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Bild-Zeitung: Schimmel im Bio-Ei

Die BILD-Zeitung hat über einen Fall von Schimmel in Bio-Eiern aus dem LEH berichtet und dabei den langen Weg vorgestellt, den diese Eier zurücklegten.
21.08.2017
Die BILD-Zeitung hat über einen Fall von Schimmel in Bio-Eiern aus dem LEH berichtet und dabei den langen Weg vorgestellt, den diese Eier zurücklegten.

Die Bild-Zeitung hat über einen Fall von Schimmel in Bio-Eiern aus dem LEH berichtet und dabei den langen Weg vorgestellt, den diese Eier zurücklegten.

Die Geschichte begann mit einem Renter aus Reinbek bei Hamburg, der Schimmel in den Bio-Eiern feststellte, die er in einem Edeka-Markt gekauft hatte. Der Lieferant, ein Hühnerhof aus der Region, war namentlich auf der Packung genannt. Der Betrieb hält konventionelle Tiere in Boden- und Freilandhaltung und seit 2011 auch Bio-Hennen. Doch die Schimmel-Eier stammten nicht von diesen Hennen „Die Anfrage war so groß, dass wir Eier zukaufen mussten, uns auf das Bio-Zertifikat des Betriebs verlassen haben“, zitiert Bild die Betriebsleiterin.

Auf seiner Webseite geht der Betrieb ins Detail: Aufgrund des Fipronil-Skandals sei die Nachfrage nach Bio-Eiern stark gestiegen. „Ausgerechnet zu dieser Zeit stand einer unserer beiden Bio-Ställe leer.“ Der Wettbewerbsdruck auf dem Lebensmittelmarkt sei sehr hoch und auch nur vorübergehende Lieferengpässe könnten dazu führen, dass man gute Kunden verliere. „Deshalb ist es notwendig, branchenüblich und auch rechtlich erlaubt, dass in Ausnahmefällen Eier von anderen Höfen zugekauft werden.“ Man habe dies aber nie gern getan, sondern nur, um Produktionsengpässe zu überbrücken. Der Betrieb streicht dabei als Vorteil heraus, dass er Eier aus Bio-, Freiland- und Bodenhaltung parallel anbieten könne. Denn: „Viele Höfe, die selbst beispielsweise keine Bio-Hennen halten, müssen schließlich sämtliche Bio-Eier zukaufen“. Daraus lässt sich schließen, dass es im LEH verbreitet ist, von konventionellen Lieferanten zusätzlich Bio-Eier anzufordern, falls welche benötigt werden.

Bild rekonstruierte den Weg der Bio-Eier. Sie wurden in einem Bio-Betrieb in Engden (Niedersachsen) erzeugt, von einem Großhändler aus Ahaus in Nordrhein-Westfalen abgeholt, an einen anderen Großhändler in NRW verkauft, der sie wiederum an einen Großhändler in[nbsp]in Visbek in Niedersachsen abgab. Dort kaufte sie dann der Hühnerhof aus Schleswig-Holstein. Alle drei Großhändler sind konventionelle Unternehmen, die auch Bio-Eier handeln. Wo auf dieser langen Reise die Eier Schimmel einfingen, ist ungeklärt. Der Hühnerhof schreibt gar, dass jemand das Haltbarkeitsdatum manipuliert habe. Ein Großhändler vermutet gegenüber Bild: „Es gab große Temperatur-Schwankungen auf der Reise. Schwitzwasser entzieht dem Ei seine Schutzschicht, und Bakterien gelangen ins Innere.“ Klar ist lediglich, dass den Verbrauchern Eier, die laut Bild 637 Kilometer auf dem Buckel hatten, als regionale Bio-Eier aus Schleswig-Holstein angedreht wurden. Man werde „die zugekauften Eier in Zukunft deutlicher als solche kennzeichnen und deren Herkunft klar benennen“, schreibt der Hühnerhof.

Bei Bild kommt noch der Bundesverband Deutsches Ei zu Wort: Dessen Sprecherin sagte, das Zukaufen von Bio-Eiern sei normale Praxis. „Die Nachfrage nach Bio-Eiern wächst und der Bedarf ist nicht immer leicht zu decken.“ Der Bundesverband Naturkost Naturwaren hat anläßlich des Fipronil-Skandals im Hinblick auf den Bio-Fachhandel erklärt: "Transparente Lieferketten sorgen für Sicherheit." Das gilt auch hier.

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