Biohandel

Erfolgreich mit Bio handeln.

Sortimente

Diese Neuprodukte gab es auf der Biofach 2026

Gesundheit und Lifestyle sind die großen Trendthemen, die das Messeangebot der Biofach 2026 durchziehen. Hier ein Vorgeschmack auf das, was Besucherinnen und Besucher in Nürnberg an den Ständen erwartet.

Vieles, was die Hersteller in diesem Jahr zur Biofach nach Nürnberg mitbringen werden, folgt den Trendthemen Gesundheit und Lifestyle. Der 2025 veröffentlichte Ernährungsreport von Nutrition Hub zählt zehn Haupttrends auf. Sechs davon befassen sich mit Ernährung, die helfen soll, lang fit und gesund zu bleiben, der Fachbegriff dafür ist Longevity. Pflanzliche, klimafreundliche und nachhaltige Ernährung steht dabei ganz oben. 

Das Zeug zu einem echten Lifestyle-Produkt hat die Whole Cocoa Fruit-Schokolade von Vivani (1). Sie wird aus der ganzen Kakaofrucht hergestellt, die Süße stammt ausschließlich von den Kakaofruchtflocken – das ist Innovation und macht Lust, mit Zunge und Gaumen zu testen! 

Hinter der Entwicklung steht die Idee, weniger Abfälle zu produzieren und die gesamte Kakaopflanze besser zu nutzen. Vivani bedient damit gleich zwei Nachhaltigkeitstrends: „Zero Waste“ und „Leaf to Root“ (die vollständige Verwertung von Früchten und Gemüse). Nebenbei liefert das Fruchtfleisch wertvolle Ballaststoffe und Flavanole. Die Botschaft: Wer diese Schokolade kauft, tut sich selbst etwas Gutes und gehört zu denjenigen, deren Nase einen Trend erschnuppert haben und die ganz vorn mit dabei sind.

Auch interessant:

Programm

Biofach 2026: Neue Ideen für die Bio-Bewegung

Vom 10. bis 13. Februar öffnet die Biofach in Nürnberg ihre Tore. Auf die Fachbesucher wartet ein vielfältiges Programm im Kongress und in den Foren. Auch der BioHandel ist mit zwei Veranstaltungen dabei.

Öle und Flocken mit Zusatznutzen

Passend zum Thema gesunde Ernährung präsentiert Bio Planète (2) in Nürnberg Öl mit funktionellem Zusatznutzen: ungefiltertes Schwarzkümmelöl und Leinöl-Mixturen mit Calcium oder der Omega-3-Fettsäure DHA aus Algen. Naturata (3) erweitert sein Speiseöl-Sortiment mit Leindotter- und Leinöl, die reichlich Omega-3-Fettsäuren liefern, und mit Schwarzkümmelöl, das bekannt ist für seinen Gehalt an wertvoller Linolsäure, die der menschliche Körper nicht selbst her - stellen kann. 

Die Spielberger Mühle (4) hat High Protein-, Beta Glucan- und Darmwohlflocken entwickelt, die mit Buchweizen-, Hafer- oder Roggenkleie angereichert werden. Die drei neuen Drinks von Green Coco (5) bestehen aus Gemüse- und Fruchtsäften sowie einem Kick Koffein. Ihre Namen: Coco Sports Rehydration, Coco Sports Performance und Coco Energy Drink. Die Coco Milk for Baristas zum Aufschäumen des Herstellers gehört hingegen eher in den Lifestyle-Bereich. 

Manchmal kann es auch schon reichen, deutlicher zu zeigen, was eigentlich schon an funktionellem Zusatznutzen da war. Die französische Marke Bergerie (6), die in Deutschland über das Lebensmittelunternehmen Olga vertrieben wird, weist auf seinen Schafmilch-Skyrs explizit auf den hohen Proteingehalt des ursprünglich aus Island kommenden Produkts hin. 

Voelkel (7, 8) lässt Messebesucher drei neue Shots testen: Matcha, Immun und Eisen, außerdem zwei Kombuchas, Grapefruit-Hopfen und Heidelbeer-Lavendel, die als Frischeprodukt aus der Kühlung heraus gekauft werden sollen. 

Cha Dô (9) will zur Biofach einen Matcha-Latte vorstellen. Matcha gilt wegen seines Gehalts an Antioxidantien und Mineralien als Superfood. Snacks mit Koffein haben sich die Produktentwickler bei Govinda Natur (10) ausgedacht. Sie heißen Koffein Kick Bites Kaffee und Mango.

