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special Trends Kurzmeldungen 3/98

Trends März 1998 Kurzmeldungen Jede dritte Mark wird für Fast Food ausgegeben Ein Hamburger im Vorbeigehen, eine Tüte Chips für unterwegs - daran wird im Gegensatz zu anderen Bereichen nicht gespart. Wie der Branchendienst BBE berichtet, geben die Deutschen jede dritte Mark ihres Nahrungsmittelbudgets nicht für die heimische Küche aus. Doch die Gewinner dieser Entwicklung sind nicht die Restaurants - die gönnt man sich tendenziell weniger -, sondern
28.02.1998
Trends März 1998 Kurzmeldungen Jede dritte Mark wird für Fast Food ausgegeben Ein Hamburger im Vorbeigehen, eine Tüte Chips für unterwegs - daran wird im Gegensatz zu anderen Bereichen nicht gespart. Wie der Branchendienst BBE berichtet, geben die Deutschen jede dritte Mark ihres Nahrungsmittelbudgets nicht für die heimische Küche aus. Doch die Gewinner dieser Entwicklung sind nicht die Restaurants - die gönnt man sich tendenziell weniger -, sondern

Trends März 1998 Kurzmeldungen Jede dritte Mark wird für Fast Food ausgegeben
Ein Hamburger im Vorbeigehen, eine Tüte Chips für unterwegs - daran wird im Gegensatz zu anderen Bereichen nicht gespart. Wie der Branchendienst BBE berichtet, geben die Deutschen jede dritte Mark ihres Nahrungsmittelbudgets nicht für die heimische Küche aus. Doch die Gewinner dieser Entwicklung sind nicht die Restaurants - die gönnt man sich tendenziell weniger -, sondern der Fast-Food-Bereich an Tankstellen, am Kiosk, in Kinos, Stadien, Bahnhöfen und Flughäfen.

City-Logistik ist auch ein Einstieg
in Heimlieferservice

In Nürnberg hat der Modellversuch zu einer neuen Transport-Logistik die Bewährungsprobe bestanden. Das Projekt mit dem langen Namen "Innerstädtischer Service mit optimierten Dienstleistungen für den Einzelhandel" (kurz Isolde) versorgt die Geschäfte mit Waren und nimmt Verpackungsmaterial mit. Durch Synergieeffekte trägt es zu einer Verringerung der Verkehrsbelastung bei. Die Isolde-Fahrzeuge holen die Güter an einem Sammelpunkt ab und karren sie - teils mit Elektro-Transportern - in die Fußgängerzone. Dabei wird den Kunden auch angeboten, schwere oder zerbrechliche Waren direkt nach Hause zu liefern. Später soll dieses System zu einem Heimlieferservice nach amerikanischem Vorbild ausgebaut werden (telefonische Bestellung). Bundesweit denken rund hundert Kommunen über derartige Logistik-Projekte nach.

Moralische Aspekte werden
beim Einkaufen immer wichtiger

Das Motto "meine Mark bekommt nicht jeder" spielt in deutschen Haushalten eine immer größere Rolle. Nach einer Emnid-Umfrage hat sich jeder Dritte schon einmal an einem Produkt-Boykott beteiligt... Allein mit dem Transfair-Gütesiegel wurden im Jahr 1996 100 Millionen Mark umgesetzt (Kaffee, Tee und Schokolade).Und: 48 Prozent der Verbraucher verlangen den Verzicht auf Kinderarbeit Wie die Firmen im Bereich Kosmetik, Körperpflege und Waschmittel abschneiden, stellt ein neuer "Unternehmenstester" dar. Der "Ratgeber für den verantwortlichen Einkauf" ist im Rowohlt Verlag erschienen und kostet 14,90 Mark.

