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Neuprodukte

Gesund, nachhaltig und bunt: So präsentieren sich die Neuheiten für Biofach und Vivaness

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie wird wieder mehr selbst zubereitet, das spiegeln auch die aktuellen Neuprodukte und Food-Start-ups wider. Dabei stehen die Zeichen auf regional, gesund, planetenfreundlich verpackt.

17.02.2021 vonSylvia Meise

In diesem Jahr wird es keinen Neuheitenstand auf der Biofach geben (Archivbild).

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie wird wieder mehr selbst zubereitet, das spiegeln auch die aktuellen Neuprodukte und Food-Start-ups wider. Dabei stehen die Zeichen auf regional, gesund, planetenfreundlich verpackt.

Pünktlich zu Beginn des Biofach / Vivaness eSpecials 2021 stehen viele Hersteller und Start-ups mit ihren Neuheiten in den Startlöchern. Besonders im Fokus stehen diesmal Produkte, die sich im Krisenjahr zu Rennern entwickelt haben oder auf Sub-Trends hinweisen. Denn so manches Experiment im ersten Corona-Lockdown war nicht ganz freiwillig: Kein Weizenmehl mehr da? Keine Butter? Hefe? Dann halt was anderes: Buchweizen- oder Kichererbsenmehl, Öl oder Kokosmilch (der Renner bei Morgenland). Noch immer arbeiten viele Hersteller angesichts des Kunden-Ansturms am Limit.

Frühstück mit Kick

Homeoffice und Homeschooling machen‘s möglich – auf einmal ist Zeit für ein selbstgemachtes Frühstück in der Müslischale. Für die kernige Grundlage gibt es einen ganzen Strauß von Neuheiten: Barnhouse (1) etwa lässt es knuspern mit „Oat to the Max“, einem Hafer-Chrunchy mit Haferflocken, -flakes, -Puffs und -Kleie sowie zwei neuen Basis-Sorten Dinkel Flakes und – bisher einzigartigen – Hafer Flakes. HaferRosi, (2) eine Marke von Rosengarten, setzt im „Hafer-Nussmus-Crunchy“ auf Nussmus statt Öl und mischt Haselnuss, Mandel und Kokos mit Hafer aus heimischem Anbau.

Auch Bauck (3) geht mit knackigem Hafer an den Start und stellt „Hafer Crunchy Basic“ und „Hafer Crunchy Schoko“ vor, die mit Reis-Crispies und Rübenzucker versetzt sind. Ab Mai liefert Bauck zudem seine ersten Demeter-Haferflocken aus der neuen Hafermühle. Das Basisprodukt gibt es dann im 1-Kilogramm-Beutel.

Verpackung sparen

Damit reagiert das Unternehmen auf Kundenwünsche nach verpackungssparenden, größeren Gebinden. Verpackung sparen, neue Folien ausprobieren – hier tüfteln sie alle. Allos etwa stellt seine Folien für Cerealien auf Kunststoff um, der zu 48 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Bauck hat eine komplett neue Verpackungstechnik angeschafft, nutzt jetzt Papierfolie, und verschweißt alle Beutel, damit etwa der glutenfreie Hafer auch glutenfrei bleibt.

Wer die Basics liebt, ergänzt mit einem Smoothie (etwa von Voelkel), die gerade wieder sehr im Kommen sind – sowie ein paar Löffeln Skyr (neu im 500 Gramm Mehrwegglas von Schrozberger). Timur Lauer von Schrozberger erzählt, dass das Unternehmen aufgrund der steigenden Nachfrage nach naturbelassenen Produkten die Fruchtjoghurt-Reihe nicht mehr ausbaut. Dafür gibt es neu einen stichfesten Joghurt im Sortiment, so säuerlich wie die Joghurts aus Süd- oder Osteuropa ursprünglich mal waren, ohne Zusatz von Milchpulver.

