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Mit Pesto das Feinkostprofil schärfen

Pesto ist nicht nur echte Feinkost, sondern bietet auch eine schöne Alternative zu herkömmlichen Brotaufstrichen. Das sollte kommuniziert werden.

14.02.2020 vonAnnette Sabersky

Pesto: Mehr als nur Beigabe zur Pasta

Pesto ist nicht nur echte Feinkost, sondern bietet auch eine schöne Alternative zu herkömmlichen Brotaufstrichen. Das sollte kommuniziert werden.

Pesto gleich Pasta, oder? Ja, aber… Pesto kann viel mehr. Die grünen und roten Saucen sind auch tolle Aufstriche, passen zu Salaten und sind top als Topping auf der Pizza. Damit tun sich hier gleich mehrere Zielgruppen auf: Pasta-Liebhaber, Italienfans sowie Salat- und Suppenfreunde.

Vor allem Kunden, die vegan oder vegetarisch essen und somit stets auf der Suche sind nach neuen fleischfreien Aufstrichen, sieht Rosemarie Kölnsperger aber als eine neue wachsende Zielgruppe – von der auch Pesti profitieren. Die seien „etwas ganz anderes“ als ein herkömmlicher Brotaufstrich, weiß die Ladenberaterin aus Augsburg. Denn sie bestechen durch einen hohen Gehalt an Kräutern und enthalten gutes (Oliven-)Öl. Immer mehr Produkte sind zudem frisch, also unerhitzt, und somit echte Rohkost. Das können Bio-Fachgeschäfte kommunizieren.

Dass Pesti mehr sind als nur Beigabe zur Pasta, scheinen immer mehr Bio-Läden zu erkennen und auch zu kommunizieren. So konnte der Umsatz bei den ungekühlten Pesti im vergangenen Jahr um durchschnittlich vier Prozent gesteigert werden, so die Daten von Marktforscher bioVista für den Zeitraum Januar bis Dezember 2017. Und das, obwohl viele Produkte nicht ganz billig sind.

Argumente für höheren Preis

„Kunden sollten die feinen Pasten darum probieren können und so an die Feinkost herangeführt werden“, rät Rosemarie Kölnsperger. Sie empfiehlt eine begleitete Verkostung, die sich mit einigen Gläschen Pesti und etwas Baguette oder Gemüse einfach umsetzen lässt. Sehr kräftige Varianten sollten nicht mit Brot, sondern besser mit Pasta angeboten werden, rät jedoch Lars Stury von Chiron. „Dann ist das Zusammenspiel wieder stimmig“. Da warme Pasta im Laden aufwendig umzusetzen ist, bietet sich für eine Verkostung eher ein Pastasalat an.

Wegen des teils hohen Preises müssen Pesti zudem[nbsp] „aktiv verkauft werden“, rät Rosemarie Kölnsperger. Die Mitarbeiter sollten also die wichtigsten Vorzüge der Bio-Produkte kennen. Dazu zählen: hochwertiges Öl, hoher Anteil an Kräutern oder Gemüse, keine Aromen und Konservierungsstoffe. Dazu gibt es Tipps für die Aufbewahrung und Verwendung.

Italienwochen mit einem Toskana-Tisch

Platziert werden die kleinen Gläschen bei den vegetarischen herzhaften Aufstrichen, bei den Pasta-Zutaten oder auch bei den Fein[-]kostprodukten wie Antipasti und Oliven. „Unsere frischen Pesti gehören ins Kühlregal. Am besten stehen sie neben der frischen Pasta“, betont Daniela Hefele von Bio Verde. Kräftige Pesti sieht Lars Stury von Chiron auch in der Fleischtheke, da sich damit Grillgut und Braten gut marinieren lassen. Byodo bietet ein Thekendisplay mit allen drei hauseigenen Pestosorten an, das auch beim Käse platziert werden kann und damit eine ideale Ergänzung zu mediterranen Ladenaktionen darstellt, erklärt Lucia Biehl aus dem Byodo-Marketing.

Zum Frühjahr passe darüber hinaus ein Extra-Aufbau, der an die klassische italienische Küche anknüpft und somit alles rund um Pesto präsentiert, also auch Bruschetta, Pasta und Oliven, rät Rosemarie Kölnsperger. „Im Grunde Pflichtprogramm für jeden Bio-Laden sind Italienwochen etwa in Form eines Toskana-Tischs“, weiß Daniel Lubitz vom LaSelva-Außendienst Nord-Ost. Der macht gute Laune und sorgt dafür, dass die Kunden zugreifen.

Messen eignen sich zum Ausprobieren

Doch welche Pesti sollten ins Regal? Rund 50 verschiedene Produkte bieten die Bio-Hersteller an. Da heißt es für Geschäfte, ausprobieren. Gut, dass die Anbieter den Fachhandel gerne mit Kostproben unterstützen. Doch warum die Kollegen nicht auch mal auf die eine oder andere Bio-Fachmesse schicken? Dort bekommen sie den besten Überblick und können sich durch die Pesto-Sortimente „futtern“.

Zurück im Laden werden die jeweiligen Favoriten vorgestellt und so das Sortiment (neu?) zusammengestellt. Wer die Kollegen in die Sortimentsgestaltung einbezieht, generiert zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und motiviert die Kollegen dazu, das Pesto-Sortiment aktiv zu verkaufen.

Tipps vom Kollegen

Thomas Waldraff, Knusperhäusle-Naturkost in Markdorf (250 Quadratmeter)
  • Wir haben acht Sorten Pesto im Regal, führen aber nur zwei Marken, weil uns diese Pesti am besten gefallen. Im Frühjahr und Sommer dehnen wir das Sortiment aus. Dann bieten wir mehrere frische Pesti an, denn sie haben einen tollen Charakter. Im Frühjahr haben wir auch frisches Bärlauchpesto als saisonales Produkt im Angebot.
  • Die haltbaren Produkte stehen bei uns bei der Feinkost. Wir haben es auch schon bei der Pasta probiert, aber dort gingen sie nicht so gut.
  • Verkostungen haben wir noch keine gemacht. Aber ich könnte mir Pesto zu frisch geröstetem Weißbrot sehr gut vorstellen. Das probieren wir bald mal aus.

Anbieter und ihre Pesti

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