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Sauermilchgetränke

Buttermilch, Kefir & Co sind gesund und verträglicher als ungesäuerte Frischmilch. Beim Kauf entscheidet allerdings vermutlich vor allem der Gaumen. Die säuerlichen Milchgetränke sind als Zwischenmahlzeit beliebt, fruchtige Varianten auch als Dessert.

12.07.2018 vonGudrun Ambros

Buttermilch, Kefir & Co sind gesund und verträglicher als ungesäuerte Frischmilch. Beim Kauf entscheidet allerdings vermutlich vor allem der Gaumen. Die säuerlichen Milchgetränke sind als Zwischenmahlzeit beliebt, fruchtige Varianten auch als Dessert.

Sauermolke bildet sich bei der Herstellung von Käse oder Quark mit Hilfe von speziellen Milchsäurebakterien, die die Milch in feste und flüssige Bestandteile trennen. Das wässrig-gelbliche leicht säuerliche Getränk enthält 0,3 Prozent Fett.

Sauermilch oder auch Dickmilch ist zunächst stichfest, wenn Milchsäurebakterien in der Milch ihre Arbeit getan haben. Durchrühren nach der Säuerung macht die Dickmilch zur sämig-flüssigen Trinksauermilch.

Schwedenmilch ist eine skandinavische Spezialität (Filmjölk), fein sämig und im Geschmack besonders mild. Sie entsteht wie Sauermilch, mit speziellen Bakterienkulturen. Im Anschluss an die Säuerung wird die dicke Milch sämig gerührt.

Kefir entsteht, wenn Milchsäurebakterien und Kefirknollen zusammenarbeiten. Der Pilz wandelt Milchzucker in Kohlensäure und geringe Mengen Alkohol (0,05 bis 1 Prozent) um. Kefir schmeckt prickelnd-frisch.

Buttermilch ist das erfrischend säuerlich schmeckende, cremige Getränk, das übrigbleibt, wenn aus Rahm Butter gemacht wird. War das Ausgangsprodukt Süßrahm, wird die Flüssigkeit mit Milchsäurebakterien gesäuert. Buttermilch enthält maximal ein Prozent Fett.

5 Tipps zu Lagerung und Verkauf

  • Sauermilchprodukte sind leichter verdaulich, weil die Milchsäure das Eiweiß schon teilweise umgebaut hat. Sie unterstützen eine gesunde Darmflora und fördern die Verdauung. Wer unter Laktose-Unverträglichkeit leidet, kommt möglicherweise damit besser zurecht, denn die Milchsäurebakterien haben einen Teil der Laktose in Milchsäure umgewandelt.
  • Gesäuerte Milcherzeugnisse halten sich in der Regel länger als Frischmilch, denn die Milchsäure verhindert die Ausbreitung unerwünschter und schädlicher Mikroorganismen. Dennoch sollten Sauermilchprodukte bei weniger als acht Grad im Kühlschrank aufbewahrt werden. Zu lang gelagerte Sauermilchprodukte können bitter werden und schimmeln.
  • „Reine Buttermilch“ darf keine weiteren Zusätze enthalten. „Buttermilch“ hingegen entsteht nicht beim Buttern, sondern kann aus entrahmter oder teilentrahmter Milch unter Zugabe von Wasser und Magermilchpulver hergestellt werden. Erst dann sorgen Milchsäurebakterien für den säuerlichen Geschmack.
  • Wölbt sich der Deckel bei Sauermilchgetränken, ist das Produkt in der Regel verdorben. Ausnahme: Kefir. Er soll sogar am besten schmecken, wenn der Deckel leicht nach oben gedrückt wird. Dann hat er schon besonders viel Kohlensäure produziert. Es gibt allerdings auch milden Kefir, der kaum Kohlensäure und Alkohol enthält.
  • Sauermilchprodukte mit fruchtigen und anderen Geschmackszutaten werden gerne gekauft. Jedoch entfalten sie pur ihre gesunde Wirkkraft noch besser. Denn Sauermilchprodukte ohne Geschmackszutaten dürfen nach der Säuerung nicht mehr über 50 Grad erhitzt werden, sodass die Milchsäurebakterien erhalten bleiben.

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