Wer pflanzliche Alternativen sucht, hat mittlerweile Auswahl, darunter etwa der neue Haselnussquark von Sojade. (4) Darüber Nüsse, Kerne oder Nuss-Trockenfruchtmischungen (sind gerade der Renner etwa von Rapunzel oder Morgenland). Morgenmuffel werden mit den neuen Müslis von Bohlsener (5) wach: „5-Korn Aktiv Müsli“ mit Vollkornflocken der Getreidesorten: Hafer, Dinkel, Gerste, Roggen und Einkorn, gemischt mit ballaststoffreichen Leinsamen und Sonnenblumenkernen gibt es in den Geschmacksrichtungen „Sieben Beeren“, „Feine Früchte“ und „Schoko-Kakaonibs“.

Auch Minderleinsmühle/Rosengarten (6) bietet mit der „Familienmüsli Basisgrundmischung“ eine ausgewogene Grundlage aus Vollkornflocken, Trockenfrüchten, Dinkelflakes, Sonnenblumenkernen, Buchweizen und Reismehl „ohne Weizen und Sultaninen“.

Ohne Zuckerzusatz

Apropos „Ohne“ – Frei von Gluten, Laktose oder anderen Zutaten ist mittlerweile ein Qualitätskriterium. Noch recht neu ist in diesem Rahmen die Reduzierung von oder gar Verzicht auf Zucker. Zum selbst Süßen wird stattdessen Fruchtsüße angeboten, etwa aus Apfel und Birne (wie vom Start-up Fooditive), Agaven- oder Dattelsüße (Morgenland). Dieser Supertrend führt zu veränderten Rezepturen nicht nur bei Cerealien, sondern auch bei Milchprodukten und deren Alternativen, Gebäck und Süßigkeiten insgesamt.

Andreas Bentlage von Barnhouse sieht einen grundsätzlichen Wandel im Geschmack: „Bei unserem Krunchy Joy etwa haben wir 30 Prozent weniger Zucker, das kommt gut an.“ Auch Allos (7) liefert mit „ohne“: „Entdecker Müsli“ für Kinder „ohne Zuckerzusatz, mit Frucht und Schokolade“, „Ungesüßtes Schoko-Müsli“ sowie „Ungesüßter Ayurveda-Brei“ mit Aprikose, Kokos und Chiasamen. Dieser Brei ist zudem gewürzt mit Kurkuma, Ingwer und Zimt.

Gewürzspezialist Lebensbaum (8) hatte dieselbe Idee – und bietet jetzt neu das rote „Porridge-Gewürz Beere“ an, mit Himbeere, Hagebutte, Erdbeere und Hibiskus, das man natürlich auch in Milch oder Pflanzendrinks einrühren kann.

Gesunde Drinks

Wie bei Müslis und Brot-Backmischungen (Bauck „WunderbrØd“ in drei Sorten) ist das heimische Superfood-Getreide Hafer auch unter den Pflanzendrinks King. Der „Haferdrink“ in der Pfandflasche von Voelkel, der vor einem Jahr gelauncht wurde, und von dem es mittlerweile drei weitere Varianten gibt – „Hafer + Calcium“, „Hafer Mandel“ und „Hafer Barista“ –, hat ein rasantes Wachstum hingelegt.

Lecker auch als „Chai Latte“ etwa mit den beiden Chai-Mischungen des Start-ups Chai Seven (9). Der Name bezieht sich auf die für jede Sorte frisch verwendeten sieben Zutaten Tee, Ingwer, Zimt, grüner Kardamom, schwarzer Pfeffer und Nelken. Zur Wahl stehen „Masala Chai Blend“ mit schwarzem Tee und „Honeybush Blend“ mit Honigbusch. Im Frühjahr wird es noch eine dritte Sorte geben.

Aber auch Tees in Beuteln sind gefragt. Die Vielfalt der Mischungen und Buntheit ihrer Kartons ist mittlerweile schier unüberblickbar. Nur ein Beispiel dafür ist „Der Herzensmensch“-Tee von Sonnentor (10 ) mit Apfelminze, Grünem Hafer und Rosenblüten. Immer mehr Verbraucher wollen aber auch Tees selbst zusammen stellen. Herbaria etwa hat gesteigerten Absatz bei allen losen Tees. Vor allem Brennnessel ist ein Renner.

