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Ökolandbau

Verbandsfläche in Bayern wächst um 8,3 Prozent

Die vier größten deutschen Bio-Verbände haben in Bayern über 300 neue Mitgliedsbetriebe hinzugewonnen. Doch auch nach dem jüngsten Flächenzuwachs hinkt das regionale Bio-Angebot der Nachfrage hinterher.

09.02.2022 vonRedaktion

Die vier größten deutschen Bio-Verbände haben in Bayern über 300 neue Mitgliedsbetriebe hinzugewonnen. Doch auch nach dem jüngsten Flächenzuwachs hinkt das regionale Bio-Angebot der Nachfrage hinterher.

Die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern (LVÖ Bayern) meldet für 2021 einen Flächenzuwachs von 25.000 Hektar und damit ein Plus von 8,3 Prozent. Das gab Hubert Heigl, erster Vorsitzender der LVÖ Bayern, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch bekannt. Die Mitgliedsverbände Bioland, Naturland, Biokreis und Demeter haben ihm zufolge im vergangenen Jahr zusammen 358 neue bayerische Betriebe hinzugewonnen, was einem Wachstum von 5,1 Prozent entspricht.

Die Entwicklung sei „grundsätzlich erfreulich“, so Heigl. Die Marktsituation biete Landwirten, die auf Bio umstellen wollen, „gute Chancen, ihre Betriebe nachhaltig in die Zukunft zu führen“. Bio aus Bayern sei stark nachgefragt. Besonders Getreide wie Mais, Roggen oder Braugerste würde den Produzenten gerade „aus den Händen gerissen“, neue Bio-Betriebe würden „händeringend gesucht“, sagte Andreas Hopf, Geschäftsführer der Vermarktungsgesellschaft Bio-Bauern mbH.

Die gesamte nach Öko-Richtlinien bewirtschaftete Fläche in Bayern beträgt laut Angaben der LVÖ knapp 13 Prozent. Zum Jahresende 2020 waren es dem bayerischen Landwirtschaftsministerium zufolge 12,4 Prozent. Um das 30-Prozent-Ziel zu erreichen, müssten ab 2022 jedes Jahr zwei Prozent mehr Bio-Fläche hinzukommen, teilt die LVÖ mit. „Deshalb braucht es jetzt weiter gute Rahmenbedingungen, um den Schwung der Nachfrage mitzunehmen für mehr Umstellungen. Bayern muss deshalb gewährleisten, dass Bio-Betriebe auch in Zukunft ausreichend für ihre Mehrleistungen honoriert werden“, so Heigl. Die Schlüsselrolle des Ökolandbaus für eine enkeltaugliche Lebensmittelversorgung müsse sich in der neuen Förderarchitektur widerspiegeln. „Wir brauchen dringend Nachbesserungen im Nationalen Strategieplan bei den Eco-Schemes“, appellierte Heigl an die Politik.

Unter dem Begriff „Eco-Schemes“, auf Deutsch „Öko-Regelungen“, vergibt die EU ab 2023 ein Viertel ihrer Agrardirektzahlungen gezielt an Landwirte, die besonders umweltverträglich wirtschaften. Das alte Kabinett verabschiedete in seiner letzten Sitzung Verordnungen der alten Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, nach denen Bio-Betriebe bei einigen dieser Öko-Regelungen nicht mitmachen dürfen. Mehr dazu lesen Sie hier. (kam)

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