Weniger Zucker, mehr Geschmack

Ohne- oder Weniger-Produkte sind ebenfalls im Rennen, wenn es ums Thema Gesundheit geht. Neu und innovativ ist hier das Krunchy Low Sugar (No) Choco von Barnhouse (11), weil es nicht nur weniger Zucker enthält, sondern eine neu entwickelte Kakaoalternative verwendet: Die besteht aus Nebenprodukten, die in der Lebensmittelherstellung anfallen: Gerstentrebermehl und Kakaoschalen. Damit lässt sich einerseits die Kakaofrucht besser ausnutzen. Andererseits soll (No) Choco einen um 84 Prozent geringeren Fußabdruck hinterlassen als Original-Kakao. 

Ganz ohne Zucker kommen die zwei ungesüßten Crunchys von Allos (12) in den Sorten Kakao und Frucht-Edelnuss aus, ebenso die zuckerfreien zartbitteren Choc Drops zum Backen der Marke Vivani (13). Mit einer salzfreien Gewürzmischung unterstützt Sonnentor (14) Ambitionen in der Ernährung Salz einzusparen. Sie lässt sich besonders an Ostern in Szene setzen, denn ihr Name ist Oster Eierei. 

Ohne Gluten, dafür in neuen Formen, Farben und Rezepturen präsentieren sich drei Goodel-Sorten von Govinda Natur (15), hergestellt auf Basis von Vollkorn-Reis, Quinoa oder Mais. Bei den Demeter Felderzeugnissen (16) helfen Blumenkohl-Falafel dabei, auf Kohlenhydrate zu verzichten, nicht aber auf Geschmack.

Einfach und schnell soll es oft in der Küche gehen

Aktuelle Daten des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Yougov zeigen, dass der Marktanteil von erhitzbaren Fertiggerichten steigt. Den immer beliebter werdenden Trend Convenience bedient Byodo (17) mit fertig zubereiteten Tomatensoßen in einer klassischen Version, einer samtig-fruchtigen für Kinder und einer Bolo-Variante mit Linsen. 

Auch Zwergenwiese (18) erweitert peu à peu das Portfolio: Im Herbst präsentierte der Hersteller veganen Aufschnitt, jetzt kommt zur Biofach fertig zubereitetes Pesto dazu, in den Varianten Rosso, Verde und Calabrese. Dazu passen die neuen Pastaformate, die La Selva (19) aus Italien nach Nürnberg mitbringt: unter anderem Treccine, die an kleine Zöpfchen erinnern, und Pipette Rigate, kurze geriffelte Hörnchen. 

Wer nicht nur schnell kochen, sondern auch zügig abschmecken will, benötigt Gewürzbrühen. Erntesegen (20) füllt drei neuartige Brühen-Pasten in Gläser: klassisch, mediterran und eine Miso-Variante.

Nach den Proteinen kommen die Ballaststoffe

Reisteigröllchen mit Sonnenblumenhack-Shiitake-Füllung können Besucherinnen und Besucher beim Messeauftritt der Marke Soto (21) probieren. Das Produkt ist vegan, das Sonnenblumenhack liefert pflanzliche Proteine und reichlich Ballaststoffe. Neben pflanzlichen Proteinen seien ballaststoffreiche Produkte sehr gefragt, berichtet Svenja Käuffer aus der Marketing-Abteilung. Darüber berichtete auch Foodtrendforscherin Hanni Rützler bei der Kölner Süßwarenmesse: Nach den Proteinen seien es die Ballaststoffe, die zurzeit stärker in den Fokus rückten. 

Die konstante Nachfrage nach veganen Lebensmitteln bedient Taifun Tofu (22) mit Tofu Bratfilets Black Forest, gewürzt mit Kümmel und Zwiebel. Ebenfalls vegan präsentiert sich die limitierte Edition einer Sojaquarkzubereitung, die Sojade (23) kürzlich in der Geschmacksrichtung Apfel-Zimt herausgebracht hat. Im Frühjahr-Sommer folgt mit Kokos-Limette eine weitere Geschmacksrichtung. Ökoland (24) wartet mit fünf Sorten veganer Cremesuppe auf, alle mit je 50 Prozent Gemüseanteil.

Banana Bread, Muffins und Foccacia-Teig

Schnell zubereitet sind auch die Neuheiten, die Bauck (25) für die Biofach im Gepäck hat: Fertigbackmischungen für Banana Bread Muffins, und für Lemonies, die in Machart und Konsistenz an Brownies erinnern, und für die Fans herzhafter Gerichte viererlei Couscous-Bowls. Noch schneller geht das Backen mit Fertigteig: Donaustrudel (26) vergrößert sein Angebot um backfertigen Focaccia-Teig. 

