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Bio im Test

Smoothies – bunt, fruchtig und selten gut

Die Stiftung Warentest hat Smoothies ins Labor geschickt und verkostet. Nur wenige Produkte konnten die Prüfer überzeugen.

25.02.2021 vonRedaktion

Smoothies: Nicht immer so gut wie gedacht.

Die Stiftung Warentest hat Smoothies ins Labor geschickt und verkostet. Nur wenige Produkte konnten die Prüfer überzeugen.

Die Stiftung Warentest hat 25 Smoothies getestet, darunter elf Bio-Produkte. Auf das Treppchen kamen drei konventionelle Smoothies, darunter zwei von True Fruits. Mit etwas Abstand folgten die zwei Bio-Spitzenreiter Alnatura Smoothie Mango Maracuja und Proviant Grüner Smoothie Spinatheld, jeweils mit der Note „gut (2,3)“.

Die meisten anderen Bio-Smoothies schnitten „befriedigend“ ab, darunter Smoothies von Voelkel mit Erdbeere/Himbeere („befriedigend (2,7)“) und Rote Bete/Spinat („befriedigend (2,9)“) sowie deren für den LEH konzipierten Smoothies der Marke FÜR. Den Proviant-Smoothie Kreuzbeere bewerteten die Tester mit „ausreichend (3,6)“.

Mängel bei der Etikettierung

Die rote Laterne bekam Rabenhorst mit der Note „ausreichend (4,5)“ für seinen Detox Smoothie. Der Grund dafür ist der Begriff Detox, den die Tester als unzulässige gesundheitsbezogene Aussage werteten. Doch mit einer wegen deutlicher Kochnoten nur befriedigenden Sensorik wäre das Produkt auch ohne Deklarationsmangel auf den hinteren Plätzen gelandet.

Gleiches gilt für den Proviant-Smoothie, bei dem die Tester neben der Kochnote auch den Marketingbegriff Kreuzbeere (aus Berlin Kreuzberg und Beere) bemängelten. Es gebe tatsächlich im südlichen Afrika eine Kreuzbeere und die sei in dem Produkt nicht enthalten, lautete die Erklärung für den Abzug bei der Auslobung.

Bei Voelkel dagegen stimmten Konsistenz, Geruch und Geschmack; die Sensorik bekam die Note 1,5. Doch weil die Smoothies zu weniger als der Hälfte aus den auf dem Frontetikett angepriesenen Zutaten bestand, zog auch hier die Deklarationsnote das Ergebnis nach unten.

Die Stiftung Warentest begründete ihren strengen Ansatz mit einer nicht repräsentativen eigenen Online-Umfrage, wonach es den Verbrauchern sehr wichtig sei, dass ein Smoothie auch hauptsächlich aus den auf dem Frontetikett angegebenen Zutaten bestehe. Als beispielhaft lobten die Tester die Flaschen von True Fruits, bei denen eine große aufgedruckte Messlatte den Anteil der einzelnen Zutaten anzeigt.

Anatura billiger als DM

Interessant ist die Preisstellung, die sich aus der Testtabelle ergibt: Die konventionellen Discounter-Smoothies liegen bei etwa 3,50 Euro je Liter. Danach folgt bereits der Bio-Smoothie von Alnatura mit 4,50 Euro während DM und Rossmann über fünf Euro für ihre Bio-Produkte verlangen. Konventionelle und Bio-Markensmoothies liegen mit Preisen zwischen sieben und zehn Euro gleichauf, der konventionelle Edeka-Früchtesmoothie kostete mit 7,15 Euro ebensoviel wie der Demeter-Beeren-Smothie von Voelkel.

Erstmals bewertete die Stiftung Warentest auch die Recyclingfähigkeit der Verpackungen und rechnete sie ins Gesamtergebnis ein. Die Einwegglasflaschen schnitten dabei gut ab, während die meisten PET-Flaschen schlechte Noten bekamen. Bei ihnen erschwerten Klebstoffe und aufgetragene Folien das Reycling oder machten es gar unmöglich.

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