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Natives Olivenöl

Mani Bläuel bricht eine Lanze für Olivenöl zweiter Klasse

Das neue Olivenöl des österreichisch-griechischen Unternehmens Mani Bläuel ist kein Spitzenprodukt – und dennoch etwas Besonderes. Auch weil so die Verschwendung eines hochwertigen Lebensmittels verhindert wird.

20.05.2021 vonGudrun Ambros

Digitale Präsentation und Verkostung des neuen Mani Bläuel-Öls.

Das neue Olivenöl des österreichisch-griechischen Unternehmens Mani Bläuel ist kein Spitzenprodukt – und dennoch etwas Besonderes. Auch weil so die Verschwendung eines hochwertigen Lebensmittels verhindert wird.

Als Küchenheld präsentiert der Olivenöl-Produzent Mani Bläuel sein neues Produkt – doch es ist ein Held mit Schönheitsfehlern. „Wir wollen nicht so tun, als wären alle Olivenöle perfekt“, sagt Felix Bläuel. Ihn fuchst es, dass jährlich rund zehn Prozent des produzierten Olivenöls, das nicht gut genug ist, um als Spitzenprodukt vermarktet zu werden, übrigbleiben, und dann in der Seifenproduktion landen.

„Es ist ein hochwertiges Lebensmittel“, findet der Junior-Geschäftsführer. „Vergleichbar mit Äpfeln die einen Hagelschaden abbekommen haben. Die sind nicht so dekorativ, schmecken aber auch.“ Zu viele Piekser der Olivenfliege, zu hohe Temperaturen im Oktober oder November – und schon kommt es vor, dass Oliven nicht die gewünschte Spitzenqualität erreichen. Laien merken den geschmacklichen Unterschied kaum. Sie orientieren sich an der Auszeichnung „nativ extra“ und lassen natives, also besonders schonend verarbeitetes Olivenöl zweiter Güteklasse, links liegen.

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„Wir trauen uns, natives Olivenöl zu vertreiben“, sagt Felix Bläuel. Das sei nur gerecht für die Bauern, die die Olivenbäume pflegen, ihre Früchte geerntet und zur Mühle gebracht haben. Ein Solidaritäts-Produkt also. Außerdem verhindere man so die Verschwendung eines hochwertigen Lebensmittels. Julia Löschenbrand-Bläuel empfiehlt das native Öl für die warme Küche: „zum Backen, Frittieren und Kochen.“

Natives Öl ist kein Preiseinstiegs-Produkt

Die Schwester des Junior-Chefs ist seit Januar Geschäftsführerin der Mani Bläuel GmbH, die die Olivenöl-Produkte in Österreich vermarktet. Sie vermutet, viele Mitteleuropäer verwendeten Olivenöl nur roh und es sei ihnen gar nicht bewusst, dass man damit auch kochen könne. „Dabei ist Olivenöl das Fett, das sich am besten erhitzen lässt, ohne sich zu verändern.“

Manche ihrer Rezeptvorschläge mögen für mitteleuropäisch sozialisierte Gaumen eine Herausforderung sein: Loukoumades – das sind frittierte Hefebällchen – gefüllt mit Schokocreme oder gebackene Apfelringe mit Olivenöleis. Aber vermutlich ist die Herausforderung nicht zu groß für Feinschmecker, die schließlich auch gelernt haben, Schokolade mit Fleur de Sel oder mit Chili zu genießen.

Das native Olivenöl ist lichtgeschützt in einer 1,5-Liter-Dose verpackt. So behält es seine Qualität unter guten Bedingungen ein Jahr lang. Der Liter-Preis liege ungefähr 20 Prozent unter dem der Olivenöl-Topprodukte, sagt Felix Bläuel. Als Preiseinstiegs-Produkt sei das native Öl jedoch nicht gedacht. „Wir wollen unseren Bauern einen guten Preis anbieten.“

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