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Teeabsatz im Bio-Fachhandel wächst um mehr als zehn Prozent

Bio-Tee wird immer beliebter. Davon profitieren auch Bioläden, die 2020 deutlich mehr Tee verkauften als noch im Jahr davor. Am stärksten fragten Kunden dort Früchtetees nach, wie Zahlen von bioVista zeigen.

23.09.2021 vonKatrin Muhl

Gemütliches Beisammensein im Kreise der Familie und Homeoffice haben laut Fabian Ganz von bioVista zum erhöhten Teekonsum im Corona-Jahr 2020 beigetragen.

Bio-Tee wird immer beliebter. Davon profitieren auch Bioläden, die 2020 deutlich mehr Tee verkauften als noch im Jahr davor. Am stärksten fragten Kunden dort Früchtetees nach, wie Zahlen von bioVista zeigen.

Die Deutschen trinken immer mehr Bio-Tee. Das geht aus dem aktuellen Teereport hervor, den der „Deutsche Tee und Kräutertee Verband“ jedes Jahr herausgibt. Demnach stammten 13,5 Prozent der 2020 verkauften Kräuter- und Früchtetees aus biologischer Erzeugung (2019: 11 Prozent), bei Schwarz- und Grüntees waren es 12,9 Prozent (2019: 12 Prozent). Am gesamten Teeabsatz machten Bio-Kräuter- und Früchtetee neun Prozent, Schwarz- und Grüntee vier Prozent aus.

Auch der Bio-Fachhandel spürte im vergangenen Jahr die gestiegene Nachfrage nach Tee, bestätigt Fabian Ganz, Vertriebsleiter beim Marktforschungsunternehmen bioVista, auf Nachfrage von BioHandel. Homeoffice und gemütliches Beisammensein im Kreise der Familie hätten ihm zufolge dazu beigetragen, „dass Tee vermehrt daheim getrunken und auch entsprechend gekauft wurde“.

Früchtetee legt im Bio-Fachhandel am stärksten zu

In Bioläden wurden laut bioVista-Zahlen, 10,2 Prozent mehr Tee abgesetzt als 2019 (siehe Infografik). Früchtetee legte dabei mit 14,3 Prozent am stärksten zu. Dahinter folgten Schwarz- und Kräutertee mit einem Plus von je 10,6 Prozent. Der Absatz von Grüntee stieg um 8,9 Prozent. Weniger verkauft wurden Probier-, Geschenk-, und Mischsets. Hier verzeichnete der Bio-Fachhandel ein Absatzminus von 5,6 Prozent.

Saisonale Schwankungen vor allem bei Kräutertee

Weil das Tee-Geschäft stark von der Saison abhängt, entwickeln sich die Absatz- und Umsatzzahlen über das Jahr hinweg verschieden. „In den kalten Monaten steigt der Absatz, in den wärmeren Monaten fällt der Absatz wieder deutlich“, so Ganz. Besonders gut zu beobachten sei das Phänomen bei Kräutertee (siehe Infografiken), auf den knapp 70 Prozent des Teeabsatzes im Naturkostfachhandel entfallen. Grüntee, Früchtetee und Schwarztee seien dagegen stabiler, „aber auf einem deutlich geringeren Niveau“, erklärt Ganz.

Neben dem Verbrauch von Bio-Tee ist auch der Teekonsum insgesamt gestiegen: 2020 tranken die Deutschen zwei Liter mehr pro Kopf als noch im Jahr davor. Der Teeverband, der diese Zahl erhoben hat, erklärt die Entwicklung mit einem „stark gewachsenen Interesse an gesunder, natürlicher Ernährung und funktionalen Lebensmitteln, das in Zeiten von Corona für viele Menschen noch einmal an Bedeutung gewonnen hat“.

Ob sich der positive Tee-Trend in diesem Jahr fortsetzt, bleibt abzuwarten. Der laut bioVista umsatzstärkste Monat für den Absatzbringer Kräutertee im Bio-Fachhandel, der Dezember, steht noch bevor.

Kürzlich entdeckte die Stiftung Warentest Pestizide und unerwünschte Pflanzeninhaltsstoffe in Proben von Bio-Kräutertee. Mehr dazu lesen Sie hier: „Ungenügend“ für fünf Bio-Kräutertees.

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