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Bio im Test

Ökotest findet zu viel Nitrit in Bio-Spinat

Nichts zu beanstanden hatte Ökotest nur bei zwei Bio-Spinaten aus der Tiefkühltruhe. Bei vier Produkten sahen die Tester rot. Unter anderem fand das Labor zu viel Nitrit.

28.09.2020 vonLeo Frühschütz

Zu hohe Nitritgehalte im TK-Spinat können laut Ökotest auf Hygienemängel hinweisen.

Nichts zu beanstanden hatte Ökotest nur bei zwei Bio-Spinaten aus der Tiefkühltruhe. Bei vier Produkten sahen die Tester rot. Unter anderem fand das Labor zu viel Nitrit.

16 TK-Spinate hatte Ökotest ins Labor geschickt, sieben davon waren bio und nur bei zweien hatten die Tester nichts zu beanstanden. Einer davon war der Blattspiant von Alnatura. Den Blattspinat von Biocool fanden die Tester „befriedigend“ und bemängelten einen „erhöhten“ Nitritgehalt. Der Demeter-Garten Blattspinat von Demeter Felderzeugnisse schnitt „mangelhaft“ ab.

Zur Abwertung führten „erhöhte“ Gehalte an Cadmium und Pyrrolizidinalkaloiden (PA). Beim Dennree Blattspinat waren Nitrat und Nitrit „erhöht“: Note „mangelhaft“. Die Bewertung „ungenügend“ bekamen ein Discounter-Spinat und der Bio Inside Blattspinat von Demeter Felderzeugnisse. Dessen Nitratgehalt lag über dem erlaubten Höchstwert und auch der PA-Gehalt war „erhöht“.

Zu hohe Nitratgehalte können bei der Zubereitung zur Bildung von Nitrit führen, das den Sauerstofftransport im Blut behindert. „Belastungen mit dem problematischen Nitrit schon im noch nicht zubereiteten Tiefkühlspinat gelten als Hinweis auf Hygienemängel oder eine zu lange Lagerung des Spinats vor dem Frosten“, schreibt Ökotest. Die leberschädigenden Pyrrolizidinalkaloide gelangen über mitgeerntete Beikräuter in den Spinat.

In den konventionellen Produkten fand das Labor kein PA. Hier werden die Beikräuter schon vor dem Auflaufen des Spinats weggespritzt. Dafür waren im konventionellen Spinat die Cadmiumgehalte häufiger „erhöht“. Da Spinat das Schwermetall aus dem Boden anreichert könnten höhere Cadmiumgehalte durch Phosphatdünger auf konventionellen Flächen eine mögliche Ursache sein.

Robert Hasenhündl, der bei Dennree das Qualitätsmanagement leitet, verweist auf die gesetzlichen Grenzwerte: "Laut der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 dürfen in Tiefkühl-Spinat bis zu 2000 mg/kg Nitrat enthalten sein. Die Testergebnisse von Ökotest zeigen im „Dennree Blattspinat“ einen deutlich niedrigeren Nitratwert von 1299 mg/kg. Für Nitrit existieren derzeit noch keine gesetzlichen Grenzwerte, jedoch bieten die von Ökotest herangezogenen Leitsätze für Gemüseerzeugnisse eine sinnvolle Orientierung. Diese schreiben eine maximale Nitrit-Konzentration von 10 mg/kg vor. Auch dieser Wert wurde im „Dennree Blattspinat“ mit 8,4 mg/kg unterschritten. Regelmäßige Laboruntersuchungen seitens unserer Lieferanten und in unserem Hause garantieren die Einhaltung der Grenzwerte bzw. Richtwerte. Die Benotungsmethodik von Ökotest können wir daher leider nicht nachvollziehen.“

Demeter Felderzeugnisse teilte mit, dass der getestete Bio Blattspinat Anfang September 2019 geerntet, verarbeitet und abgepackt wurde und schon lange ausverkauft sei. Bei der Verarbeitung der von Ökotest analysierten Charge seien intern Werte zwischen 1400 und 1600 mg/kg aufgezeichnet worden. Der von Ökotest ermittelte Weert von 2098 mg/kg sei nie erreicht worden. Zu den Pyrrolizidinalkaloiden schreibt Demeter Felderzeugnisse: "Hierbei handelt es sich i.d.R. um geringe Spotbelastungen. Dies bedeutet, dass bereits ein kleiner Teil eines Beikraut-Blattes im analysierten Muster ausreicht, um einen erhöhten Gehalt festzustellen. Dies bedeutet nicht, dass die gesamte Charge entsprechend verunreinigt ist."

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