Wie bei den Müslis zeigt sich auch hier der Gesundheitstrend. So laufen alle Artikel gut, die Vitamin C, Multivitamin-Zusammenstellungen oder ähnliches ausloben können. Voelkel (11 ) etwa empfiehlt seine Neuauflage der „Sonnenmöhre“, nicht mehr so leuchtend orange, dafür inhaltlich reicher, weil „feldfrisch“ gepresst.

Heimisches Superfood

Zeit fürs Brot? Herzhafte Brotaufstriche sind nach wie vor stark gefragt: „Powerlinse-Walnuss“, „Spinat-Hanf“ oder „Tomate-Hanf“ Aufstri che vom Start-up Nabio (12) setzen neue Akzente auf dem Brot und im Regal. Allos (13) erweitert seine Linsen-Serie mit „Linsen-Aufstrich Grüne Linse Tomate Tamari“, „Gelbe Linse Avocado“ und „Gelbe Linse Grillgemüse“, und Rapunzel hat brandneu „Hanf Kräuter“ abgefüllt.

Hanf gilt wie Hafer als heimisches Superfood und nimmt an Trendfahrt auf. Rapunzel (14 ) bietet sogar ein Hanf-Müsli an, mit 16 Prozent geschälten Hanfsamen aus Österreich. Weitere Hanf-Produkte: „Dinkelkekse Hanf-Guarana mit Mandeln“ von Sommer (15) in neuer Verpackung mit weniger Plastik; der Riegel „Hafer Bar“ und „Hafer BIS“ (16) – Glutenfreie Haferkekse mit Butter – von Pural (17).

Neues für Naschkatzen

Für Nervennahrung greifen Verbraucher gerne zu Keksen und Schoki. Für Veganer oder Raw-Genießer bietet Lovechoc (18) neu die „Golden White“- Reihe als Tafel und ganz neu auch als Riegel an, mit Haselnuss und der Vitamin C-Spenderin Acerola. Geschäftsführerin Fran Rosario bricht eine Lanze für die Kraft im Kakao: „Unsere Botschaft ist: Roh-Kakao ist eine Superquelle für Vitamine, Mineralien, Antioxidantien und hebt die Stimmung.“ Außerdem sieht sie den Trend zu Süß-Salzigem ungebrochen, deshalb ist die „gesalzene Pekan“ neu im Portfolio. Als Zugriffsmotivator wurde der Preis gesenkt. Noch ein Pluspunkt: Die Folien sind plastikfrei und dürfen dennoch in den gelben Sack.

Energie gibt auch die Fruchtschnitte „Leckerli“ von Rapunzel. (19) Die Neuauflage einer Rezeptur von 1976 wird – Minimalismus ist Trumpf – nur aus Feigen, Datteln und Mandeln hergestellt. Weitere Zwischendurch-Neuheiten von Rapunzel (20): Popcorn mit Vollmilch-, weißer Schokolade und Zartbitterschokolade und „Organic Mints“ in der Nachfüllpackung sowie die neue Sorte „Organic Mints Salbei“ (21).

Jetzt ein Eis… Zum Beispiel von Schrozberger. Die Molkerei vertreibt ihr Eis jetzt selbst und stellt diverse Sorten mit Salzkaramell vor. Veganer Anbieter ist das Start-up Nomoo (22), das im Frühjahr ein neues Becherdesign und zwei neue Sorten launcht: Vanille und Banane-Schokolade. Zudem soll es übers Jahr verteilt „limited Editions“ geben – zum Valentinstag etwa Himbeere/weiße Schokolade.

Convenience im Trend

Wer plötzlich zweimal am Tag die Kinder bekochen musste und neben Schulaufgaben die eigene Arbeit am PC voranzubringen hatte, war dankbar über jede Form der Convenience, die Tiefkühltheke (superhaltbar) oder Frischeregal (Abwechslung!) zu bieten hatten.

