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Sortimentsrichtlinien: Klare Ansage an Ecocert

für Wasch- und Reinigungsmittel mit Ecocert-Zertifizierung bald aus den Sortimentsrichtlinien des Biofachhandels. Das hat Gründe.
14.01.2019
für Wasch- und Reinigungsmittel mit Ecocert-Zertifizierung bald aus den Sortimentsrichtlinien des Biofachhandels. Das hat Gründe.

Der internationale Zertifizierer Ecocert muss seinen Standard für Wasch- und Reinigungsmittel (WPR) weiterentwickeln. Ansonsten sind WPR-Produkte mit Ecocert-Zertifizierung nach den Sortimentsrichtlinien des Biofachhandels bald nicht mehr erlaubt.

Warum Ecocert seinen WPR-Standard anpassen muss

Ecocert erlaubt in seinem WPR-Standard Enzyme, die von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt wurden. Gentechnikfrei muss lediglich das Substrat sein, von dem sich die Mikroorganismen ernähren. Auch sind eine Reihe von Inhaltsstoffen petrochemischen Ursprungs zugelassen.

Dennoch wurde in den vom Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) und vom Naturkost Süd getragen Sortimentsrichtlinien (SRL) die Ecocert-Zertifizierung für WPR bisher anerkannt, ebenso wie die Standards von Austria Bio Garantie, Ecocarantie, NCP (Nature Care Product).

Übergangszeit bis Ende 2022

Im Dezember 2018 hat das für die Entwicklung der SRL zuständige Lenkungsgremium beschlossen, den Ecocert-Standard nicht weiter anzuerkennen und nur noch bis Ende 2022 zu dulden. Das Lenkungsgremium fordert den Zertifizierer auf, während dieser Übergangszeit seinen Standard weiterzuentwickeln.

„So muss Ecocert bis spätestens Ende 2022 die Möglichkeiten zum Einrsatz (teil-)petrochemischer Inhaltsstoffe noch weiter reduzieren und den Verzicht auf Enzyme, die durch gentechnisch veränderte Mikroorganismen hergestellt werden, vorschreiben, damit Produkte mit diesen Labels weiterhin im Naturkostfachhandel geführt werden können“, schreibt Cornelia Dressler vom BNN in der aktuellen Mitgliederinfo von Naturkost Süd.

Was Hersteller jetzt beachten müssen

Hersteller, die in dieser Zeit das Ecocert-Siegel weiter verwenden, müssen lückenlos nachweisen, dass eingesetzte Enzyme gentechnikfrei hergestellt wurden und dies auf der Verpackung dokumentieren, heißt es in der Richtlinie. Darin wird Ecocert auch aufgefordert, jährlich bis 30. Juni zu berichten, welche Entwicklungsschritte zum Ersatz (teil-)petrochemischer Inhaltsstoffe umgesetzt wurden. Die anderen Standards erlauben neben den auch in der Naturkosnmetik zulässigen naturidentischen Konservierungsstoffen lediglich den Bleichmittelaktivator TAED und Polyaspartate als Komplexbildner. Ecocert ist da bisher deutlich großzügiger.

Derzeit tragen noch zahlreiche Produkte der Hersteller Almawin/Klar, Ecover und Sodasan das Ecocert-Siegel, oft zusätzlich zum Ecogarantie-Siegel.

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