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Bio im Test

Ökotest: Kaum Mineralöl in veganen Bio-Brotaufstrichen

Anders als 2017 konnte Ökotest in den Tomate-Paprika-Aufstrichen quasi kein Mineralöl mehr nachweisen. Auch sonst enthielten sie, bis auf einen, keine bedenklichen Inhaltsstoffe.

27.08.2020 vonKatrin Muhl

Brotaufstriche mit Tomate sind am beliebtesten.

Anders als 2017 konnte Ökotest in den Tomate-Paprika-Aufstrichen quasi kein Mineralöl mehr nachweisen. Auch sonst enthielten sie, bis auf einen, keine bedenklichen Inhaltsstoffe.

Vegetarische Brotaufstriche gehören zu den wichtigsten Artikeln im Naturkostfachhandel, und selbst im konventionellen LEH finden sie wachsend Abnehmer – in der Regel auch dort in Bio-Qualität. Die Auswahl ist groß, doch insbesondere tomatenhaltige Produkte sind zahlreich vertreten und bei den Kunden beliebt.

Ökotest hat 22 vegane Bio-Brotaufstriche in der Geschmacksrichtung Tomate-Paprika ins Labor geschickt. Mit der Gesamtnote „sehr gut“ schnitten die Aufstriche von Allos (Testsieger), Alnatura, Dennree, Tartex, Veganz und Rettergut ab, außerdem zwei konventionelle. „Gut“ bewertet wurden die Aufstriche von Sanchon, Alnavit, Zwergenwiese, und acht Aufstriche konventioneller Bio-Marken. Die Note „befriedigend“ gab es für die Aufstriche von Basic, der Bio Zentrale und zwei LEH-Eigenmarken.

Kaum bedenkliche Inhaltsstoffe

Die Tester untersuchten die pikanten Brotaufstriche unter anderem auf Belastungen mit Mineralöl, Pestiziden, Schwermetallen und Rückständen aus der Trinkwasserdesinfektion (zum Beispiel Chlorat). Ebenfalls in die Bewertung gingen Sensorik, Gemüseanteil, Fett- und Salzgehalt ein.

Bedenkliche Inhaltsstoffe waren quasi kein Thema. Nur der Bio Zentrale Aufstrich Rucola Tomate enthielt den Experten zu viel Nickel. „Bereits mit einer 30-Gramm-Portion dieses Aufstrichs nimmt ein Erwachsener mehr als die Hälfte der Menge auf, die die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als Obergrenze für einen Tag empfiehlt“, kritisiert Ökotest im Testbericht.

Mineralöl wurde, im Gegensatz zum Test aus 2017, bei dem jedes dritte Produkt stark belastet war, nur vereinzelt und in geringen Spuren nachgewiesen, was nicht zur Abwertung führte. Das Labor fand außerdem keine Rückstände von Pestiziden. Chlorat wurde nur in unbedenklichen Mengen nachgewiesen.

Wie viel Gemüse, Salz und Fett?

Weil alle Aufstriche im Allgemeinen unauffällig waren und „sehr gut“ schmeckten, entschied sich die Bewertung über den je unterschiedlichen Gehalt an Gemüse, Salz und Fett.

Den Gemüseanteil, zu dem auch Tomatenmark und Hülsenfrüchte gerechnet wurden, fragten die Testern bei den Herstellern ab. Den höchsten Gemüseanteil hatte mit 85 Prozent der Sanchon Bio-Brotaufstrich Antipasti Olive. Punktabzug gab es, wenn der angegebene Gemüseanteil unter 50 Prozent lag – etwa bei den Produkten von Zwergenwiese und der Bio Zentrale. Beim Produkt von Basic fehlt die Angabe.

Zu viel Fett, nämlich über 30 Gramm pro 100 Gramm, hatte zum Beispiel der Brotaufstrich von Alnavit. Positiv fiel Zwergenwiese auf, da der Aufstrich des Bio-Herstellers als einziger im Test Rapsöl enthielt, was die Experten als besonders hochwertig einstuften.

Beim Salz zog Ökotest die Grenze bei 1,5 Gramm pro 100 Gramm. Basic und Sanchon erhielten deshalb Punktabzug für ihre Brotaufstriche.

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