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Beim Honig macht’s der Mix

Honig gehört zum Basissortiment im Bioladen, die Umsätze sind stabil. Dabei ist mehr drin, auch weil Bienen besondere mediale Aufmerksamkeit genießen. Lesen Sie, wie Hersteller das Sortiment unterstützen und wie sich Kunden mobilisieren lassen.
05.02.2020 vonAstrid Kramer-Wahrenberg

Ob auf dem Brot, zum Backen oder Süßen von Tee: Honig ist vielseitig und beliebt.

Honig gehört zum Basissortiment im Bioladen, die Umsätze sind stabil. Dabei ist mehr drin, auch weil Bienen besondere mediale Aufmerksamkeit genießen. Lesen Sie, wie Hersteller das Sortiment unterstützen und wie sich Kunden mobilisieren lassen.

Honig ist ein Saisongeschäft. Mit der kühleren Jahreszeit ziehen die Honigverkäufe wieder spürbar an. Höhepunkt ist der Dezember, „da ist der Umsatz fast doppelt so hoch wie in den Sommermonaten“, sagt Fabian Ganz vom Marktforschungsunternehmen bioVista. Bei rund 6.700 Euro liegt der durchschnittliche Umsatz pro Jahr und Laden.

Iim Schnitt gehen jährlich 861 Honiggläser über die Ladentheke. Das Handelspanel zeigt auf bestehender Fläche ein Verharren auf dem Niveau der Vorjahre. Inklusive Flächenwachstum, also Neueröffnungen und Vergrößerungen, wuchs der Umsatz von Juni 2017 bis Mai 2018 um drei Prozent.

Grundsätzlich bestimmen zwei Trends die Entwicklung: „Günstige Eigenmarken-Honige für den täglichen Bedarf und hochpreisige Spezialitäten wie der neuseeländische Manuka-Honig sind besonders gefragt“, sagt Marktforscher Fabian Ganz von bioVista.

Regionaler Honig punktet

Das bestätigt Astrid Reuter aus ihrer täglichen Praxis. Die 67 Jährige führt mit Willi Faßbender seit 38 Jahren den Ludwigshafener Naturkostladen Kichererbse Bio-Feinkost. Ihr Honigsortiment umfasst genau diesen Mix – vom günstigen Einstiegsangebot zum Süßen und Backen bis zu teuren Spezialitäten wie Thymian-, Tannen- oder Manuka-Honig, den die Kunden häufig aus gesundheitlichen Gründen kaufen. Mit ihrem Sortiment, das rund 30 Honigsorten umfasst, hat sie sich in der Gegend einen Namen gemacht. Es habe sich herum gesprochen, dass es bei ihr guten Honig gibt, „der Preis ist für qualitätsbewusste Kunden kein Thema“, sagt sie.

Für unverzichtbar hält Reuter neben den überregional verfügbaren Sorten Honige von lokalen Imkern. Das stärke die Kundenbindung. Die Not der Insekten und das Thema Bienensterben sind in den Köpfen der Kundschaft präsent.

Dass der Absatz floriert, geht vor allem auf das Konto der rührigen Ladnerin. Seit 25 Jahren gibt sie monatlich ein Infoblatt heraus, mit Angeboten, Rabattcoupons und Einladungen zu Ladenveranstaltungen – zum Beispiel einer Honigverkostung.

„Honige können ganzjährig zweitplatziert werden"

Dafür kommt der Imker in den Laden. „Die Kunden können verschiedene Honige probieren, erleben den Imker persönlich und können ihn alles fragen.“ Den Erfolg spürt sie in der Ladenkasse, „der Honigumsatz steigt nach so einer Aktion um etwa 30 Prozent“, sagt sie. Eine stärkere Nachfrage registriert Reuter auch nach stillen Honig-Verkostungen, die sie drei bis vier Mal im Jahr anbietet. Zur Hauptsaison im Weihnachtsgeschäft präsentiert Reuter das Honigsortiment mit den Zutaten für die Weihnachtsbäckerei oder als Geschenkidee in Präsentkörben.

Unterstützend für solche Aktionen und am Regal bieten etliche Anbieter Infobroschüren an. Von Walter Lang gibt es ein 160 Seiten starkes Honighandbuch. Thekendisplays gehören zur Aktionsware des Großhandels. Auf Anfrage stellen viele Hersteller kostenlose Probiergläser zur Verfügung. „Speziell für den exklusiven Manuka-Honig in vier Wirkstärken bestücken wir den Fachhandel mit Regalaufsteller-Sets und Informationsflyern“, sagt Klaus Hoyer.

„Honige können ganzjährig zweitplatziert werden. Im Frühjahr/Sommer generieren Aktionen wie Samentütchen für mehr Blühvielfalt Zusatzumsatz“, sagt Stephanie Britsch von Allos. Die derzeit große Aufmerksamkeit für die Bienen und das Insektensterben bieten sich für weitere Aktionen an.

Eine gesellschaftliche Verantwortung für das Thema Natur und Bienen übernehmen übrigens auch einige Hersteller, die sich für Blühvielfalt in unserer Landschaft finanziell oder persönlich engagieren. Darüber hat BioHandel in der August-Ausgabe ausführlich berichtet.

Ideal zum Ausprobieren neuer Sorten oder zum Verschenken sind Sondergrößen wie in unserem Geschenkset: Eine schöne Idee, um die vielseitige Welt des Honigs zu erkunden.

Walter Lang

Tipps von der Kollegin

Astrid Reuter, Kichererbse Bio-Feinkost in Ludwigshafen (140 Quadratmeter)
  • Organisieren Sie Honigverkostungen. Lokale Imker, die ihr Sortiment im Laden verkaufen, sind meist gerne dazu bereit.
  • Bieten Sie Honig in stillen Verkostungen an. Auf einem extra Tisch oder als Verbundaktion, etwa mit Rezepten. Fragen Sie ihre Lieferanten nach kostenlosen Probiergläsern und Infomaterial.
  • Laden Sie Kunden zu einem Vortrag zum Thema Bienen- und Insektensterben ein. Referenten können Imker oder Vertreter von Naturschutzverbänden sein.
  • Präsentieren Sie Honig in der Advents- und Weihnachtszeit, eventuell zusammen mit weiteren Geschenkideen. Bieten Sie als besonderen Service Präsentkörbe an. Stellen Sie Musterkörbe für ein festes Budget zum Beispiel 50 oder 100 Euro zusammen.

Honiganbieter und ihre Produkte

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