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Bio im Test

Ökotest: Pestizide in Bio-Tee

Ökotest fand „erhöhte“ Pestizidwerte in Bio-Tee. Zudem gab es zweimal schlechte Noten wegen mangelnder Transparenz.
01.10.2018
Ökotest fand „erhöhte“ Pestizidwerte in Bio-Tee. Zudem gab es zweimal schlechte Noten wegen mangelnder Transparenz.

Endlich mal keine Pyrrolizidinalkaloide im Bio-Kräutertee. Dafür fand Ökotest „erhöhte“ Pestizidwerte und stufte einen Bio-Tee deshalb als „mangelhaft“ ein. Zudem gab es zweimal „Setzen, sechs“ wegen mangelnder Transparenz.

Kräutertees

7 Bioprodukte, 17 konventionelle

Ein „sehr gut“ gab es für den Lebensbaum Haustee. Alnatura Kräutertee und Dennree-Kräutertee mit Lemongras schnitten „befriedigend“ ab, während Sonnentors Gute Laune Tee mit „mangelhaft“ bewertet wurde.[nbsp]Die Gründe dafür waren der Vorwurf mangelnder Transparenz sowie zwei erhöhte Pestizidwerte. Sonnentor-Sprecherin Marie-Theres Chaloupek schreibt, die von Ökotest gefundenen Werte seien vermutlich durch Abdrift verursacht und so gering, dass der Tee bedenkenlos konsumiert werden könne. Sonnentor habe gegenüber Ökotest den Nachweis, dass die Prinzipien der International Labor Organization (ILO) eingehalten würden und dass alle Mitarbeiter den gesetzlichen Mindestlohn oder mehr erhielten. Dies habe Ökotest „schlicht nicht zur Kenntnis genommen“. Eine Stellungnahme von Sonnentor findet sich auf der Webseite des Unternehmens.

Auch im Alnatura-Tee stuften die Tester einen Pestizidrückstand als „erhöht“ ein. Dafür reicht es, wenn der Rückstand 10 bis 20 Prozent der gesetzlichen zulässigen Höchstmenge ausschöpft. Bei Alnatura handelte es sich um Spinosad, einen im Ökolandbau zugelassenen natürlichen Wirkstoff gegen bestimmte Insekten. Bei den konventionellen Tees wurden 7 von 17 wegen - teils mehrfacher - Pestizidrückständen abgewertet. Trotzdem schreibt Ökotest, die beiden Bio-Tees „schneiden sogar schlechter ab als viele konventionelle“.

Das Verbrauchermagazin fragte auch nach, ob es zu den Erzeugern langfristige Lieferantenbeziehungen gebe und Regelungen zu Mindestlöhnen und den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Als einziger Hersteller überhaupt konnte Lebensbaum alle Fragen belegbar mit „ja“ beantworten und bekam dafür für den Teilbereich Arbeitsbedingungen und Transparenz die Note „sehr gut“. Aldi Nord schaffte mit seinem Bio-Tee ein „gut“, dm, Rewe und Alnatura ein „befriedigend“.[nbsp]Dennree und Sonnentor lieferten keine Nachweise, die Ökotest anerkannte, und wurden dafür mit „ungenügend“ bewertet. Bei den konventionellen Tees lieferte knapp die Hälfte der Anbieter keine Belege. Die Bewertung „gut“ erhielten lediglich Aldi Süd und Meßmer.

Alnatura schreibt auf seiner Webseite, die Bewertung in der Kategorie Arbeitsbedingungen und Transparenz sei nicht nachvollziehbar, „da wir die Kriterien für die Arbeitsbedingungen in den Anbauländern vollständig und transparent belegen konnten.“

Zwieback

10 Bioprodukte, 5 konventionelle

Mit „sehr gut“ schnitten der Babyzwieback von Alnatura und der Weizenzwieback von Naturata ab. Der Sommer Dinkelzwieback kam auf „gut“, während der Holle Bio-Minis Babyzwieback mit „ungenügend“ bewertet wurde. Der Grund dafür waren „erhöhte“ Mineralölbestandteile (MOSH), vor allem aber zugesetzter Zucker in einem Produkt für Babys. Allein dafür gab es vier Notenstufen Abzug. „Völlig überflüssig“ und „kann sehr früh die Vorliebe für Süßes fördern“, schreibt das Magazin und rät den Eltern: „Finger weg“. Auch Hipp setzt in seinem Babyzwieback Zucker zu. Den geballten Zorn von Ökotest zog der Hersteller allerdings auf sich, weil in seinem Produkt neben MOSH auch die als krebserregend verdächtigten aromatischen Kohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen wurden. Man nehme das Ergebnis zur Kenntnis habe Hipp geantwortet, schreibt Ökotest und kommentierte, der Hipp-Zwieback gehöre aus dem Regal und nicht in den Bauch von Baybs.

Nachtcremes

12 Naturkosmetikcremes, 13 konventionelle

Zehn mal gab es für Naturkosmetikcremes die Note „sehr gut“, darunter für die Produkte von Cattier, Lavera, Sante, Speick und Weleda. Börlind kam auf die Note „gut“, Logona auf „befriedigend“. Beide wurden abgewertet, weil sie ihre Anti-Aging-Versprechen nicht ausreichend durch Studien belegen konnten. Von den Inhaltsstoffen waren auch sie „sehr gut“.

Insgesamt bezweifelt Ökotest den Nutzen von Nachtcremes als Zweitcreme. Sie brächten nur eins: den Herstellen mehr Geld, schreibt die Kosmetik-Redakteurin.

Interessant ist, für welche natürlichen Zutaten Ökotest die Wirkamkeit als belegt ansieht – und für welche nicht. Pefferminzöl und Kümmelöl wirken demnach, ebenso der Kräutercocktail in dem Medikament Iberogast. Flohsamenschalen und Leinsamen sollten „nur unterstützend“ eingenommen werden. Heilerde und probiotische Bakterien dagegen haben laut Ökotest keinen Nutzen bei Reizdarmsyndrom. Die Begründung lautet wie immer: Es fehlen klinische Studien.

Einzeltest: Speick Natural Deo Spray

Das Speick Natural Deo Spray verbesserte sich auf „sehr gut“. Der Hersteller hat die Rezeptur umgestellt und damit einen bedenklichen Duftstoff ersetzt.

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