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Bio im Test

Bio-Bitterschokolade geschmacklich hinter Lindt und Aldi

Die Stiftung Warentest hat bittere Schokoladen verkostet. Für drei Bio-Tafeln gab es die Note „gut“. Ob die Schoki fair und ohne Kinderarbeit hergestellt worden ist, wurde dabei nicht berücksichtigt.

20.11.2020 vonLeo Frühschütz

Die Sensorik der von Stiftung Warentest verkosteten Schokoladen machte die Hälfte der Gesamtnote aus.

Die Stiftung Warentest hat bittere Schokoladen verkostet. Für drei Bio-Tafeln gab es die Note „gut“. Ob die Schoki fair und ohne Kinderarbeit hergestellt worden ist, wurde dabei nicht berücksichtigt.

Schoko-Tafeln von 24 Anbietern hat die Stiftung Warentest verkosten lassen und ins Labor geschickt. Darunter waren sechs Bio-Produkte. Die Brasilien Feinbitter von Naturata bekam die Note „gut (2,0)“. Knapp dahinter lagen Grand Noir von Gepa und Vivanis Edel Bitter mit „gut (2,3)“.

Schokolade von Dennree „stumpf im Abgang“

Die Sensorik steuerte die Hälfte zur Gesamtnote bei. Naturata und Vivani bekamen die Teilnote 2,0. Ohne Fehler, aber eben nicht so üppig im Geschmack wie die konventionellen Testsieger: Hachet mit 1,0 für die Sensorik, dahinter Lindt und Moser-Roth von Aldi Süd mit 1,5.

Die Gepa-Schoki bekam für die Sensorik die Note 2,5 und den Tadel: „Leicht fettig-belegend im Mund“. Bei den Bio-Schokis von DM und Dennree kam noch ein „stumpf im Abgang“ hinzu. Die 3,0 in der Sensorik zog die Gesamtnote nach unten, so dass es nur zu „befriedigend (2,8)“ für DM und „befriedigend (2,9)“ für Dennree reichte.

Bei Piura Ultra rare von Original Beans war der Abgang in Ordnung, allerdings der Cadmiumgehalt vergleichsweise hoch: 0,56 Milligramm je Kilogramm bei einem Grenzwert von 0,8 Milligramm je Kilogramm. Keine Gesundheitsgefahr, aber nur eine 3,8 in der Kategorie Schadstoffe, was das Ergebnis auf „befriedigend (3,3)“ runterzog.

Kinderarbeit ging nicht in die Bewertung ein

Die Stiftung erwähnte zwar, dass die Kinderarbeit in den Hauptlieferländern für konventionellen Kakao, Elbenbeinküste und Ghana, in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Sie bemängelte, dass nur ein Drittel der getesteten Schokoladen ein Nachhaltigkeitssiegel trug und ließ sich von acht Anbietern, die Nachhaltigkeitsaussagen auf der Verpackung machten, diese durch Belege nachweisen. In die Bewertung ging das Engagement für faire Herstellungsbedingungen allerdings nicht ein. Sonst wären die Testsieger vermutlich andere.

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