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Was tun bei einem Überfall?

Raubüberfall mit Schusswaffe auf Biomarkt bei Fürth

Ein bewaffneter Mann hat am Mittwochabend einen Biomarkt in Zirndorf überfallen. Die Polizei gibt Tipps, wie Ladner in einer solchen Situation am besten reagieren – und vorbeugen können.

14.10.2021 vonKatrin Muhl

Ausnahmezustand in der Wilhelmshöher Allee in Kassel: Ein Biomarkt wurde von einem Räuber überfallen. (Symbolbild)

Ein bewaffneter Mann hat am Mittwochabend einen Biomarkt in Zirndorf überfallen. Die Polizei gibt Tipps, wie Ladner in einer solchen Situation am besten reagieren – und vorbeugen können.

Ein Biomarkt kurz vor Ladenschluss. Es befinden sich keine Kunden mehr im Markt. Plötzlich legt ein Mann seine Einkaufstasche auf den Ladentresen. Dann zieht er eine Schusswaffe und fordert Bargeld. So passiert am Mittwochabend gegen 20 Uhr in einem Biomarkt in Zirndorf im Landkreis Fürth. Weil die Kassiererin kein Geld herausgab, flüchtete der Unbekannte ohne Beute, teilt die Polizei mit. Verletzt wurde niemand. Nun suchen die Ermittler Zeugen (siehe Infokasten).

Ähnliche Szenen kennt der Lebensmitteleinzelhandel vergleichsweise gut. Den Angaben der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik zufolge ereignen sich dort 51 Prozent der Raubüberfälle, die meisten davon wie in Zirndorf kurz vor Ladenschluss zwischen 19 und 22 Uhr. Dennoch wurde ein Biomarkt in Kassel an einem Tag im Juli frühmorgens überfallen. Laut Polizeibericht betrat ein unbekannter Mann – schwarze Kleidung, kräftige Statur – gegen 5.35 Uhr den Laden und erbeutete mit vorgehaltener Schusswaffe eine nicht bekannte Summe Bargeld und flüchtete anschließend mit dem Fahrrad.

Die Polizei sucht noch nach Hinweisen zum Zirndorfer Tatverdächtigen, der laut ersten Erkenntnissen wie folgt beschrieben wird:

  • etwa 30 Jahre
  • 180 cm groß
  • normale Statur
  • schwarze Jacke
  • schwarze Mütze mit darüber gezogener Kapuze
  • silberne Schuhe
  • fränkischer Dialekt

Telefonnummer der Polizei Mittelfranken: 0911 2112 -3333

Richtiges Verhalten bei einem Raubüberfall

Darüber, was im Ernstfall zu tun ist, informiert die polizeiliche Kriminalprävention. Gegenwehr, Hilferufe und lauter Alarm sind demnach bei einem Raubüberfall zunächst tabu. Stattdessen sollten betroffene Einzelhändler dem Täter genau zuhören und seine Anweisungen ruhig und widerspruchslos befolgen. Gefordertes Geld sollte sofort herausgegeben werden. Die Hände sollten dabei für den Täter gut sichtbar sein.

Außerdem rät die Polizei, sich die persönlichen Merkmale des Täters genau einzuprägen. Die Hinweise könnten für den späteren Ermittlungserfolg ausschlaggebend sein. Sind mehrere Täter beteiligt, rät die Polizei, sich auf einen zu konzentrieren, „dann können Sie diesen später besser beschreiben“.

Die BGHW rät zu Fahndungsblättern mit folgenden Merkmalen, die im Laden bereitliegen sollten:

  • Geschlecht
  • Größe
  • Geschätztes Alter
  • Statur
  • Kleidung (Schuhe, Jacke, Hose, Kopfbedeckung etc.)
  • Haarfarbe und Frisur (falls sichtbar)
  • Auffälligkeiten im Gesicht (Brille, Bart, Narben etc.)
  • Waffen
  • Beute und Transportart
  • Fluchtfahrzeug (Typ, Farbe, Kennzeichen)

Ist der Raubüberfall schließlich vorüber, sollten Ladner die Polizei informieren, mit allen Zeugen den Verkaufsraum verlassen und die Außentüren schließen. Für die Spurensicherung ist es wichtig, dass am Tatort möglichst niemand mehr etwas berührt. Bis die Polizei eintrifft, können sich Ladner Notizen zu den persönlichen Merkmale des Täters machen und die Namen und Adressen der Zeugen aufschreiben.

Raubüberfall vorbeugen

Ladengestaltung

Um den eigenen Laden möglichst unattraktiv für Räuber zu machen, sollten Bio-Einzelhändler ihre Geschäftsräume sowie die Aus- und Eingänge hell und übersichtlich gestalten. Auch von außen sollte der Laden gut einsehbar sein. Sensible Bereiche des Ladens sollten Dritte nicht ohne Weiteres betreten können. Alarmanlagen und Überwachungskameras mit Aufzeichnungsfunktion sind laut Polizei grundsätzlich empfehlenswert.

Da alle Läden unterschiedlich sind, berät die Polizei bei Fragen zur baulichen und technischen Sicherung des Ladens auch individuell.

Geld

Größere Bargeldbeträge sollten nicht in Geschäftsräumen aufbewahrt werden. Die Polizei empfiehlt stattdessen das Geld abholen zu lassen oder einen Tresor. Beim Sortieren, Zählen oder Bündeln von Geld sollten sich Ladner und Mitarbeiter nicht beobachten lassen.

Mitarbeiter vorbereiten

Ladner sollten ihr Personal regelmäßig im richtigen Verhalten schulen. Dazu gehört, dass Mitarbeiter niemals mit Außenstehenden über Sicherheitsmaßnahmen sprechen, oder darüber wo Wertgegenstände und Bargeld im Laden aufbewahrt werden.

Beim Auf- und Abschließen der Geschäftsräume sollten Mitarbeiter auf verdächtige Personen in der näheren Umgebung achten. Personen, die sich ohne erkennbaren Grund in den Geschäftsräumen aufhalten, sollten angesprochen werden. Bei Verdacht sollten Mitarbeiter die beobachteten Auffälligkeiten notieren und – je nach Situation – den Ladeninhaber oder die Polizei informieren.

Die genannten Maßnahmen können helfen, das Risiko zu minimieren, dass Bioläden zum Tatort eines Raubüberfalls werden. Weitere Informationen finden Interessierte auf der Webseite der polizeilichen Kriminalprävention.

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