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Bio im Test

Arsen „stark erhöht“ – Ökotest wertet Bio-Reiswaffeln ab

Nur ein Produkt bekam die Note „sehr gut“, drei aus dem Bio-Fachhandel bewerteten die Ökotester mit „ungenügend“.

20 Bio-Reiswaffeln haben die Tester überprüft und reichlich Arsen und andere problematische Stoffe gefunden. Das krebserregende Schwermetall Arsen kann sich in Reis anreichern – wenn viel davon im Boden vorkommt. Das Problem ist seit mehr als zehn Jahren bekannt.

Seit 2016 gibt es einen Arsen-Grenzwert für Reis, der für Säuglings- und Kleinkindernahrung verwendet wird: 0,1 Milligramm je Kilogramm. Diesen Wert hat Ökotest als Maßstab für alle Waffeln genommen, egal ob sie für Säuglinge ausgelobt waren oder nicht. Sieben Bio-Reiswaffeln lagen mit „stark erhöht“ über diesem Wert. Zehn weitere schöpften ihn mit „erhöht“ zu mehr als der Hälfte aus.

Auch das nierenschädigende Schwermetall Cadmium fand sich in einigen Waffeln, ebenso Acrylamid und in zwei Produkten auch Schimmelpilzgift. Immer legte Ökotest die Werte für Säuglingsnahrung an, weil die Kleinen oft auch Reiswaffeln für die Großen bekommen – zumal die als Säuglingsnahrung ausgelobten Waffeln alle nur mit Fruchtgeschmack zu haben waren, wie Ökotest erstaunt anmerkte.

Testsieger aus dem Drogeriemarkt

Bei den Reiswaffeln für die Kleinen war aus dem Fachhandel nur Alnatura vertreten und bekam die Note „ausreichend“. Arsen „erhöht“ und weniger Vitamin B1 als für Säuglingsnahrung vorgeschrieben, lautete die Begründung.

Das einzige „sehr gute“ Produkt im Test kam aus dem Drogeriemarkt, ein weiteres „gutes“ aus dem LEH. Fünf LEH-Produkte bewertete Ökotest als „befriedigend“, alle hatten „erhöhte Arsenwerte“. Drei Produkte aus Drogeriemarkt und Discount waren wegen ihrer Schadstoffe „mangelhaft“.

Bei den Waffeln für die Großen waren Fachhandelsprodukte viermal vertreten. Die Felix Reis Snacks kamen auf ein „mangelhaft“: Arsen und Cadmium waren „erhöht“.

Die Reiswaffeln von Byodo, Dennree und Lima waren aus Sicht von Ökotest „ungenügend“. Bei allen dreien war jeweils Arsen „stark erhöht“. Hinzu kamen bei Byodo ein Nachweis von Mineralölbestandteilen (MOSH und MOAH), Cadmium „erhöht“ und Acrylamid „stark erhöht“, was bedeutete, dass der EU-Richtwert von 150 µg/kg für Kekse und Zwieback für Kleinkinder überschritten war.

Bei den Dennree-Waffeln waren MOSH „leicht erhöht, Acrylamid und das Schimmelgift Aflatoxin „stark erhöht“. Bei Lima schließlich war Cadmium „stark erhöht“ sowie Blei und Acrylamid „erhöht“. Laut Testtabelle legte Byodo ein Gutachten der gleichen Charge vor, in dem keine MOAH nachweisbar waren. Reiswaffeln aus dem LEH bekamen einmal „befriedigend“, einmal „mangelhaft“ und drei Mal „ungenügend“.

Dennree wies in seiner Stellungnahme darauf hin, dass die schlechte Bewertung nur zustande gekommen sei, weil Ökotest die Grenzwerte für Säuglingsnahrung angelegt habe. Die für normale Reiswaffeln und andere Lebensmittel geltenden Grenzwerte seien alle eingehalten.

Byodo teilte in einer Stellungnahme mit: „Wir unterziehen unsere Produkte kontinuierlichen Analysen und können bestätigen, dass alle unsere Analysewerte weit unter den gesetzlichen Anforderungen liegen und damit gesundheitlich unbedenklich verzehrt werden können.“

Ähnliches teilte Lima mit: „Bei Lima führen wir regelmäßig Tests an unseren Produkten gemäß unserem Analyseplan durch. Wie auch der Test von öko-test zeigt, entsprechen unsere Ergebnisse den europäischen Vorschriften. Wir möchten betonen, dass wir keine Reiskuchen speziell für Kinder herstellen und das Produkte, die speziell für Säuglinge bestimmt sind, strengeren Normen unterliegen.“ (leo)

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