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Chilis in Form und Schärfe sicher unterscheiden

Wer verschiedene Chilis im Bio-Angebot hat, sollte sich gut auskennen – denn so manche Schote hat es in sich. Die wesentlichen Merkmale und Schärfegrade der Früchte sowie Tipps zur Lagerung auf einen Blick.

03.06.2021 vonGudrun Ambros

Da Chilis sehr scharf sein können, ist bei der Beratung um die Schoten Vorsicht geboten.

Wer verschiedene Chilis im Bio-Angebot hat, sollte sich gut auskennen – denn so manche Schote hat es in sich. Die wesentlichen Merkmale und Schärfegrade der Früchte sowie Tipps zur Lagerung auf einen Blick.

Jalapeno: Dickfleischige konisch zulaufende Schoten mit stumpfem Ende, die bis zu acht Zentimeter lang werden. Farbe und Aroma variieren je nach Reife von grün bis rot, mild bis leicht scharf. Schärfegrad: 5.000 Scoville.

Habanero: Sie erscheinen rot, gelb, orange und grün und laternenförmig gestaucht, sind dünnwandig, aber saftig. Sie schmecken tropisch-fruchtig und brennen ultrascharf: 100.000 Scoville.

De Cayenne: 10 bis 12 Zentimeter lange schlanke Früchte, die dunkelgrün über orange bis leuchtend rot gefärbt sind. Sie schmecken leicht rauchig und sind beißend scharf: bis 50.000 Scoville.

Scotch Bonnet: Die breiten Früchte mit tropfenförmigen Ausläufern erinnern an eine Schottenmütze. Ihre dünnen Fruchtwände sind grün bis gelb und sattrot gefärbt. Tropisch-fruchtig süß im Aroma und sehr scharf: 150.000 Scoville.

Pimiento de PadronIhre Form ist zylindrisch-verknautscht. Vorwiegend werden die grünen verkauft: zum Anbraten mit Salz in Olivenöl. Von der Schärfe her sind sie eher zurückhaltend: 1.500 Scoville. Aber es gibt heiße Ausreißer.

5 Tipps zu Lagerung und Verkauf

  • Schärfegrade werden in Scoville-Einheiten gemessen. Sie orientieren sich an der Menge des vorkommenden Capsaicins. Ab 16 Scoville nehmen Menschen Schärfe wahr, bis 1.500 Scoville gilt als für Einsteiger geeignet. Vorsicht: Chilis außerhalb der Griffhöhe von Kindern präsentieren.
  • Für die Schärfe verantwortlich ist das im Fruchtfleisch (aber nicht in den Kernen) enthaltene Capsaicin. Der brennende Reiz regt Verdauung und Durchblutung an und kann die Ausschüttung des Glückshormons Endorphin fördern. Saft von verletzten Chilis nicht an Auge, Nase, Schleimhäute bringen.
  • Bio-Chilis werden ganzjährig gehandelt. Von April bis Oktober liefern spezialisierte Anbieter in Deutschland Chilis aus geschütztem Anbau. Den restlichen Zeitraum deckt Importware aus Spanien ab.
  • 7 bis 10 Grad sind perfekt für die Lagerung – bei hoher Luftfeuchte lagern sie so problemlos bis zu zwei Wochen. Werden sie trocken und schrumpelig, ist das kein Qualitätsverlust, aber Kunden bevorzugen solche mit glatter Haut.
  • Chilis gehören zu dem Gemüse, das bei Kontrollen öfters mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln auffällt. Ein schwerwiegendes Argument für die kleinen Scharfen in Bio-Qualität. Sie werden unter Folie oder Glas auf Humus angebaut.

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