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Meet & Taste: Gemeinsam Neuheiten verkosten gelingt auch auf Distanz

Im März ist BioHandel mit einem neuen Veranstaltungsformat für unterhaltsame Live-Verkostungen gestartet und hat Hersteller und Einzelhändler wieder näher zusammengebracht. Ein für alle Teilnehmenden gelungenes Treffen.

17.05.2021 vonBettina Pabel

Probierten und diskutierten im Studio des bio verlages: Helge Weichmann, Oliver Topp und Natascha Becker

Im März ist BioHandel mit einem neuen Veranstaltungsformat für unterhaltsame Live-Verkostungen gestartet und hat Hersteller und Einzelhändler wieder näher zusammengebracht. Ein für alle Teilnehmenden gelungenes Treffen.

Mit der neuen Online-Veranstaltungsreihe Meet & Taste ermöglicht BioHandel Herstellern und Einzelhändlern gemeinsame Verkostungen. Hersteller können dabei zu einem bestimmten Thema passende neue Produkte einreichen und interessierte Einzelhändler sich als Teilnehmer anmelden. Bei den ersten Veranstaltungen im März ging es ums Frühstück beziehungsweise veganes Grillen.

Vor der Verkostung haben die Teilnehmer ein Paket mit den Neuprodukten geschickt bekommen. Angesetzt sind zwei Stunden, die Helge Weichmann auf lockere Art moderiert. Begleitet wird er von Natascha Becker (BioHandel) und Oliver Topp (Außendienst bio verlag). In diesem Fall sitzen die drei ganz real an einem großen gedeckten Tisch im bio verlag. Die Ladner kommen aus allen möglichen Teilen Deutschlands zusammen. Dabei ist die maximale Teilnehmerzahl beschränkt. Schließlich soll ein direkter Austausch untereinander problemlos möglich sein.

Frühstück mit Châ Do, Bauck, Allos und Co

Die Frühstücks-Veranstaltung eröffnet Lutz Toennis von Châ Do mit dem losen Golden Seylom Wildtee. In einem kurzen eingespielten Video stellt er zunächst die Philosophie seiner Firma vor. Die empfohlenen drei Minuten gezogen, darf der Tee dann gemeinsam verkostet werden. Sinnliche Wahrnehmung Mundgefühl, Geruch und Geschmack – dieses Zusammenspiel der sinnlichen Wahrnehmung ist doch etwas anderes als ein Prospekt und macht eine Beschreibung erst richtig nachvollziehbar. Wie von Lutz Toennis beschrieben, schmeckt der Wildtee mild und ist von einer angenehmen Grundsüße. Von den Teilnehmern wird mal die Verpackung, mal die schöne Farbe des Tees gelobt.

Weiter geht es mit den Hafer Crunchys Basic und Schoko von Bauck. Der inzwischen leider verstorbene Ulrich Rüben, Marketing und Vertrieb, erläutert das Besondere: Beide Crunchys enthalten glutenfreien deutschen Hafer und sind mit inländischem Rübenzucker gesüßt. Mit weniger als 20 Prozent zugesetztem Zucker ist der Gehalt vergleichsweise niedrig. „Indem der Hafer in drei unterschiedlichen Flockengrößen enthalten ist, wird stattdessen der arttypische Geschmack schön deutlich“, so Ulrich Rueben. Bei den Teilnehmern kommen die Crunchys gut an. Birgit Trabner vom Hofladen Gut Wulfsdorf findet es „schön knusprig und wirklich nicht zu süß. Es lässt sich auch gut so knabbern.“ „Schön knusprig“, lobt auch Heike Nüsperling, Linde Natur, und weiter: „Besonders gut finde ich, dass sie glutenfrei sind.“

Moderator Helge Weichmann war begeistert von den Produkten und führte unterhaltsam durch die Verkostungsrunden.

Für Ladner sind Informationen zu Firmen und Geschichten zu einzelnen Produkten nicht nur interessant. Vielmehr erweisen sie sich immer wieder als wertvoll im Kundengespräch. Genauso interaktiv läuft es bei den folgenden Neuheiten ab. Etwa beim Cerealien-Pendant von Allos, das Saskia Lackner vom Produktgruppen-Management vorstellt: Entdecker-Müsli Frucht und Schoko-Müsli für Kinder, beide mit deutlich weniger Zucker als übliche Kinder-Müslis. Welche Details zeichnen die Neuheiten aus, wie kam es zu der Entwicklung? Was hat es mit der Allos Hof-Bande auf sich? Solche Punkte spricht Saskia Lackner an und kann sich ihrerseits genauso über Rückmeldungen freuen. Clara Stilz vom Laden im Thal findet zum Beispiel: „Frucht würde ich mir noch fruchtiger wünschen, aber die Süße ist super!“ Susanne Dopierala, Löwenzahn, hält die Müslis ebenfalls für süß genug, „insbesondere, wenn man zuerst Frucht und dann im Anschluss Schoki probiert.“

Infos zur Herkunft

Zu Frühstückscerealien passen Milch oder eine vegane Bio-Alternative. Runde eins lässt sich dazu von Natumis neuem Haferdrink überraschen, dem Soja-Barista-Kokos, Runde zwei vom Velike Haferdrink von Black Forest Nature. Für viele Bio-Kunden spielt die Herkunft der Rohstoffe eine wichtige Rolle. Laut Verkaufsleiter Steffen Mälzer kommt bei Natumi der Hafer aus Deutschland, die Sojabohnen stammen aus Österreich. Bei Black Forest Nature wächst der Hafer Geschäftsleiter Dr. Andreas Helm zufolge im Schwarzwald und Umgebung.