Bei Taifun liefen Tofu-Basisprodukte „Natur“ und „Räuchertofu“ besonders gut. Um die starke Nachfrage bedienen zu können, hat das Unternehmen Puszta Wiener, Kräuter Knacker und Sombreros aus dem Programm genommen. „Wir können gar nicht so schnell wachsen, wie die Nachfrage steigt“, erklärt Pressesprecherin Lina Cuypers. Rostbräterle und Black Forest Tofu pausieren aus demselben Grund, kommen aber wieder.

Solche Schmausereien warten natürlich auf Gemüsebeilage oder feine Sauce – passend dazu bietet La Selva (23) eine neue Produktreihe aus sonnengelben Tomaten an. Auch beim Bratling und Burger-Spezialisten Soto (24) ist der Umsatz „über alle Artikel hinweg“ prächtig, derzeit tüftelt das Unternehmen an der Erweiterung des Sortiments.

Als erstes ist jetzt neu „High-Protein“-Burger an den Start gegangen mit Quinoa, Erbse, Ackerbohne als Eiweiß-Energie-Lieferanten. Renner waren „Minifalafel“ und „Mini-Quinoa-Taler“ (25) sowie Fritten, gemischt aus Kartoffeln und verschiedenen Gemüsen. Auf seinem Instagram-Account gibt der Hersteller Tipps für die Vielfalt in der Brotbox sowie Rezeptideen an die Hand. Außerdem punktet Soto mit einer neuen Verpackungslösung für Tiefkühlbeeren in Form einer Faltschachtel mit dünner Folienbeschichtung von innen.

TK-Fisch- und Käseprodukte

Neu im Tiefkühl-Sortiment ist die Marke „Wildzeit“ von Ökofrost (26) mit „Seelachs-Filets“ pur, als „Fischstäbchen in Dinkelpanade“ und „Knusperli“ in Dinkel-Ausbackteig, auch Thunfischpizza gibt es jetzt von diesem Hersteller. Frisch im Kühlregal: ÖMA (27) „Kässpätzle“ und „Jubi-Käse Grüne 7“, zum 50-Jährigen von Bioland (28) mit sieben Kräutern, Blüten und Gewürzen aus heimischer Herkunft. Außerdem noch drei Käse des niederländischen Partnerbetriebes: „Gouda Stoer & Krachtig Extra Alt, 400 Tage gereift“, „Gouda Vol & Smeuig, 60 Tage Reifezeit“ und den Blauschimmelkäse „Vlielander Bunker Blauw“.

Als „absolute Renner unter dem Motto ‚Küche leicht gemacht‘“ bezeichnet Marketingleiterin Margit Gomm die Back-Käsesorten: „Back-Camembert“, „Back-Feta“ und „Back-Bergkäse“. Zum Thema Verpackung betont sie: „Für Käsescheiben in der Frischebox haben wir eine neue Lösung aus 72 Prozent Papier gefunden.“ Damit lasse sich gegenüber der bisherigen Verpackung 67 Prozent Kunststoff einsparen. Die Verpackung kann getrennt und vollständig recycelt werden.

Wie wichtig der Auftritt im Tiefkühlbereich ist, zeigt der Einstieg von Ökoland (29) mit Glattschnitt-Pommes Frites und Rösti. Wer kocht, kann auch die neuen Mischungen von Foodie and Friends (30) gut gebrauchen: „Aglio e Olio“ und „Rosmarin-Kartoffel“.

Selber backen ist angesagt

Zum Abendessen ein selbstgebackenes Brot? Der Umsatz von Mehl ist nach Fabian Ganz von Biovista zwar nicht mehr „so irrational“ wie zu Beginn der Pandemie, zeigt aber doch, dass viel selbst gebacken wird. Wer noch Anleitung fürs Gelingen braucht oder schlicht nicht das Händchen fürs selber Zusammenstellen hat, greift zu Backmischungen, etwa den bereits erwähnten von Bauck, gluten-, hefe-, mehl- und zuckerfrei.

Wer sich was traut, kauft Weizen-, Roggen- Dinkelmehl (etwa von Spielberger), Kichererbsenmehl (Egesun/Morgenland), oder was sonst im Rezept steht und Laune macht. Als Händler sollte man jedenfalls Teigansatz-Produkte wie Sauerteig, Backpulver, Hefe, aber auch ein Backferment wie Backnatur (31) immer vorrätig haben.

