Biohandel

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Studie „Grüne Marken des Jahres“

Verbraucher wählen Demeter zur nachhaltigsten Marke Deutschlands

Der Anbauverband bekommt in einer Umfrage des „Stern“ Bestnoten unter anderem in den Bereichen Wichtigkeit, Engagement und Klimaschutz. Auch andere Bio-Unternehmen schneiden gut ab.

Das Bio-Siegel Demeter ist die nachhaltigste Marke der Republik. Das ist ein Ergebnis der repräsentativen Studie „Grüne Marken des Jahres“, die das unabhängige internationale Forschungsinstitut Yougov im Auftrag des Magazins „Stern“ durchgeführt hat. In den abgefragten Kategorien Wichtigkeit, Engagement, Klimaschutz, Ressourcenschonung, Regionalität, Fairness und Nachhaltigkeit bekam Demeter Höchstnoten. Dahinter folgte mit Bioland ein weiterer Anbauverband.

„Das Ergebnis ist die Frucht der Arbeit einer großen Gemeinschaft: Unsere Mitglieder – von der Landwirtin über den Hersteller bis hin zum Händler – sind dankbar, dass ihre Arbeit und ihr Wirken bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern so große Anerkennung finden“, teilte Demeter-Vorstand Alexander Gerber mit. „Dass Verbraucherinnen und Verbraucher uns zur ,Nachhaltigsten Marke Deutschlands‘ gewählt haben, bestätigt uns nicht nur, sondern ist auch Verpflichtung, diesen Weg weiter zu gehen.“

Gute Noten auch für Bio-Filialisten, Rabenhorst und Weleda

Für die Umfrage wurden zunächst 12.300 Verbraucher gefragt, welche 790 Marken sie für nachhaltig halten. Abgefragt wurden die Kategorien Wichtigkeit, Engagement, Klimaschutz, Ressourcenschonung, Regionalität, Fairness und Nachhaltigkeit. In einer zweiten Runde beurteilten noch einmal 20.400 Verbraucher jeweils zehn besonders nachhaltige Marken aus zehn Branchen in sieben Kategorien.

Demeter belegte im Bereich „Lebensmittelmarken“ den ersten Platz. „Über die gesamte Studie hinweg konnte keine Marke in keiner Kategorie und Branche eine höhere Bewertung bei den Verbrauchern erreichen“, teilte der Anbauverband mit.

Neben Demeter schnitten auch andere Bio-Unternehmen bei der Wahl gut ab. In der Kategorie „Lebensmittelhandel“ landeten die Biomärkte von Super-Bio-Markt, Alnatura und Denn´s auf den ersten Plätzen. Im Bereich „Getränke“ gewann Fruchtsaftspezialist Rabenhorst vor Bionade. Und bei „Pflege- und Kosmetik“ wählten die Verbraucher Weleda zur nachhaltigsten Marke in Deutschland. Hier geht’s zu den Ergebnissen der Umfrage (nur mit „Stern"-Abonnement lesbar).

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Kommentare

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Tina Otte

Wenn der Stern Demeter und Bioland als Marken darstellt, kann man sagen: Sie haben es einfach nicht besser gewusst! Wenn das aber hier in unserem Fachhandelsjournal völlig unkritisch einfach so übernommen wird, kann ich mich wirklich nur wundern.

Dass Demeter in den meisten Bereichen die konsequentesten Richtlinien hat, ist ja bekannt. Wenn aus diesem Grund bei den Verbrauchern ein großes Vertrauen besteht, ist dies entsprechend nachvollziehbar und wirklich erfreulich. Bioland ist der größte Anbauverband und dementsprechend bekannt. Diese beiden Verbandszeichen allerdings als Marke darzustellen, kommt dem gleich, Elektroautos und Hybridfahrzeuge unter der Kategorie Autos als nachhaltigste „Marken“ darzustellen. Denn das sind genauso wie Demeter und Bioland im Sinne des Markenrechts keine Marken, oder gibt es da Zweifel? Eine Marke ist demnach immer an ein Unternehmen gebunden, was bei den beiden Verbandszeichen nicht zutrifft. Ganz im Gegenteil können ja unterschiedliche Markeninhaber und Hersteller, also Unternehmen, diese als Qualitätssiegel tragen, wofür sie ja auch gedacht sind. Dies wird von unabhängigen Kontrollinstanzen überprüft, und zwar selbstauferlegt, was bisher in der Wirtschaft einmalig ist. Daher ja auch die nachweislich verlässliche Qualität. Wenn Mängel aufgedeckt werden, ist nicht etwa das Qualitätssiegel in Frage zu stellen, denn für die Einhaltung der Regeln sind die Firmen, bzw. Hersteller selbst verantwortlich, nicht etwa der Verband.

Es ist zu befürchten, dass dieser Stern-Artikel, statt für Aufklärung zu sorgen, den Verbrauchern und Kunden eine differenzierte Betrachtung und Beurteilung der Kriterien für Nachhaltigkeit langfristig immer schwerer machen wird. Der Begriff „Bio“ ist ja geschützt und wird in dem Artikel einfach mit dem Begriff Nachhaltigkeit vermischt, wofür es ja noch gar keine messbare und klare Definition gibt. Statt für Transparenz zu sorgen schafft das jedoch noch mehr Verwirrung. Doch vielleicht ist ja genau das so gewollt...mit einem entsprechenden Marketing, das mehr Schein als Sein darstellt, lässt sich ja alles gut verkaufen. So ganz nebenbei auch die weniger nachhaltigen Produkte.

Von unserer Fachhandelspresse würde ich mir hier eine kritischere Betrachtung wünschen, zu einem Artikel, in dem die Andechser Molkerei als nachhaltig dargestellt wird, weil die Milch von regionalen Milchbauern kommt.

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