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Bio im Test

„Mangelhaft“ für einen Bio-Saft

Die Stiftung Warentest hat Apfelsäfte untersucht. Sechs Direkt-Säfte schnitten „gut“ ab, darunter nur zwei Bio-Säfte.

Für den Test hatte die Stiftung 26 Apfelsäfte gekauft, darunter zehn Säfte aus Konzentrat und 16 Direktsäfte, die gleich nach der Pressung in Flaschen gefüllt wurden. Von den Direktsäften waren acht Bio-Produkte.

Von diesen schnitten der Streuobstwiesen-Saft von Van Nahmen aus dem LEH und der Demeter Apfelsaft von Voelkel mit „gut (2,3)“ und „gut (2,4)“ ab. Der Streuobstwiesen-Saft erzielte dabei mit 1,0 die beste Sensoriknote aller Direktsäfte. Den im Labor ermittelten Aromagehalt dieses Saftes bewertete die Stiftung nur mit 3,4 und damit vergleichsweise niedrig. „Vom Geschmack eines Apfelsafts lässt sich nicht automatisch auf seinen Aromagehalt schließen“, hieß es zur Erklärung. „Den Aromagehalt beeinflussen können unreife Früchte oder lange Lagerzeiten − und die eingesetzten Apfelsorten.“

Bei Alnatura stimmte das Aroma nicht

Die Bio-Säfte von Aldi Nord, Edeka, Lidl und Rabenhorst schnitten „befriedigend“ ab, DM nur mit „ausreichend“. Grund für die Abwertungen war zumeist ein niedriger Aromagehalt, der sich nur teilweise in der Sensorik widerspiegelte.

Den Apfelsaft von Alnatura bewerteten die Tester mit „mangelhaft (4,9)“. In der Sensorik bemängelten sie „eine leichte Trockenfruchtnote“ und einen „leicht mostigen Geschmack“. Die chemische Analyse zeigte „erhöhte Gehalte an Ethanol, Acetoin und flüchtigen Säuren auf – Hinweise für eine mikrobielle Belastung, die auf minderwertige Äpfel oder schlechte Verarbeitung hindeuten“. Alnatura schreibt in einer Stellungnahme auf alnatura.de: „Während der Abfüllung wird der Apfelsaft regelmäßig sensorisch kontrolliert. Das Rückstellmuster wurde aktuell noch einmal von Fachleuten verkostet. Es wurden keine Abweichungen oder sensorischen Fehler festgestellt."

Die konventionellen Säfte aus Konzentrat waren nicht besser als „befriedigend“, weil sie den Testern nicht so gut schmeckten. „Wenig intensiv“ und „leichte Kochnote“ waren häufige Kritikpunkte in der Sensorik.

Kaum Apfelsaft in Mehrweg-Flaschen

Nur zwei Anbieter füllen ihren Apfelsaft in Glas-Mehrwegflaschen ab: Voelkel unter den Bios und bei den konventionellen die Firma Becker. Die meisten Bio-Apfelsäfte kommen in Getränkekartons auf den Markt, zwei Produkte in Glas-Einwegflaschen. Bei den konventionellen Konzentratsäften kommt auch PET-Einweg zum Einsatz. In der Bewertung durch die Stiftung machte das keinen Unterschied.

In der Testtabelle fanden sich keine Angaben zur Herkunft der versafteten Äpfel. Die Stiftung schrieb dazu, sie habe bei den Anbietern nachgefragt: „Die Äpfel stammen teils aus Deutschland, oft gemischt mit Früchten aus anderen EU-Staaten wie Polen oder Italien. Laut Verpackung verwenden Aldi Nord, DM und Voelkel nur heimische Äpfel für ihre Bio-Direktsäfte.

Beim Preiseinstieg lagen konventionelle und biologische Direktsäfte mit 0,99 und 1,39 Euro je Liter nicht so weit auseinander. DM und Alnatura konnten mit 1,45 und 1,49 Euro für einen Demeter-Saft gut mit den Discountern mithalten. Voelkel und die Streuobst-Säfte von Rabenhorst und van Nahmen lagen mit 2,70, 3,85 und 3,95 Euro auf einem ganz anderen Niveau.

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