Als Anregung kann man Würzmischungen oder die neuen Allos (32) „Saatenliebe Leinsaat Tomate Kidneybohne“, „Saatenliebe Sonnenblumenkerne Paprika Peperoni“ auch beim Mehl platzieren. Dazu noch eine Rezeptidee á la „Brot der Woche“ auf Website, Instagram oder Facebook wäre das I-Tüpfelchen.

Für Feierabend und Zwischendurch

Arbeit fertig, gekocht, gegessen, Brot angesetzt: Feierabend! Was trinken? Neu von der Lammsbräu-Marke Now (33 ): La Dolce Ingwer aus Orangensaft mit Bergamotte und Ingwer plus Basilikum. Lammsbräu bietet außerdem neu ein Naturradler mit Alkohol an.

Dazu gerne ein paar Kichererbsensnacks vom Start-up Hülsenreich (34 ): Die Kichererbsen werden mit einem innovativen Heißluftverfahren ohne Fett geröstet. Frei von Gluten, Tier- und Zusatzstoffen liefern sie knapp 20 Gramm Protein und 30 Gramm Ballaststoffe pro Tüte in drei Sorten: „Curry, fruchtig-mild“, „Cajun, würzig-scharf“ und „Dunkle Schokolade“. Oder „Kichererbsen-Chips mit Sour Cream und Onion“ von Allos Hof Manufaktur/De Rit (35 ), lieferbar ab März. Pluspunkt: 30 Prozent weniger gesättigte Fettsäuren als herkömmliche Kartoffelchips.

Lecker müde macht danach der ayurvedische Schlummertrunk von Herbaria (36 ): „Moon Milk“ in den drei Sorten – „Good mood“, „Love“, „Sweet Dreams“. Alle drei haben Haferflocken, Erdmandel und Ashwagandha als Basis. Dazu kommen Pürees von Kürbis, Himbeere oder Mandarine und Gewürze wie Zimt, Kurkuma, Fenchel, Macis oder Ingwer. Stichworte sind hier beruhigend, gesund, Superfood zum Trinken. Die Moon Milks von Herbaria werden ebenso wie die „Golden Milk“-Gewürzmischung von Foodie & Friends (37) mit Kurkuma, Ingwer, Zimt, Sternanis, Kardamom, Koriander, Muskat, Pfeffer und Nelke in einen heißen Pflanzendrink oder Milch gerührt.

Auch entspannend, aber auf anderer Basis ist die Idee von Bio Planète (38). Die Ölmühle stellt mit „Omega Purple“-Öl, eine neue Leinöl-Mixtur seiner Omega Color Serie vor und empfiehlt die Kombination aus mildem Öl plus Vanille, Mandarine und Lavendel als Zutat für einen Gute-Nacht-Tee oder eine warme Milch.

Neues aus der Kosmetik

Auch neu von Bio Planète ist eine milde Ölziehkur für Anfänger. Zum Start am Morgen in der Spa-Oase Badezimmer: „Fresh Ölzieh-Mixtur“. Eine Öl-Zusammenstellung aus Sonnenblume, Sesam, Mandarine, Minze, Ingwer und Kurkuma. Zwar ist durch Maskenpflicht und Homeoffice die dekorative Kosmetik ziemlich eingebrochen, nicht jedoch das Bedürfnis, sich und dem Planeten etwas Gutes zu tun.

Die Naturkosmetik-Hersteller haben dafür einiges im Köcher: Annemarie Börlind (39) stellt ihre „Rosentau“ Kosmetik-Serie mit Alpenrosenblätter-Extrakt vor: Reinigungsmilch, Harmonisierende Tagescreme, Pflegende Nachtcreme und Vitalisierende Augencreme. Unter der Tochtermarke Dadosens (40) präsentiert Annemarie Börlind „Repairpflege“ und Anti-Ageing-Produkte.

