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Bio im Test

Vegane Butter ist in – aber selten steckt Gutes drin

Vegane Butter schneidet schlecht ab: Ökotest findet darin Mineralölbestandteile, und bei der Dokumentation der Lieferketten tropischer Ölfrüchte hapert's auch. Sieben von neun Produkten fallen durch, darunter zwei in Bio-Qualität.

Auf den ersten Blick scheint vegane Butter eine zeitgemäße Alternative zur Margarine. Sie verzichtet auf Plastikbecher, ist stattdessen in Papier oder Folie eingeschlagen. Doch die Tücke steckt laut Ökotest im Inneren.

Die Tester haben neun vegane Streichfette getestet, die preislich zwischen 1,59 und 2,74 Euro pro 250 Gramm lagen. Empfehlen können sie laut eigener Aussage kein einziges davon. Sieben fallen mit „mangelhaft" oder „ungenügend" durch. Selbst von den vier getesteten Bio-Produkten erreichen nur zwei die Note „ausreichend" (Land Krone Bio Veganer Block und Naturli’ Organic Vegan Block), die anderen zwei (The Vegan Cow Haferblock und Vitaquell Megarine Halbes Pfund) werden als „mangelhaft“ deklariert.

Mineralölbestandteile im Fett

Das sind die Gründe: Für Margarine im Becher verwenden die Hersteller eher flüssige Fette, für vegane Butter dagegen aufgrund der Verpackung vorwiegend Fette, die bei Zimmertemperatur fest sind. Die Überprüfung ergab laut Ökotest, dass die Fettzusammensetzung des veganen Streichfetts ungünstiger ist. Der Anteil gesättigter Fettsäuren sei meist höher, der Anteil an Omega-3-Fettsäuren niedriger.

Außerdem wurden die veganen Produkte in verschiedenen Laboren auf die Fettschadstoffe 3-MCPD und Glycidol, auf Transfettsäuren, Mineralölbestandteile und Weichmacher getestet. Acht von neun festen Blöcken waren im Test mehr oder weniger mit Mineralölbestandteilen verunreinigt, so Ökotest.

Verantwortung für Lieferketten? Fehlanzeige!

In allen neun Produkten stecken tropische Fette wie Kokosäl, Shea- oder Kakaobutter. Weil der Anbau der Ölfrüchte in den Anbauländern häufig mit Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen einhergeht, hat Ökotest die Hersteller gebeten, ihre Lieferketten offenzulegen. Sie sollten auch belegen, inwieweit sie für die Probleme in der Lieferkette Verantwortung übernehmen. Das Ergebnis: Kein Produkt konnte wirklich überzeugen.

Die Bio-Produkte kommen immerhin nahezu ohne Pestizide aus. Dennoch schneiden drei von ihnen auch hier nur mit „befriedigend“ (Naturli’ Organic Vegan Block) oder „ausreichend“ (Land Krone Bio Veganer Block und Vitaquell Megarine Halbes Pfund) ab, The Vegan Cow Haferblock sogar nur mit „mangelhaft".

Drei Sensorikprüfer verkosteten die Produkte und beurteilten deren Geruch, Geschmack, Konsistenz/Streichfähigkeit und Schmelz. Dabei schnitt ein Bio-Produkt mit „sehr gut" ab: Der Naturli’ Organic Vegan Block kommt ohne künstliche Zusätze aus. „Aromaarm, ausgewogen im Geschmack, beginnende oxidative Fettveränderung“ hieß es in den wenig positiven Beurteilungen der anderen Produkte. (juk)

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