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Nach Verbraucher-Kritik

Zwergenwiese bringt neue Kinderprodukte auf den Markt

Der Bio-Hersteller hat auf den Negativpreis der Verbraucherorganisation Foodwatch reagiert und bei einer Neuauflage seiner „Kinder-Tomatensauce" und zwei weiteren Kinderprodukten den Zuckergehalt reduziert. Parallel zu den Neu-Kreationen wird Zwergenwiese bis auf Weiteres auch deren Vorgänger-Versionen weiter produzieren.

Zwergenwiese lässt seinen Versprechen Taten folgen und bringt Anfang Oktober eine neue, zuckerreduzierte Version seiner „Kinder-Tomatensauce“ in den Verkauf. Der Bio-Hersteller reagiert damit auf die Verleihung des Goldenen Windbeutels durch die Verbraucherorganisation Foodwatch Ende 2019 für die „dreisteste Werbelüge des Jahres“. Der Vorwurf: Viel zu viel Zucker in der Sauce.

In der Neuauflage ist damit nun Schluss. „In unseren neuen Kinderprodukten setzen wir keine Dicksäfte mehr ein“, sagte Zwergenwiese-Geschäftsleiter Jochen Walz im Gespräch mit BioHandel. Die ursprüngliche Version der „Kinder-Tomatensauce“ ist mit Apfeldicksaft gesüßt, der laut Foodwatch zu etwa 80 Prozent aus Zucker bestehe. Bei der neuen „Zwergen-Sauce" komme die Süße laut Walz zwar auch von Äpfeln, allerdings handele es sich dabei um „reine Bio Äpfel aus unserem regionalen Anbauprojekt“.

Zwergen-Sauce

Zwergenwiese, Zwergensauce

Die neue „Zwergen-Sauce" von Zwergenwiese trägt den Nutriscore.

Mit der der überarbeiteten Rezeptur, für die Zwergenwiese auch regionales Gemüse verwendet, konnte Walz zufolge der natürliche Zuckergehalt in der neuen Sauce um mehr als 40 Prozent gesenkt werden. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, dass Tomatensaucen, die für Kinder beworben werden, gar keinen zugesetzten Zucker und einen stark reduzierten Salzgehalt enthalten sollten. Beiden Kriterien entsprächen die neuen Kinderprodukte von Zwergenwiese, sagte Walz.

Neben der „Zwergen-Sauce" will der Bio-Hersteller ebenfalls Anfang Oktober eine neue Version seines „Kinder-Ketchup" und „Kinder-Streich" auf der Basis von Bio-Äpfeln auf den Markt bringen. Ursprünglich sei die Einführung der drei Produkte bereits zum 1. März geplant gewesen, sagte Walz. Doch die Coronakrise habe diese Pläne über den Haufen geworfen.

Zwergenwiese sieht Verbleib der alten Produkte kritisch

Zwergenwiese hatte als Reaktion auf den Foodwatch-Negativpreis angekündigt, alle Kinderlebensmittel im Sortiment „auf den Prüfstand“ stellen zu wollen. In einem ersten Schritt wurden bereits die Etiketten der bestehenden Produkte umgestaltet um deutlich zu machen, wenn dort Apfeldicksaft verwendet wird.

Aufgrund der veränderten Inhaltsstoffe unterscheiden sich die Neu-Kreationen geschmacklich deutlich von ihren Vorgängern, sagte Walz. „Das ist nicht mehr vergleichbar mit den alten Rezepturen, aber im persönlichen Geschmacksempfinden eine sehr leckere Punktlandung.“ Die bisherigen Produkte werde es aber auch weiterhin zu kaufen geben. Allerdings sehe Zwergenwiese deren Verbleib kritisch, so Walz. Man gehe davon aus, „dass diese im Fachhandel durch die neuen Produkte ersetzt werden. Denn wir bieten nun eine gute Alternative aus italienischen Bio-Freilandtomaten mit regionalen Bio-Möhren und Bio-Äpfeln.“

Foodwatch begrüßte den Schritt von Zwergenwiese. Dieser sei jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Neben überzuckerten Produkten, die als kindgerechte Lebensmittel vermarktet würden, fänden sich noch unzählige weitere irreführende Produkte in den Supermarktregalen.

Die Verbraucherorganisation forderte Ernährungsministerin Julia Klöckner dazu auf, im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft auf bessere Kennzeichnungsregeln zu drängen. Zwergenwiese kündigte an, dass die neuen Kinderprodukte den Nutriscore auf ihren Verpackungen tragen werden.

Kommentare

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Markus Maaß

ist doch mal ne super Entscheidung, die Neuen einzuführen und zu schauen, wire die KundInnen (LaderInnen wie EndkundInnen) damit umgehen. Platz ist durch das Coronabedingte Pennersterben eh im Regal und das dann folgende Ausschleichen der Alten ersparrt uns, die Artikel als Ramschware im Discount odrer Restpostenmarkt zu finden.

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