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Bio im Test

Ökotest findet keine gute Bio-Margarine

Das Testmagazin bemängelte erhöhte Mineralölbestandteile, ungünstiges Fettsäurenverhältnis und eine nicht immer nachhaltige Herkunft bei den tropischen Fetten.

02.11.2021 vonLeo Frühschütz

Bei allen Bio-Margarinen bemängelte Ökotest ein ungünstiges Verhältnis zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren.

Das Testmagazin bemängelte erhöhte Mineralölbestandteile, ungünstiges Fettsäurenverhältnis und eine nicht immer nachhaltige Herkunft bei den tropischen Fetten.

20 Margarinen kamen auf den Prüfstand, davon fünf in Bio-Qualität. Die Margarinen von Alsan und Landkrone erhielten die Note „befriedigend“, Alnatura und Vitaquell kamen auf ein „ausreichend“. Der Vegan Block des dänischen Herstellers Naturli Foods schnitt „mangelhaft“ ab.

Ein wesentlicher Grund für die Abwertungen waren gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH). Ihren Gehalt wertete Ökotest bei Alsan und Lanmdkone als „erhöht“, bei den anderen drei als „stark erhöht“. Bei Vitaquell kam noch der Nachweis aromatischer Mineralölbestandteile (MOAH) hinzu. Bei Naturli sorgte ein natürliches Aroma für Geschmack, was Ökotest ebenfalls abwertete. Als „stark erhöht“ gelten bei Ökotest standardmäßig MOSH-Gehalt von mehr als vier Milligramm je Kilogramm (mg/kg), egal, wie fetthaltig ein Produkt ist. Die von Herstellern und Lebensmittelüberwachern erarbeiteten Orientierungswerte für MOSH unterscheidenen dagegen nach Lebensmittelkategorien. Für pflanzliche Öle gilt ein Wert von 13 mg/kg, allerdings nicht für tropische Fette „aufgrund ungenügender statistischer Datenbasis“.

Bei allen Bio-Margarinen bemängelte Ökotest ein ungünstiges Verhältnis zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren. Denn die verwendeten tropischen Fette enthalten zuviele gesättigte Fettsäuren.

Sheabutter ersetzt Palmöl

Palmöl verwendet von den Bio-Herstellern nur noch Alsan. Die anderen vier setzen statt desssen auf Sheabutter und Kokosfett. Von den konventionellen Produkten kommt dagegen nur eins ohne Palmöl aus. Beim Thema „Tropische Fette und Transparenz“ ließ sich Ökotest die Lieferkette darlegen, fragte nach unternehmerischen Sorgfaltspflichten, Beschwerdemechanismen, nach existenzsichernden Löhnen sowie Verboten von Entwaldung und gefährlichen Pestiziden. Ihre Lieferketten komplett belegen schafften alle Bio-Hersteller, jedoch kaum ein konventioneller.

Die Kokosnüsse waren nach dem internationalen Sozialstandard Smeta zertifiziert, die Sheabutter von UEBT (Union of Ethical Biotrade) oder Fair for Life, das Palmöl nach dem Fairstandard des brasilianischen Zertifizierers IBD. Doch alle diese Standards haben Lücken, so dass bei vielen Aspekten die Angabe in der Tabelle „überwiegend“ oder „teilweise“ lautete. Existenzsichernde Löhne erhielten die Arbeiter auf den Plantagen und die Sheanüssesammler in keinem Fall. Dafür sind gefährliche Pestizide beim Bio-Anbau sowieso ausgeschlossen. Alnatura kam bei „Tropische Fette und Transparenz“ auf die Note „gut“, die anderen vier Hersteller schnitten „befriedigend“ ab. Bei den konventionellen Margarinen gab es hier für die Hälfte der Anbieter Rote Karten.

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