KundInnen werden immer mehr
zu unbekannten Wesen

Marktforscher tun sich schwer mit den Verbrauchern. Innerhalb kürzester Zeit lassen sich enorme Wanderungsbewegungen zwischen verschiedenen Kunden-Typen feststellen. Ein Beispiel: Laut "C.Monitor '97", einer Studie der Firma Koidl & Cie, legte der Convenience-Typ innerhalb eines Jahres (von 1996 auf 1997) um 21 auf 30 Prozent zu. Gleich geblieben ist dagegen mit 32 Prozent die Gruppe der Konservativen, die als preisbewusst und planungsstark beschrieben werden. Mit 38 Prozent immer noch an der Spitze steht der Typ der sogenannten "Bodenständigen", deren Verhalten als schwankend gilt: zwischen Spontankäufen und kontrolliertem Verhalten. Ihre Zahl brach dementsprechend um 21 Prozentpunkte ein. Laut einem weiteren Ergebnis der Studie hat sich das Umweltbewusstsein entscheidend verschlechtert. Während 1996 noch knapp 70 Prozent der Konsumenten angaben, im Alltag ständig auf Umweltschutz zu achten, hat sich diese Zahl auf 30,5 Prozent mehr als halbiert.

special-Buch-Tip:
Emotionale Intelligenz

Ein Buch, das ausdrückt, was diese Branche, als sie sich noch Bewegung nannte, auf ihre nicht vorhandenen Fahnen schrieb. Daniel Coleman hat die neue Erfolgsformel geprägt: EQ statt IQ. Er setzt auf Emotionale Intelligenz. Wie wäre es denn mit der Koppelung beider Fähigkeiten? Genau die propagiert der Klinische Pyschologe, der an der Harvard Universität gelehrt hat und sich nun als Fachjournalist betätigt. Genauso wichtig wie der Intelligenz-Quotient ist seiner Erfahrung nach der "Emotionale Quotient". Dessen Größe zeigt sich im Verständnis füreinander und im Umgang mit menschlichen Gefühlen. Nur wenn das emotionale und das rationale System gut kooperieren, läßt sich jede Herausforderung kompetent meistern. Grundlage für Golemans Botschaft sind neue Thesen verschiedener Forschungsansätze und Ergebnisse jüngster Hirnforschung sowie Kognitionswissenschaft. Der wissenschaftliche Teil des Buches, der sich glücklicherweise nicht zu trocken liest, wird durch zahlreiche Alltagsszenarien und Fallbeispiele lebendiger.
Daniel Goleman, Emotionale Intelligenz, 420 Seiten, 16,90 DM dtv München, ISBN 3-423-36020-8.

Jeder Haushalt gibt im Schnitt 5 840 Mark
für Ernährung aus

Im Jahr 1995 gab jeder deutsche Haushalt im Schnitt 5 840 Mark für Nahrungsmittel aus. In der Rangliste des gesamten privaten Konsums steht dieses Budget damit auf Platz zwei. Das meiste Geld ging für Miete drauf (9 795 Mark). Das Auto rangiert mit 4875 Mark jährlich auf Platz vier hinter Freizeit, Reisen und Unterhaltung (5 145 Mark). Insgesamt sinkt der Kaufkraft-Anteil, den der Einzelhandel vom verfügbaren Einkommen abschöpfen kann, stetig. Gab "Otto Normalverbraucher" in den 50er Jahren noch drei Viertel seines Geldes für den Grundbedarf aus, so sind es heute noch gut 40 Prozent. Nach Angaben des Branchendienstes BBE wird sich der Lebensmittelhandel aber auch in Zukunft ein gutes Stück vom Kuchen abschneiden. Die Fachleute gehen von steigenden Umsätzen in diesem Bereich aus, während zum Beispiel den Textilhändlern schwierige Zeiten vorausgesagt werden.

Blitzlichter


Die rechte Szene versucht rund 200 Tauschring-Initiativen zu unterwandern. Wie der Spiegel berichtet, sehen die Nationalisten in den Selbsthilfeorganisationen ihre Idee von einer unverdorbenen Volksgemeinschaft verwirklicht. In den Nachbarschafts-Selbsthilfegruppen werden Dienstleistungen auf Gegenseitigkeit ohne finanzielle Verrechnung organisiert. Etwa nach dem Motto: Schneidest Du mir meine Haare, helfe ich Dir im Garten.

Die Rinderseuche BSE überträgt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf direktem Weg vom Muttertier aufs Kalb. Wie Wissenschaftler der EU herausgefunden haben, entwickeln fünf bis 15 Prozent der Kälber die Krankheit, wenn die Kuh infiziert ist. Bisher hatte man angenommen, dass sich BSE nur auf indirektem Wege überträgt, also per Vererbung.


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