Und nochmal Bauck (27): Mit zwei neuen Fertigmischungen ergänzt der Hersteller sein Burger-Sortiment. Die Linsen-Bratlinge lassen sich im Airfryer zubereiten. Das in der Heißluftfritteuse sei im Trend, sagt Daniel Bieling, bei Bauck zuständig fürs Marketing. „Daher testen wir zurzeit die Rezepturen unserer Produkte und passen diese gegebenenfalls so an, dass auch eine Zubereitung im Airfryer möglich ist.“ 

Zu den angesagten aktuellen Zubereitungsarten in der Küche gehört auch das Ansetzen von Tee mit kaltem Wasser. Lebensbaum (28) hat seine Cold-Brew-Tee-Range erweitert: mit den Varianten Süße Kräuter, Fruchtiger Apfel und Weißer Hibiskus.

Snacks mit ungewöhnlichen Zutaten

Snacken ist einer von zehn Ernährungstrends, die der aktuelle Trendreport Ernährung nennt, der dort aber schon vor fünf Jahren zum ersten Mal genannt wurde. Tagsüber unterwegs, daheim oder bei der Arbeit eine Kleinigkeit essen und die Hauptmahlzeit auf abends verschieben – das ist für viele längst normal. Den Appetit auf Süßes stillt Morgenland (29) mit veganen Snacks auf Basis von Nüssen. Neu sind ungewöhnliche Zutaten wie Salz, Tamari, Karamell- oder fruchtige Kokoswürfel. 

Für diejenigen, die keine Zeit haben, bei der Bedientheke anzustehen, hat Rosengarten (30) je zwei Erfolgsprodukte von dort fürs Süßwarenregal zusammengepackt. Als Pendant zu den Dattel-Brownies wurden außerdem Blondies entwickelt: Riegel mit Blaubeeren und Datteln, umhüllt von Joghurtschokolade. Und wer auf die Schnelle eine flüssige Portion Obst zu sich nehmen will, findet bei Beutelsbacher (31) einen neuen Multi- und einen Apfel-Granatapfel-Saft.

Schafskäse von Mani Bläuel und Jubiläumskäse von ÖMA

Feta ist kein neuartiges Produkt, neu ist aber, dass Mani Bläuel (32) griechischen Schafskäse vertreibt – ein Sprung vom Olivenölregal ins Mopro-Sortiment. In der Kühlung ist demnächst auch Jubiläumskäse von ÖMA (33) zu finden: ein Bergkäse und ein Rotschmierkäse, die anlässlich des 40-jährigen Bestehens kreiert wurden. 

Weitere Mopro-Neuheiten hat die Molkerei Söbbeke (34) in petto. Griechischen Joghurt setzt sie auf Fruchtschichten der Sorten Honig, Orange oder Feige-Sonnenblumenkerne. Ihren neuen Bio-Rocker, einen goudaähnlichen Käse, verfeinert sie mit Knoblauch, Ingwer und Kurkuma.

Auch an Verpackungen haben die Hersteller gefeilt

Wie Bio-Lebensmittel verpackt werden, ist mehr denn je ein Thema. Einerseits wegen der Nachhaltigkeit, andererseits sind sie immer öfter auch in den Regalen des LEH präsent und konkurrieren dort mit bekannten alteingesessenen Marken. 

Egesun stellt seine Morgenland-Neuprodukte in zeitgemäßem, farbstarkem Design vor, Ecofinia arbeitet bei der Marke Vivani mit einer zweiten Künstlerin zusammen, die die Verpackungen individuell gestaltet. Naturata, Mani Bläuel und Erntesegen bieten kleinere Verpackungsformate an – für den Einstieg und als Anreiz zum Impulskauf. 

Barnhouse und Bauckhof fahren die Größen hoch, weil es die Kundinnen und Kunden so wünschen. Der Voelkel Immun Shot erscheint künftig auch in einer größeren 0,5-Liter-Variante, sozusagen als Saft. Biolotta-Gewürze (35), die im Regal auffielen, weil sie in Papp- und Keramikdosen daherkamen, präsentieren sich neuerdings auch in Aludöschen. 

Bio Planète bietet seit Herbst 2023 der Umwelt zuliebe Öl in Mehrwegflaschen an. Inzwischen sind es acht Sorten. Lebensbaum ersetzt die Kaffeeverpackung aus Verbundmaterial durch besser recycelbares Monomaterial.

