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Bio im Test

Rote Karten für Rouge von Dr. Hauschka und Lavera

Drei gelbe und zwei rote Karten verteilte Ökotest an Naturkosmetik-Rouge. Der Grund sind Verunreinigungen mit Schwermetallen in Konzentrationen, die das Verbrauchermagazin als technisch vermeidbar bewertete. Dr. Hauschka und Lavera reagierten bereits mit Stellungnahmen.

Die Tester von Ökostest haben 20 Rouges eingekauft, davon sieben mit Naturkosmetik-Zertifikat. Benecos und Alterra (Rossmann) bekamen für ihre Produkte ein „gut“, Sante und Alverde (DM) ein „befriedigend“, und Müller mit Terra Naturi ein „ausreichend“. Die roten Karten gingen an Dr. Hauschka mit „mangelhaft“ und Lavera mit „ungenügend“.

Schwermetalle kommen aus der Natur

Talkum und Kaolin als Basis für Naturkosmetik-Rouge kommen ebenso aus unterirdischen Vorkommen wie Eisenoxide für die Farbe und Glimmer (Mica) für den Glanz. Sie können von Natur aus Schwermetalle als Verunreinigung enthalten. Deshalb gibt es vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Richtwerte dafür, welche Konzentration an Schwermetallen als technisch unvermeidbar anzusehen ist. Liegt die Konzentration darüber, lässt sie sich aus Sicht der Behörde minimieren.

Ökotest hat diese Richtwerte als Basis genommen; für Arsen und Antimon liegen sie seit 2017 bei 0,5 mg/kg, für Blei bei 5 mg/kg. Bei Überschreitung gab es jeweils zwei Punkte Abzug. Nickel kommt bei den BVL-Werten nicht vor. Hier hat sich Ökotest an der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) orientiert, die 5 mg/kg als noch vertretbar festlegte. Bei Überschreitung gab es einen Punkt Abzug.

Das Rouge von Dr. Hauschka überschritt die Richtwerte für Blei und Nickel, was zu einem „ausreichend“ bei den Inhaltsstoffen führte und zusammen mit Deklarationsmängeln und einem unnötigen Umkarton zur Note „mangelhaft“. Das Rouge von Lavera überschritt die Richtwerte für Antimon, Blei und Nickel und war deshalb „ungenügend“.

Bedenkliche Inhaltsstoffe bei konventionellen Produkten

Dr. Hauschka merkte in einer Stellungnahme an, man habe firmeninterne wissenschaftliche Untersuchungen zur dermalen Bioverfügbarkeit von Schwermetallen durchgeführt. „Hierbei wurde ermittelt, dass der schweißlösliche und damit bioverfügbare Anteil von Blei bei maximal 1 % liegt." Die enthaltenen Spuren an Schwermetallen würden praktisch nicht in den Körper aufgenommen. „Demnach sind die von Ökotest nachgewiesenen Spuren von Blei und Nickel gesundheitlich völlig unbedenklich".

Lavera schrieb in einer Stellungnahme, man habe eigene Untersuchungen in Auftrag gegeben. Deren Ergebnisse „bestätigen erneut, dass sich die nachgewiesenen Spuren in Bereichen bewegen, die unvermeidbar und gesundheitlich unbedenklich sind". Man gehe davon aus, „dass es sich seitens ÖKO-Test um einen Messfehler handelt".

Bei den konventionellen Produkten kamen außer Nickel kaum technisch vermeidbare Schwermetallkonzentrationen vor, dafür gab es einige Rouges mit bedenklichen Inhaltsstoffen wie Silikone, Propylparaben und UV-Filter. Bei den Preisen lag Benecos mit 3,63 Euro für fünf Gramm gleichauf mit dm und Müller. Nur Rossmann war noch etwas günstiger.

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