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Bio im Test

Ökotest bewertet zwei Bio-Honige mit „ungenügend“

Ökotest hat Honig ins Labor geschickt, fast alle waren Bio. Bei den meisten gab es wenig zu beanstanden.

19 Honiggläser und Quetschflaschen hatten die Tester eingekauft. Nur drei waren konventioneller Herkunft und alle drei fielen sie durch: Zuckersirup, erhöhte Pestizidgehalte und gentechnisch veränderte Pollen standen in der Testtabelle.

Bei den Bio-Honigen sah es besser aus: Acht mal gab es die Note „sehr gut“, unter anderem für den Akazienhonig von Alnatura, Gepa Faires Pfund sowie fünf LEH-Honige und einen aus dem Reformhaus.

Drei weitere Bio-Honige aus dem LEH waren „gut“. „Saccharaseaktivität eher niedrig“ beanstandeten die Tester bei ihnen. Die Saccharase ist ein hitzeempfindliches Enzym im Honig. Ein niedriger Gehalt deutet auch schlechte Lagerung oder länger Erwärmung hin, ebenso ein erhöhter Gehalt an Hydroxymethylfural (HMF). Bei Zwei LEH-Akazienhonigen reichte es nur für ein „befriedigend“, weil sie „nur schwach trachttypisch“ rochen und schmeckten.

Zuckersirup im Bio-Honig?

Beim deutschen Bio-Akazienhonig von Breitsamer kam noch hinzu, dass kaum Akazienpollen im Honig zu finden waren. Fünf Prozent statt der für eine Auslobung notwendigen 20 Prozent. „Ganz schön frech“ kommentierte Ökotest. „Mangelhaft“, lautete das Urteil.

„Ungenügend“ bekamen der Blütenhonig von Dennree und ein Bio-Produkt von Langnese. Im Dennree-Honig hatte das Labor Sirupmarker gefunden, das sind Substanzen, die in Zuckersirup vorkommen, nicht aber in Honig. Und Honig darf nicht mit Zuckersirup gestreckt werden. Doch auch schlampige Arbeit bei der Fütterung der Bienen mit Zuckersirup könnte eine Erklärung sein. „Komplett ausschließen können wir weder Schlamperei noch Fälschung“, schrieb Ökotest. In der Testtabelle heißt es dazu „Laut Anbietergutachten für die Rohware konnte eine Markersubstanz identifiziert werden, die bei Honigen aus Mexiko und Kubahäufig positiv und vermutlich natürlichen Ursprungs sei“. Doch diese Substanz sei es nicht gewesen, die das Labor festgestellt habe.

Laut einer Stellungnahme von Dennree hätten die Prüfberichte des Liefarenten zu den getesteten Chargen keine Auffälligkeiten ergeben. Der Großhändler schrieb: „Die von Ökotest übermittelten Untersuchungsergebnisse bestätigen, dass weitere Parameter, die auf eine mögliche Verfälschung hinweisen könnten, wie das Isotopenverhältnis oder das Zuckerprofil, unauffällig waren“.

Im Langnese-Bio-Honig hatten die Tester schlicht Dreck gefunden, der bei einer ordentlichen Produktion nicht in die Quetschflasche hätte kommen dürfen.

Keine großen Preisunterschiede

Die Bio-Honige aus dem LEH kosteten 3,79 Euro bis 4,39 Euro das Pfund. Dennree mit 4,79 sowie die fair gelabelten Honige von Gepa und Bihophar mit 5,49 lagen etwas darüber. Bei Lidl zahlten die Tester knapp sieben Euro für einen deutschen Bio-Honig. Die Akazienhonige lagen zwischen 6,41 (Herkunft China) und 12,68 Euro (Deutschland), DM und Alnatura waren gleichauf mit 8,90 und 8,99 Euro für Akazienhonig aus Südosteuropa. (leo)

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Georg Rieck

Es tritt genau das ein, was zu befürchten war: Qualitätsverlust infolge von Identitätsverlust. Wenns ums Geld geht...
Jeder Testbericht in letzter Zeit zeigt Bioprodukte mit schweren Fehlern und Mängeln ... herzlichen Glückwunsch zur versauten Glaubwürdigkeit!

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