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Kriminalität

Raubüberfall mit Schusswaffe auf Naturkostladen in Veitlahm

Ein bewaffneter Mann hat am Donnerstag einen Biomarkt im Landkreis Kulmbach überfallen. Die Polizei sucht Zeugen und gibt Tipps, wie Ladner in einer solchen Situation am besten reagieren.

Bis kurz vor der Tat war alles wie immer im kleinen Naturkostladen Unger in Veitlahm. Am vergangenen Donnerstag betrat ein Mann kurz vor 17.25 Uhr das Geschäft, reihte sich in der Schlange an der Kasse ein und wartete geduldig, bis er an der Reihe war. Doch anstatt zu bezahlen, bedrohte er die Inhaberin mit einer Pistole und raubte die Kasse aus. Um wie viel Bargeld es sich handelt, ist derzeit nicht bekannt. Die Polizei ermittelt und sucht Zeugen.

Ähnliche Szenen kennt der Lebensmitteleinzelhandel vergleichsweise gut. Den Angaben der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik zufolge ereignen sich dort 51 Prozent der Raubüberfälle, die meisten davon kurz vor Ladenschluss zwischen 19 und 22 Uhr. Den Veitlahmer Vorfall bezeichnet Sebastian Herrmann vom Polizeipräsidium Oberfranken in Bayreuth in der Frankenpost deshalb als „kurios“. Denn das Geschäft war zur Tatzeit gut besucht und die Kundschaft konnte gemeinsam mit Ladnerin Gisela Unger wertvolle Hinweise geben und den Gesuchten recht genau beschreiben.

Laut Polizeibericht ist der Unbekannte „zirka 25 Jahre alt, schlank und etwa 170 Zentimeter groß“. Er habe bei dem Überfall eine enge Jogginghose, Pullover und eine graue Jacke getragen. Auffällig war den Beamten zufolge sein rotes Halstuch. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0921/506-0 bei der Kripo in Bayreuth zu melden.

Richtiges Verhalten bei einem Raubüberfall

Darüber, was im Ernstfall zu tun ist, informiert die polizeiliche Kriminalprävention. Gegenwehr, Hilferufe und lauter Alarm sind demnach bei einem Raubüberfall zunächst tabu. Stattdessen sollten betroffene Einzelhändler dem Täter genau zuhören und seine Anweisungen ruhig und widerspruchslos befolgen. Gefordertes Geld sollte sofort herausgegeben werden. Die Hände sollten dabei für den Täter gut sichtbar sein.

Außerdem rät die Polizei, sich die persönlichen Merkmale des Täters genau einzuprägen. Die Hinweise könnten für den späteren Ermittlungserfolg ausschlaggebend sein. Sind mehrere Täter beteiligt, rät die Polizei, sich auf einen zu konzentrieren, „dann können Sie diesen später besser beschreiben“.

Die BGHW rät zu Fahndungsblättern mit folgenden Merkmalen, die im Laden bereitliegen sollten:

  • Geschlecht
  • Größe
  • Geschätztes Alter
  • Statur
  • Kleidung (Schuhe, Jacke, Hose, Kopfbedeckung etc.)
  • Haarfarbe und Frisur (falls sichtbar)
  • Auffälligkeiten im Gesicht (Brille, Bart, Narben etc.)
  • Waffen
  • Beute und Transportart
  • Fluchtfahrzeug (Typ, Farbe, Kennzeichen)


Ist der Raubüberfall schließlich vorüber, sollten Ladner die Polizei informieren, mit allen Zeugen den Verkaufsraum verlassen und die Außentüren schließen. Für die Spurensicherung ist es wichtig, dass am Tatort möglichst niemand mehr etwas berührt. Bis die Polizei eintrifft, können sich Ladner Notizen zu den persönlichen Merkmale des Täters machen und die Namen und Adressen der Zeugen aufschreiben.

Raubüberfall vorbeugen

Ladengestaltung

Um den eigenen Laden möglichst unattraktiv für Räuber zu machen, sollten Bio-Einzelhändler ihre Geschäftsräume sowie die Aus- und Eingänge hell und übersichtlich gestalten. Auch von außen sollte der Laden gut einsehbar sein. Sensible Bereiche des Ladens sollten Dritte nicht ohne Weiteres betreten können. Alarmanlagen und Überwachungskameras mit Aufzeichnungsfunktion sind laut Polizei grundsätzlich empfehlenswert.

Da alle Läden unterschiedlich sind, berät die Polizei bei Fragen zur baulichen und technischen Sicherung des Ladens auch individuell.

Geld

Größere Bargeldbeträge sollten nicht in Geschäftsräumen aufbewahrt werden. Die Polizei empfiehlt stattdessen das Geld abholen zu lassen oder einen Tresor. Beim Sortieren, Zählen oder Bündeln von Geld sollten sich Ladner und Mitarbeiter nicht beobachten lassen.

Mitarbeiter vorbereiten

Ladner sollten ihr Personal regelmäßig im richtigen Verhalten schulen. Dazu gehört, dass Mitarbeiter niemals mit Außenstehenden über Sicherheitsmaßnahmen sprechen, oder darüber wo Wertgegenstände und Bargeld im Laden aufbewahrt werden.

Beim Auf- und Abschließen der Geschäftsräume sollten Mitarbeiter auf verdächtige Personen in der näheren Umgebung achten. Personen, die sich ohne erkennbaren Grund in den Geschäftsräumen aufhalten, sollten angesprochen werden. Bei Verdacht sollten Mitarbeiter die beobachteten Auffälligkeiten notieren und – je nach Situation – den Ladeninhaber oder die Polizei informieren.

Die genannten Maßnahmen können helfen, das Risiko zu minimieren, dass Bioläden zum Tatort eines Raubüberfalls werden. Weitere Informationen finden Interessierte auf der Webseite der polizeilichen Kriminalprävention.

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