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Sortimentsentwicklung

Trockenprodukte befeuern den Umsatz im Bio-Fachhandel

Mehl und andere Trockenprodukte haben sich im Corona-Jahr besonders gut verkauft. Das spiegelt sich auch in den Top-Aufsteiger-Marken aus dem bioVista Handelspanel wieder.

16.03.2021 vonKatrin Muhl

Der Trend zum Selberbacken bescherte dem Bio-Fachhandel 50 Prozent Umsatzwachstum bei Mehl.

Mehl und andere Trockenprodukte haben sich im Corona-Jahr besonders gut verkauft. Das spiegelt sich auch in den Top-Aufsteiger-Marken aus dem bioVista Handelspanel wieder.

Der Naturkostfachhandel wächst und wächst. Von 2015 bis 2020 legte der Vertriebskanal um 37,6 Prozent (kumuliert, flächenbereinigt) zu. Besonders im „Corona-Jahr“ ist noch einmal deutlich mehr Geld in die Kassen der Bioläden gespült worden: Gegenüber 2019 konnten Fachhändler ihren Umsatz um 16,4 Prozent steigern.

Die Branchenentwicklung im Naturkostfachhandel von 2015 bis 2020.

Dass vor allem Trockenprodukte den Umsatzzuwachs befeuert haben, zeigen Daten aus dem Handelspanel des Marktforschungsunternehmens bioVista. Darin erfasst sind die Scanner-Kassendaten von 260 Naturkost-Läden und Bio-Supermärkten.

Der durchschnittliche Umsatz aller am Handelspanel von bioVista teilnehmenden Läden kletterte auf 2,2 Millionen Euro. Das bedeutet ein Umsatzplus von knapp 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders ausgeprägt war das Wachstum in den Lockdown-Monaten März und Dezember. Denn zu den ohnehin verkaufsstarken Oster- und Weihnachtsgeschäften kamen die pandemiebedingten Bevorratungsverkäufe. Laut Fabian Ganz, Vertriebsleiter bei BioVista, wurde „seltener, planvoller, wertintensiver und für mehr Tage im Voraus“ eingekauft. Der Trend entwickelte sich hin zum One-Stop-Shopping mit volleren Einkaufswagen und höheren Bons.

Umsatzverteilung auf die Warensegmente

Den größten Zuwachs verzeichneten die Trockenprodukte, bei Frische ging der Umsatzanteil leicht zurück.

Schokolade und Wein legen am stärksten zu

Die Genussmittel Schokolade und Wein laufen im Bio-Fachhandel laut Ganz grundsätzlich gut. In der Pandemie haben sie einen weiteren Schwung erlebt und als „Top-Aufsteiger“ insgesamt am stärksten zugelegt. Ganz führt die Entwicklung darauf zurück, dass sich die Verbraucher in den zurückliegenden, von Corona geprägten Monaten gerne etwas gegönnt hätten. Unter den Schokoladen waren ihmzufolge hochprozentige Sorten besonders beliebt. Zum Anstieg beim Wein habe auch die geschlossene Gastronomie beigetragen. Statt sich in Bars auf einen Drink zu treffen, oder sich im Restaurant einen Tropfen zum Abendessen außer Haus einschenken zu lassen, legten Verbraucher im Bioladen mehr Weinflaschen als sonst aufs Band.

Gemessen am durchschnittlichen Jahresumsatzzuwachs pro Händler belegen Pflanzendrinks – nach Schokolade und Wein – Platz drei. Die veganen Milchalternativen entwickeln sich seit Jahren dynamisch und sind laut Ganz mittlerweile „fast ebenbürtig mit Kuhmilch“. Vor allem Haferdrinks und Barista-Editionen sind dem Marktexperten zufolge beliebt. (siehe Infografik: Durchschn. Jahresumsatzzuwachs pro Händler)

Angetrieben durch den Trend zum Selberbacken stieg der Umsatz bei Mehl um satte 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (siehe Infografik: Umsatzänderung in % ggü. Vorjahr) Am besten verkaufte sich die Sorte Dinkel – laut Ganz „typisch für den Bio-Fachhandel“.

Top-Aufsteiger "Sortimente": Schokolade und Wein liegen vorn, stark zugelegt haben auch die Pflanzendrinks – hier auf Platz drei.

Top-Marken im Bio-Fachhandel wachsen mit Basisprodukten

Rapunzel und die Handelsmarken Dennree und „bioladen“ sind die Top-Marken im Bio-Fachhandel gemessen am Jahresumsatzzuwachs pro Händler. Zu ihrem Wachstum trugen Ganz zufolge in erster Linie Basisprodukte wie Mehl, Konserven, Nussmuse oder Hülsenfrüchte bei. Prozentual am stärksten zugelegt haben der Getreidespezialist Spielberger (43 Prozent), Feinkosthersteller Byodo (30 Prozent) und die Weiling-Eigenmarke „bioladen“ (25 Prozent).

Der Erfolg von Rapunzel lässt vermuten, dass die Empörung, die Gründer und Geschäftsführer Joseph Wilhelm im Mai mit seinen Thesen zur Corona-Pandemie hervorrief, dem Unternehmen kaum geschadet hat.

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