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Ergebnis der Leser-Umfrage

Maskenpflicht? Die Bio-Branche ist geteilter Meinung

Seit Monaten ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im deutschen Einzelhandel verpflichtend. Ob die Maßnahme im Kampf gegen die Coronakrise sinnvoll ist, wird kontrovers diskutiert. Auch in der Bio-Branche gehen die Meinungen zur Maskenpflicht auseinander, wie eine Umfrage zeigt.

23.07.2020 vonKatrin Muhl

Die Maskenpflicht erregt seit ihrer Einführung die Gemüter – auch in der Branche laufen hitzige Diskussionen über deren Notwendigkeit. Zuletzt in den Kommentaren unter einem Beitrag auf schrotundkorn.de. Ende April schickten Bio-Ladner von Naturkost Süd einen Protestbrief an das Gesundheitsministerium in Bayern. Darin machte der Berufsverband der Biofachmärkte des Freistaates klar, was er von der Maskenpflicht hält: überhaupt nichts.

Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands, sprach sich Anfang Juli für ein Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel aus. Jedoch mit der Einschränkung, „wenn es mit Blick auf den Pandemieverlauf sicher und vernünftig ist”. Die Ge­sund­heits­mi­nis­ter der Länder einigten sich fast zur selben Zeit darauf, die Maskenpflicht im Kampf gegen die Coronakrise nicht aufzuheben. Zur Begründung hieß es damals, es dürfe nicht der falsche Eindruck entstehen, die Pandemie wäre vorbei.

Die Bio-Branche ist sich in der Debatte uneins. Das hat aktuell eine nicht repräsentative Umfrage von BioHandel ergeben. Insgesamt 148 Leser haben uns ihre Meinung zur Maskenpflicht anonym mitgeteilt. Befürworter und Gegner halten sich fast die Waage: 52 Prozent der Befragten finden das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Einzelhandel falsch, 48 Prozent sagen, es sei richtig.

Auch wenn ich die Maskenpflicht täglich verfluche, so halte ich sie für nötig.

Anonymer Teilnehmer der Befragung von BioHandel

Die Gegner der Maskenpflicht stellen in ihren Antworten den Nutzen von Masken infrage. Manche halten den Mindestabstand für ausreichend. Andere berichten, dass sie beobachten, wie die Abstände gerade „dank Maske“ kaum noch eingehalten würden. Viele der Befragten klagen über Kopfweh, Schwindel und eine gestörte Wahrnehmung im Zusammenhang mit der Maske. Manchen fehlt in der Interaktion die Mimik des Gegenübers. Einige wenige Befragungsteilnehmer fühlen sich durch die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz in ihrer Freiheit eingeschränkt.

„Auch wenn ich die Maskenpflicht täglich verfluche“, lautet eine der Antworten aus der Gruppe der Befürworter, „so halte ich sie für nötig.“ Die Motivation zum Tragen der Maske liegt bei den meisten, die sich dafür aussprechen, in der Überzeugung, sie diene dem Schutz aller. „Weil damit andere geschützt werden, die sich sonst nicht schützen könnten oder am Betreten der Läden faktisch gehindert wären“, schreibt ein Befragungsteilnehmer. Manche finden die Maßnahme auch deshalb nützlich, weil sie daran erinnert „dass die Pandemie noch nicht vorüber ist“. Aus Sicht des Verbrauchers teilt uns ein Befürworter mit: „Wenn sowohl Käufer als auch Verkäufer eine Maske tragen, fühlen wir uns wesentlich sicherer und kaufen in diesen Geschäften lieber ein.“

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