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Rewe testet unverpackte Bioware

Die Handelskette Rewe hat Ergebnisse aus ihrem Test mit unverpacktem Bio-Obst und -Gemüse öffentlich gemacht. Die Tendenz fällt pro Verpackung aus, wenn auch möglichst ressourcenschonend und plastikfrei.

07.08.2020 vonRedaktion

Laut den Testergebnissen von Rewe zogen Kunden bei einigen Artikeln die verpackte Variante der unverpackten vor.

Die Handelskette Rewe hat Ergebnisse aus ihrem Test mit unverpacktem Bio-Obst und -Gemüse öffentlich gemacht. Die Tendenz fällt pro Verpackung aus, wenn auch möglichst ressourcenschonend und plastikfrei.

In seinen Deutschland-Filialen bietet der Handelskonzern Rewe jetzt Obst und Gemüse in Bio-Qualität weitestgehend ohne Plastik oder mit verbesserter Verpackung an. Dadurch spart das Unternehmen laut eigenen Angaben 210.000 Kilogramm Plastik und 80.000 Kilogramm Papier im Jahr ein.

Vorausgegangen war ein sechsmonatiger "Unverpackt-Test" in 630 Märkten im Südwesten Deutschlands. "Wir haben in den vergangenen Monaten wichtige Erkenntnisse gewonnen, bei welchen der 126 Bioprodukte wir verantworten können, auf die Verpackungen zu verzichten", sagt Peter Maly, der bei Rewe als Geschäftsführer für den Vertrieb verantwortlich ist.

Bio-Artikel, die Rewe Unverpackt anbieten wird sind laut Unternehmensangaben: Aubergine, Porree, Roma-Tomate, Paprika, Sellerie, Äpfel, Weißkohl und Fenchel. Schon vor dem Test hat Rewe bei Bio-Bananen und Bio-Gurken auf Folie verzichtet und Bio-Süßkartoffeln gelasert. Das werde auch in Zukunft so bleiben.

Bei anderen Produkte, die aus verschiedenen Gründen verpackt bleiben, soll die Hülle möglichst plastikfrei und ressourcenschonenden ausfallen.

Zum Beispiel könne das Unternehmen mit unverpacktem Bio-Eisbergsalat zwar 3.000 Kilogramm Plastik im Jahr einsparen, gleichzeitig würden aber 18,5 Tonnen durch Frischeverlust unverkäuflich und müssten entsorgt werden. "Die dünnen Folien beugen mit einem sehr geringen Ressourcenverbrauch also effektiv der Lebensmittelverschwendung vor", schreibt Rewe. Aus welchem Material die Folien bestehen, wird nicht genannt.

Erhöhte Abschriften habe Rewe auch bei Bio-Broccoli verzeichnet, der ohne Folie schneller aufblüht und an Frische verliert. Empfindliche Beerenfrüchte sowie frische Blattsalate wie Feldsalat, Rucola und Romanasalatherzen in Bio-Qualität müssten laut den Testergebnissen ebenso geschützt und deshalb in optimierten Verpackungen angeboten werden, was Rewe laut eigenen Angaben unter anderem bei Beeren bereits zum größten Teil umgesetzt hat.

„Verbrauchervotum klar pro Verpackung“

Bei manchen Artikeln stellte Rewe laut Pressemitteilung fest, dass Kunden die im Testzeitraum angebotene unverpackte Ware liegen ließen und stattdessen zur konventionellen Variante mit Verpackung griffen.

Als Beispiel führt das Unternehmen Karotten an, bei denen das „Verbrauchervotum klar pro Verpackung“ ausgefallen sei. Darüber, welche Umstände insgesamt dazu geführt haben könnten, dass mehr verpackte Karotten aus konventionellem Anbau verkauft worden sind als solche in Bio-Qualität und unverpackt, schreibt Rewe nichts.

Dem Konzern zufolge wünschen sich Verbraucher Verpackungen unter anderem zum Schutz empfindlicher Waren oder weil die Handhabung vorverpackter Produkte bequemer ist. Tafeltrauben gebe es deshalb bei Rewe in einer handlichen Tragetasche aus Papier.

Für den Lebensmittelhändler selbst sind Verpackungen zum Bündeln von Bio-Obst und -Gemüse in sinnvollen Verkaufseinheiten wichtig. Dafür setzt Rewe bei Obst überwiegend Pappschalen ein, die ohne eine oft übliche Ummantelung aus dünner Plastikfolie auskommen.

Um Bio-Ware rückverfolgbar zu machen, oder von konventionellen Pendants zu unterscheiden, kennzeichnet Rewe die Produkte einzeln mit Klebeetiketten oder Banderolen. Ist das nicht möglich, kommen laut eigenen Angaben Netze als ressourceneffiziente Bündelung zum Einsatz.

Umstellung auf umweltfreundlichere Verpackungen noch schwierig

Rewe weist in seiner Mitteilung daraufhin, dass eine Umstellung auf ressourcenschonendere oder umweltfreundlichere Verpackungsalternativen oft aktuell an den Möglichkeiten in den Packstellen der Lieferanten scheitere. Zwar gäbe es die Bereitschaft, in entsprechende Anlagen zu investieren, jedoch benötigten die Lieferanten dafür noch Zeit. Betroffen davon seien viele Früchte, etwa Bio-Nektarinen und Bio-Kiwi, die Rewe deshalb nicht in optimierten Verpackungen anbieten könne.

Anm.d.Red.: Der Artikel wurde am 12.08.2020 aktualisiert.

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