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Bio im Test

Haferdrink ist nicht nur gut fürs Klima

Ökotest hat verschiedene Haferdrinks unter die Lupe genommen. Darin fanden die Tester kaum Schadstoffe und hatten auch sonst wenig auszusetzen.

03.11.2021 vonLeo Frühschütz

In den getesteten Bio-Haferdrinks hat Ökotest kaum Schadstoffe gefunden. Darüber hinaus verwenden viele Bio-Hersteller regional angebauten Hafer.

Ökotest hat verschiedene Haferdrinks unter die Lupe genommen. Darin fanden die Tester kaum Schadstoffe und hatten auch sonst wenig auszusetzen.

Ökotest hat 32 Haferdrinks getestet. Bei gerade einmal vier davon stammte der Hafer aus konventionellem Anbau. Wegen zugesetzter Vitamine und Phosphate war keines der vier Produkte „sehr gut“, Oatly und Alpro bekamen sogar nur ein „befriedigend“.

Bei den Bio-Produkten gab es einen kleinen Ausreißer, ein LEH-Haferdrink mit leicht bitterem Geschmack und Deklarationsmängeln bewertete Ökotest als „gut“. Ansonsten waren alle Bios „sehr gut“, darunter Haferdrinks von Allos, Alnatura, Dennree, Fazer (Aito), Hofgut Storzeln, Natumi, Oatly, Rewe, Velike und Voelkel.

Aus für Algen im Haferdrink?

Sieben weitere Bio-Produkte hatte Ökotest zwar analysiert, doch sie bekamen trotz tadellosen Ergebnissen bei Inhaltsstoffen und Geschmack keine Gesamtnote. Zur Begründung schreibt Ökotest: „Allerdings war zu Redaktionsschluss noch unklar, ob die Drinks bei Erscheinen dieser Ausgabe überhaupt noch im Handel sein dürfen.“ Noch dürfen sie, aber womöglich nicht mehr lange. Denn sie sind mit calciumhaltigen Algen angereichert und der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat bereits erklärt, dass er das nach EU-Öko-Verordnung für nicht zulässig hält. Nun muss abschließend noch das Bundesverwaltungsgericht entscheiden – vermutlich mit dem gleichen Tenor, denn es hatte den EuGH eigens angefragt.

Preisspanne und Regionalität

Am billigsten kauften die Ökotester bei DM und Müller ein. Die Drogeriemarktketten verlangten 95 Cent für den Liter Haferdrink. Bei Discountern und Vollsortimentern kosteten die Eigenmarken-Produkte 99 Cent. Mit 1,19 Euro waren Alnatura und Dennree nur wenig teurer.

Satte Aufschläge von 50 Cent gab es bei den beiden Drogeriemärkten für kleine Extras: Die Glutenfrei-Auslobung bei DM oder den Schuss mehr Öl für Haferdrink Barista bei Müller. Die Marken-Drinks lagen zwischen 1,79 und 2,29 (mit Glutenfrei- oder Barista-Aufschlägen von zehn bis 20 Cent). Noch etwas teurer war Voelkel mit seinem glutenfreien Haferdrink in der Mehrwegflasche mit 2,65 Euro. Die wenigen konventionellen Haferdrinks kosteten ebenfalls zwischen 1,99 und 2,19 Euro.

Nur deutschen Hafer verarbeiteten neun Anbieter, die anderen bedienten sich ganz oder teilweise aus anderen Ländern wie Litauen, Tschechien, Schweden und Finnland oder gaben EU an. Ausschließlich regionaler Hafer kommt in die Drinks von Hofgut Storzeln und Velike.

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