Besonders interessant dürften gerade pflegende Handcremes und Waschlotionen sein: Der „Handrepair Waschbalsam 2 in 1“, reinigt nach Auslobung „mild und hygienisch ohne die Haut auszutrocknen“ mit Mandelöl, und die vegane „Handrepair Intensiv-Handcreme“. Neu von Farfalla ist das Duschgel „Waldzauber“. Jetzt doch mal wieder ein bisschen Schminken? Annemarie Börlind (41) setzt auf natürliche Akzente und zurückhaltende Grün- sowie Nude-Töne. Passend für jeden Teint.

Hygiene ist Trumpf

Marktführer Sodasan oder Sonett, aber auch die anderen Hersteller von Hygieneprodukten haben vergangenes Jahr alles gegeben. Neu bei Sonett (42) ist eine Handdesinfektion in 100 Milliliter Handtaschengröße. Auch Primavera, Benecos, Sensisana von Martina Gebhardt, Speick und Farfalla bieten Handdesinfektionssprays an. Dazu Fabian Ganz: „Diese Kategorie war faktisch vorher nicht vorhanden, es gab vielleicht acht Artikel, jetzt gibt es 30.“

Ein echter Hit ist das Maskenspray Abwehrkraft, Zitrone von Farfalla (43) zum antiviralen Beduften der Maske. Weil Wellness heute auch Wellness für den Planeten sein soll, sind Produkte wie die festen Shampoos von Speick (44) sehr interessant. Speick hat zwei neue herausgebracht: Natural Aktiv-Serie „Glanz & Volumen“ und „Mit natürlichem Koffein“.

Händler sollten unbedingt die Unterschiede von Haarseife und festem Shampoo kennen und vermitteln. Man kann die Info ja aufhängen. Die Vorteile auf einen Blick: Leicht und ergiebig, ohne Plastikverpackung, leichte Bioabbaubarkeit, recycelbare Papier-Banderole. Sodasan (45) legt neu die Serie „One Ocean“ auf. Beim Kauf von Flüssigseife, Stückseife oder Raumduft spendet der Hersteller zur Förderung der Aktion Ozeankind. Gut für die Umwelt, verpackungsarm oder -frei – das sind heute starke, wenn nicht stärkste Wettbewerbsargumente.

Fabian Ganz: „Gelegenheits-Shopping war gestern“

Im Gespräch mit Fabian Ganz von Biovista über das neue Konsumverhalten der Kunden und Trends im Sortiment.

Die Pandemie hat Bioherstellern und -händlern starke Umsatzzuwächse gebracht – was sagen die Zahlen über Motivation und Art des Konsums?

Gelegenheits-Shopping war gestern, Einkäufe werden gebündelt. Die Umsätze zeigen außerdem, dass mehr selbst gekocht und gebacken wurde.

Was war besonders gefragt?

Basis-Lebensmittel wie Mehl, Nudeln, Reis oder Hülsenfrüchte sind stark im Kommen. Konserven sind der Renner. Auch die Frisch-Convenience hat überdurchschnittlich zugelegt. Rollen, Burger, Bratlinge und Snacks weisen über 20 Prozent Umsatzwachstum auf. Grundsätzlich sehen wir mehr Differenzierung in den Produktkategorien. Beim Brot etwa, aber auch beim Mehl. Die Kundschaft ist sehr experimentierfreudig und schaut sich neben dem klassischen Weizenmehl auch andere Sorten an. Ebenfalls ein kleiner Trend, ausgelöst durch das Krisenjahr.

Also, wenn ich schon selber machen, dann bitte mit Pep?

Ja. Andererseits setzt das auf einen Hit vom letzten Jahr auf: Brotbackmischungen. Die Erfahrung damit hat die Kundschaft wohl mutiger gemacht. Die Mischungen sind weiterhin Trend, werden aber vom Mehl an Wachstum überflügelt.

Welche übergeordneten Trends ergeben Ihre Analysen außerdem?

Das Nachdenken über die Ursache der Pandemie scheint die Fridays-for-Future-Botschaft neu zu beleben: Man ernährt sich bewusster, versucht nachhaltiger zu leben, nicht unnötig zu konsumieren. Zurück zum einfachen, guten Konsum.

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