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Ketchup nicht im Regal verstecken

In der Grillsaison ist ein üppig gefülltes Ketchup-Regal ein „Muss“. Am besten wird er auch noch zweit- und drittplatziert. „Stolpern“ die Kunden quasi über die rote Sauce, lassen sich schöne Zusatz-Umsätze generieren.

03.02.2020 vonAnnette Sabersky

Ketchup: In der Grill- und Gartensaison sollte die Tomatensauce möglichst auch zweit- und drittplatziert werden.

In der Grillsaison ist ein üppig gefülltes Ketchup-Regal ein „Muss“. Am besten wird er auch noch zweit- und drittplatziert. „Stolpern“ die Kunden quasi über die rote Sauce, lassen sich schöne Zusatz-Umsätze generieren.

„Ketchup wird oft ganz unten im Regal platziert, bei den Tomatenprodukten“, beobachtet Britta Fladerer. Doch so komme die Wertigkeit des Allrounders nicht zum Ausdruck und er lasse sich nicht gut verkaufen, erklärt die Geschäftsführerin der Heureka Bioladenberatung. Dass das Sortiment umsatzmäßig noch ausbaufähig ist, bestätigen auch die bioVista Fachhandelszahlen. Um 4,3 Prozent ging der Ketchup-Umsatz zwischen Februar 2017 und Januar 2018 zurück.

Ketchup bei der Feinkost platzieren

„Ketchup gehört thematisch zu den Feinkostsaucen“, betont Britta Fladerer. Sie rät dazu, ihn dort zu platzieren, also bei den Grill-, Steak- und Salatsaucen – und nicht, wie so oft, bei den Tomatenprodukten. Die Expertin empfiehlt zudem, sich auf zwei, höchstens drei Anbieter zu konzentrieren. Bei einem Sammelsurium an Flaschen und Marken werde das Warenbild schnell zu unruhig. Und das hindere die Kunden daran, auch mal etwas Neues zu probieren.

Ins Regal gehört immer klassischer Tomatenketchup, dazu einer mit Curry und auch etwas Scharfes, etwa mit Chili. Darüber hinaus ist ein Ketchup mit weniger Zucker oder mit alternativen Süßungsmitteln wichtig. Denn „danach gucken Eltern“, erklärt Britta Fladerer. Dazu kommt ein Ketchup in der Squeeze-Flasche. Aus der auf dem Kopf stehenden Kunststoffflasche lässt sich die rote Sauce sonders bequem entnehmen.

Damit sich der Kühlschrank nicht mit zu vielen angebrochenen Saucen-Flaschen füllt, hat Feinkostanbieter Byodo sich für eine kleine, 300-Milliliter-Squeeze-Flasche entschieden. „So haben die Kunden die Möglichkeit, immer einen frischen Ketchup zu Hause zu haben“, erklärt Marketingleiterin Lucia Biehl. Zudem sei die Squeeze-Flasche restlos entleerbar, bruchsicher und leicht zu tragen. Von dem Feinkostanbieter gibt es Ketchup auch im 20-Milliliter Portionsbeutel, der gut für alle ist, die nur ganz kleine Mengen brauchen oder auch für die Außer-Haus-Verpflegung.

Strategisch günstiger Platz

Jetzt, in der Grill- und Gartensaison, sollte Ketchup möglichst auch zweit- und drittplatziert werden. Ein strategisch günstiger Platz, um verschiedenes Grillzubehör zu positionieren, sei der Gondelkopf, also die Stirnseite des Regals, rät Britta Fladerer. Hier kommt alles rund ums Grillen rein, neben Feinkost- und Grillsaucen sind das auch verschiedene Ketchups. „So verkauft jeder Laden im Sommer garantiert mehr.“ Fachgeschäfte mit Fleisch- oder Käsetheke können Ketchup auch dort anbieten: Zu Wurst und Veggiegrillern wird im Kundengespräch die eine oder andere rote Flasche empfohlen. Wer unschlüssig ist, kann auch erst einmal probieren.

Eine stille Verkostung ist hingegen eher schwierig. Ketchup verfärbt sich im Kontakt mit Sauerstoff innerhalb kürzester Zeit und wird braun. Soll es eine Verkostung geben, etwa in der Nähe eines Thementischs mit Grillzubehör, dann sollte sie auf jeden Fall begleitet werden, rät Britta Fladerer. Der Ketchup wird dann in kleine Glasschalen gefüllt und beispielsweise zu leicht gebratenem Tofu gereicht. Er bietet sich besonders an, da er fast neutral schmeckt. So kommt das Aroma des Ketchups gut heraus.

Alles rund um das brutzelnde Vergnügen

Verschiedene Hersteller bieten jetzt auch ein Bodendisplay an. „Da Ketchup gerade zur Grillsaison stark nachgefragt wird, haben wir ihn als festen Bestandteil in unser Bodendisplay rund ums Grillen integriert“, erklärt Lucia Biehl von Byodo. Aufgestellt wird es in der Nähe der Fleischtheke oder beim saisonalen Grillaufbau. Hier steht auf einem Tisch alles rund um das brutzelnde Vergnügen. Neben Feinkostsaucen, Bratölen, Baguettes und Bier aber auch nicht vergessen: Grillkohle, Bio-Anzünder und Servietten.

Zucker ist bei Kunden weiter im Fokus, Ketchups haben da nicht den besten Ruf. Überraschen Sie die Kunden mit besonderen Produkten und kurzen Zutatenlisten – mit Ketchups, die nach viel Tomate schmecken.

Jens Wages, Emils Bio-Manufaktur

Tipps von der Kollegin

Sandra Kolb, Einkäuferin im Organix Biomarkt in Stuttgart (1000 Quadratmeter)
  • Wir bieten Ketchups von fünf Firmen an, darunter Dennree als Preiseinstiegsmarke und Emils als Feinkostprodukt. Sie stehen bei uns bei den Tomatenprodukten und hier ganz oben im Regal, damit sie gut ins Auge fallen.
  • Zwei ganze Regalböden haben wir für den Ketchup reserviert, denn er wird bei uns sehr gut nachgefragt. Wir platzieren ihn zur Grillsaison auch in die Seitengondel und zudem auf der Aktionsfläche.
  • Außerdem bauen wir regelmäßig einen Grilltisch auf. Wir haben mit dem Feinkostprodukt auch schon mal eine stille Verkostung gemacht. Die muss man aber im Blick haben, denn leere Ketchup-Schalen sehen schnell unansehnlich aus.

Anbieter und ihre Ketchups

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