Den Abschluss der Frühstücks-Verkostung bilden einmal die palmölfreie, faire Haselnuss-Schokocreme von Dr. Goerg und einmal der milde, hellgelbe deutsche Akazienhonig von Sonnentracht, ergänzt durch Dr. Goergs Chai-Kakao Pulver.

Die Hersteller und ihre Produkte

Thema Frühstück

  • Bauck: Hafer Crunchy Basic, Hafer Crunchy Schoko
  • Dr. Goerg Kakao: Kakao, Haselnuss-Schokocreme
  • Châ Do: Golden Seylom Wildtee
  • Sonnentracht: Akazienhonig
  • Natumi: Soya Barista Kokos
  • Allos Hofmanufaktur: Entdecker Müsli Schoko für Kinder, und Frucht für Kinder
  • Black Forest Nature: Velike Haferdrink

Thema veganes Grillen

  • Dr. Goerg: Würzöle
  • Naturata: Aioli vegan
  • BioPlanète: Ölkombination Pizza und Pasta
  • Mani: Grüne und Kalamata Oliven al naturale mit Chili und Kräutern, Grüne Oliven al naturale mit Koriandersamen & rosa Pfeffer

Veganes Grillen mit Würzölen, Aioli und Oliven

Veganes Grillen lautet das Motto am zweiten Tag. Die neuen Würzöle von Dr. Goerg eignen sich zum Grillen und sind auch sonst vielseitig einsetzbar. Dr. Manfred Goerg nutzt die Gelegenheit für einen Einblick in seine Firma, bevor sich die Online-Grillrunde durch Kokos-Ingwer, -Kurkuma, -Chili und -Knoblauch/Chili probiert. Die Ideen für Anwendungen von Manfred Goerg ebenso wie von den Ladnern reichen von ‚zum Marinieren‘, ‚Anbraten im Wok‘ oder ‚Abschmecken von Saucen‘ bis hin zum ‚verfeinerten Röstbrot‘.

Mit der Ölkombination Pizza und Pasta von Bio Planète lernen die Ladner bei der zweiten Runde eine noch schärfere Kreation kennen. Chili und Tomate lassen es bernsteinfarben in der Flasche schimmern, beim Schwenken steigen mediterrane Kräuter auf. Das Entwicklungsteam wollte ein scharfes Öl kreieren, das die Kräuteraromen aber noch durchblicken lässt, beschreibt Benjamin Gerke vom Außendienst das Ziel. Es biete sich ebenso zum Beizen von Fleisch an, wie es sich auch hoch erhitzen lasse oder man damit einen Schmand-Aufstrich aufpeppen könne. Neugierig gemacht, wird probiert.

Erfahrungen aus den Läden

Susanne Janknecht von Naturata hat ebenfalls gleich zahlreiche Verwendungstipps für ihre vegane Aioli in Demeter-Qualität dabei – nicht nur zum Grillen. Sie passe hervorragend zu Süßkartoffelpommes und frischen Gemüsesticks, aufs Sandwich und mehr. Zugleich nutzt Susanne Janknecht die Möglichkeit, auf die Besonderheit der Klimaneutralität hinzuweisen. Gebe man die auf der Tube abgedruckte Tracking-Nummer auf my-climate.org ein, sehe man konkret, an welches Projekt die Kompensation geht.

Hinter den Kulissen: Viel Technik begleitete die virtuelle Verkostung im bio verlag.

Die Kommentare im Chat zeigen den Herstellern, ob sie mit einem Neuprodukt auf dem richtigen Weg sind. Genauso erfahren sie von bisherigen Erfahrungen mit schon gelisteten Produkten. Etwa bei den Oliven al naturale in den Sorten Grüne Oliven mit Koriandersamen und rosa Pfeffer sowie Grüne & Kalamata Oliven mit Kräutern von Mani Bläuel. Kai-Ulrich Pachalli, Haferkorn Naturkost, stellt nach dem Probieren fest, die Oliven seien wirklich lecker. Ihre Kunden hätten das leider noch nicht erkannt – er müsse unbedingt einmal eine Verkostung machen. Dazu der Kommentar von Tina Wurth, Naturkost Engelskirchen: „Wir hatten die Oliven schon in der Verkostung, das ist sehr gut gelaufen. Da dies auch unkompliziert ist, werden wir es wieder versuchen.“

Die Zeit vergeht schnell. Die Abschiedskommentare sprechen für sich: „Vielen Dank für die guten Ideen und tollen Produkte!“, „Es war sehr gut und inspirierend.“, „Bin gerne wieder dabei!“ Und soviel sei verraten: Fortsetzung folgt!

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