Biohandel

Wissen. Was die Bio-Branche bewegt

Naturkosmetik

Vivaness ist ab 2025 keine eigenständige Messe mehr

Ab dem kommenden Jahr wird das bislang eigenständige Naturkosmetik-Branchentreffen wieder integraler Bestandteil der Biofach sein. Die Messe begründet die Neuausrichtung mit der „Entwicklung des Marktes". Ein langjähriger Aussteller kritisiert die derzeitige Gestaltung der Vivaness.

Ab 2025 ist die Vivaness wieder integraler Bestandteil der Biofach. Das teilte die Messe Nürnberg einen Monat vor der nächsten Auflage der Biofach mit. Das internationale Angebot an Naturkosmetik ist ab dem nächsten Jahr in Halle 4A als sogenannte Vivaness-Area zu finden.

Seit dem Jahr 2006 fand die Vivaness als eine eigenständige Messe im Rahmen der Biofach statt – lange Zeit in Halle 7A, zuletzt in Halle 3C.

„Auf Basis der aktuellen Marktentwicklungen und den daraus resultierenden relevanten Marketing- und Vertriebsstrategien für Naturkosmetikprodukte sowie des Feedbacks unserer Partner und Kunden haben wir uns entschieden, die Vivaness ab 2025 nicht mehr als eigenständige Veranstaltung fortzuführen", begründet Messeleiterin Danila Brunner den Schritt. Die Naturkosmetik-Community werde wieder in die Biofach eingebunden. Daraus resultiere „ein gesamthaft optimiertes, kompaktes Hallenkonzept für die Biofach 2025", so Brunner.

Warum Cosmondial nicht auf der Vivaness 2024 verteten ist

Bereits in den vergangenen Jahren fiel beim Besuch der Vivaness auf, dass große und bekannte Firmen nicht mehr mit eigenen Ständen in der Vivaness-Halle präsent waren.

BioHandel wollte wissen, wie das veränderte Konzept bei den Ausstellern ankommt und ob sie sich vorstellen können, einen Platz auf der Vivaness-Area zu buchen. Betroffen ist unter anderem der Naturkosmetik-Hersteller Cosmondial, der über viele Jahre mit einem eigenen Stand auf der Vivaness vertreten war.

Geschäftsführer Stephan Becker kannte die Neuerung bislang nicht. Er sagt aber, dass Cosmondial mit seinen Marken Benecos und GRN ab diesem Jahr, 2024, nicht mehr in Nürnberg ausstellen werde. „Die Vivaness war für uns gesetzt und Pflichtprogramm. Wir haben uns immer darauf gefreut." Allerdings habe die Messe zuletzt nicht mehr funktioniert und sei für Aussteller nicht mehr attraktiv gewesen.

Enttäuscht über „mangelnde Wertschätzung"

Die Platzierung in der neuen, an sich schönen Halle 3C sei schlecht gewählt, so Becker, weil die Naturkosmetik-Aussteller sich dort vom Rest der Messe abgekoppelt fühlten. Am früheren Standort, der Halle 7A, sei die Naturkosmetik Teil des Ganzen gewesen. „Die Besucher konnten automatisch alles ablaufen", sagt Stephan Becker.

Enttäuscht berichtet der Cosmondial-Geschäftsführer von „mangelnder Wertschätzung" gegenüber den treuen Ausstellern. Sein Feedback und die dringende Bitte nach Veränderungen seien nicht gehört worden.

„Diese Entscheidung spiegelt die Entwicklung des Marktes."

Barbara Böck, Director Marketing Biofach/Vivaness

Mit der Entscheidung, die Vivaness 2025 nicht als separate Fachmesse fortzuführen und dem Konzept einer Vivaness-Area, reagiert die Messe laut Barbara Böck, zuständig für Pressearbeit und Marketing für Biofach und Vivaness, auf aktuelle Marktentwicklungen und das kontinuierliche Feedback der Kunden. Bei einer Messe, die naturgemäß ein Marktplatz für viele sehr unterschiedliche Akteure sei, gebe es immer eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Bedürfnisse.

„Diese Entscheidung spiegelt die Entwicklung des Marktes", sagt Barbara Böck. In der Vergangenheit wurde das Messekonzept der Vivaness laut Böck beispielsweise mit Kongress, Workshop-Area und Vivaness-eigenen Veranstaltungen immer weiterentwickelt – gemäß dem Bedarf des Marktes, der Aussteller und Besucher.

„Inzwischen haben sich Vertriebsstrukturen jedoch verändert und Hersteller richten zum Beispiel auch ihr Marketingbudget neu aus. Das betrifft B2C-Werbung genauso wie die Beteiligung an Fachmessen“, erläutert Böck. Das sei ein Prozess und nun sei der richtige Zeitpunkt für ein neues, optimiertes, ganzheitliches Konzept mit einer Vivaness-Area als integraler Bestandteil der Biofach.

Vivaness soll eine interaktive Plattform werden

„Wir sind überzeugt, mit dieser Neuerung unseren Ausstellern und Besuchern weiterhin eine an ihren Bedürfnissen optimal ausgerichtete interaktive Plattform für Business, Information und Austausch bieten zu können", heißt es in einer Pressemitteilung der Messe Nürnberg vom Mittwoch.

Als Vorteil der neuen Platzierung der Vivaness-Area nennt das Messe-Team die ansprechende Atmosphäre der Tageslichthalle. Ein weiterer Vorteilen sei die direkte Lage am Eingang Ost und damit eine optimierte Sichtbarkeit und Besucherfrequenz. Das Nürnberg Convention Center Ost (NCC) und der Kongress finden direkt nebenan statt.

Das neue Konzept wird Stephan Becker von Cosmondial sich nach eigener Aussage genau anschauen. „Wir begrüßen jede Veränderung", betont er. Er und sein Team wünschen sich ein „vernünftiges Konzept, das Sinn ergibt". Wenn das gefunden sei, schließe er eine Rückkehr auf die Vivaness nicht aus.

Lesen Sie auch:

Frank Quiring (Rheingold Institut), Steffen Reese (Naturland), Leon Ginzel (Moderator), Alexander Gerber (Demeter), Jan Plagge (Bioland) (l.-r.)

Messe-Rückblick

Biofach und Vivaness 2023: Alles wie früher?

Auf der ersten regulären Messe nach Corona herrschte Wiedersehensfreude, die Veranstaltungen waren gut besucht. Auch wenn die Anzahl von Ausstellenden und Besuchenden zeigt: Noch ist nicht alles wie vor der Pandemie.

Kommentare

Registrieren oder anmelden, um zu kommentieren.

Weiterlesen mit BioHandel+

Melden Sie sich jetzt an und lesen Sie die ersten 30 Tage kostenfrei!

  • Ihre Vorteile: exklusive Berichte, aktuelles Marktwissen, gebündeltes Praxiswissen - täglich aktuell!
  • Besonders günstig als Kombi-Abo: ausführlich in PRINT und immer aktuell mit ONLINE Zugang
  • Neu: das BioHandel e-Paper inkl. Archivfunktion
30 Tage kostenlos testen
Sie sind bereits Abonnent von BioHandel+? Dann können Sie sich hier anmelden.

Auch interessant: