dass dieser Test für rein mineralische Sonnenprodukte wenig geeignet sei. „Die Entwickler der in vitro UVA Tests bestätigten, dass es nicht ihre Aufgabe war, diesen Test für rein mineralische Sonnenprodukte auszulegen.“ Damals hatte die Stiftung Warentest die Sonnencreme LSF 30 von Eco Cosmetics wegen mangelhaftem UVA-Schutz abgewertet. Sorges Folgerung: „Stiftung Warentest wusste also schon vor dem Test, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit das Eco Produkt mit den in Vitro-Labor-Test durchfallen würde. Dieses geplante Vorgehen hat sicher einen manipulativen Beigeschmack.“

Ein Vorwurf, den Ursula Loggen, wissenschaftliche Leiterin der Stiftung für den Bereich Ernährung, Kosmetik und Gesundheit zurückweist: „Die Prüfung des UVA-Schutzes wurde in-vitro nach EN-ISO 24443:2012 (E) durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine internationale Norm (ISO: International Organization for Standardization). ISO-Normen sind in ihrer Gültigkeit nicht regional begrenzt und werden in vielen Ländern der Welt akzeptiert und/oder deren Einhaltung gefordert. Die ISO-Norm 24443 macht keine Einschränkung hinlänglich ihrer Gültigkeit für bestimmte Darreichungsformen oder Zusammensetzungen von Sonnenschutzmitteln und ist somit die aktuelle Methode der Wahl zur Bestimmung des UVA-Schutzes von Sonnenschutzmitteln.“

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