Neuigkeiten auch bei WPR und Naturkosmetik

Neu bei den Wasch- und Reinigungsmitteln ist ein Scheuerschwamm auf Basis von Nussschalen, den Sonett (36) nach Nürnberg mitbringen will. Sodasan (37) setzt ebenfalls auf Kleinformatiges: zweierlei Geschenkseifen mit unterschiedlichen Düften. 

Treibholz will anlässlich von 20 Jahren Finigrana Alepposeifen kleine Gästeseifen im Jubiläumsdisplay anbieten. Allerdings nicht bei der Biofach. Den Termin lässt das Unternehmen in diesem Jahr aus, weil es aus personellen Gründen momentan nicht zu schaffen sei. 

So kommen Neuprodukte in den (Groß-)Handel

„Wir würden gerne mehr Innovationen finden“

Andreas Hanisch, Abteilungsleiter Einkauf Trocken, Terra Naturkost

Andreas Hanisch, wie viele Neuprodukte nimmt Terra Naturkost pro Jahr ins Sortiment auf und wie viele bleiben?
Ich schätze, das sind 250 Neuprodukte im Jahr, viele kommen von Start-ups. Davon sind 10 bis 20 Prozent nach zwei Jahren immer noch im Sortiment.

Wo findet Terra Naturkost neue Produkte?
Manche entdecken wir auf Messen, manche finden wir über unsere Kunden. Wir gehen mit offenen Augen durch die Läden und schauen, was es dort Neues gibt. Berliner Start-ups machen dort gerne Direktakquise. Oft fragen die Läden auch nach, ob wir nicht ein bestimmtes Produkt listen können. Wenn ähnliche Anfragen von mehreren Läden kommen, schauen wir uns das genauer an.

Wie kommen Start-ups in das Terra-Sortiment?
Vor drei Jahren haben wir nach der Biofach 25 unserer wichtigsten Einzelhändler zu einer Präsentation eingeladen, von 80 bis 90 Messeprodukten Muster besorgt und verkosten lassen. Die Idee war, Artikel, die mehrheitlich von den Kunden positiv bewertet werden, bei uns zu listen – vorausgesetzt, sie gehen durch unsere Qualitätsprüfung. Vor zwei Jahren haben wir dieses Modell der Kunden-Mitbestimmung ausgeweitet und auf unsere Hausmesse Start-ups eingeladen. Unsere Kunden konnten ihre Favoriten bestimmen und die drei beliebtesten haben wir gelistet. Im Sommer 2025 haben wir das wiederholt – mit großem Erfolg.

Wie filtert ihr aus dem großen Angebot an Neuprodukten die richtigen heraus?
Wir lassen die Kollegen im Pausenraum verkosten, legen dazu Bewertungsbögen aus, auf denen sie Punkte für Kriterien wie Optik, Geruch, Geschmack vergeben können. Wenn es um neue Lieferanten geht, gibt es eine Listungsrunde mit den Abteilungsleitern – da sind wir zu zehnt oder zwölft. Meine Kollegin vom Frischeeinkauf und ich stellen die Produkte vor, machen so eine Art Pitch. Und dann wird demokratisch entschieden.

Orientiert ihr euch auch an Trends?
Wenn wir einen Trend im konventionellen Handel sehen, schauen wir natürlich nach, ob es das passende Produkt auch in Bio-Qualität gibt. Dann sind wir öfter enttäuscht. Wir würden gerne mehr Innovationen finden, bei denen Bios die ersten waren und auch bleiben. Wir selbst bemühen uns, regionale Produkte im Aufbau zu unterstützen. Wir arbeiten mit regionalen Netzwerken zusammen und engagieren uns aktuell zum Beispiel bei der Höfemühle Spreewald. Dort produzieren wir selbst unsere Innovationen.

Kommentare

Registrieren oder anmelden, um zu kommentieren.

Weiterlesen mit BioHandel+

Melden Sie sich jetzt an und lesen Sie die ersten 30 Tage kostenfrei!

  • Ihre Vorteile: exklusive Berichte, aktuelles Marktwissen, gebündeltes Praxiswissen - täglich aktuell!
  • Besonders günstig als Kombi-Abo: ausführlich in PRINT und immer aktuell mit ONLINE Zugang
  • Inklusive BioHandel e-Paper und Online-Archiv aller Printausgaben beim ONLINE Zugang
Jetzt 30 Tage für 0,00 € testen
Sie sind bereits Abonnent von BioHandel+? Dann können Sie sich hier anmelden.

Auch interessant: