Wissen. Was die Branche bewegt
Lebensmittel

Horrende Preisaufschläge bei Bio – AMI erklärt ihre Statistik

Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft hat Zahlen zu den Preisaufschlägen für Bio-Lebensmittel erhoben. Mitunter ist Bio deutlich teurer. Statista hat die Ergebnisse unkommentiert aufgegriffen. Was hinter den Zahlen steckt.

21.04.2021 vonLeo Frühschütz

Die von der AMI ermittelten Durchschnittspreise sind um so niedriger, je mehr Menschen das jeweilige Lebensmittel im Discounter kaufen.

Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft hat Zahlen zu den Preisaufschlägen für Bio-Lebensmittel erhoben. Mitunter ist Bio deutlich teurer. Statista hat die Ergebnisse unkommentiert aufgegriffen. Was hinter den Zahlen steckt.

Die Zahlen über die Preisaufschläge für Bio-Lebensmittel hat das Portal Statista veröffentlicht. Sie stammen von der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) und wurden von deren Ökolandbau-Expertin Diana Schaack bisher nur auf Vorträgen gezeigt, etwa auf der digitalen Biofach im Februar.

„Die Daten stammen aus dem AMI-Verbraucherpreissspiegel“, erklärt Diana Schaack. Dieser beruhe auf Daten aus dem Haushaltspanel der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). „Die gemeldeten Preise werden von uns entsprechend ihrer Verteilung in den Einkaufsstätten gewichtet.“ Es sind also Durchschnittspreise, die um so niedriger sind, je mehr Menschen das Lebensmittel im Discounter kaufen.

Hähnchenschnitzel sind Spitzenreiter

Das dürfte sich bei Hähnchenschnitzel bemerkbar machen, mit 175 Prozent Spitzenreiter beim Preisaufschlag. Als konventionelles Produkt gibt es die Schnitzel überall im Discount, als Bio-Produkt dürften sie dort eher selten sein. Hier wird der größte Teil über Vollsortimenter zu höheren Preisen abgesetzt, was den durchschnittlichen Bio-Preis stärker steigen lässt.

Anders beim Rinderhack, dass in Bio-Qualität in großen Mengen auch bei Discountern gekauft wird und von den Vollsortimentern ebenfalls günstig angeboten wird. Deshalb ist der Preisunterschied zu konventionellem Hack nicht so groß.

Bodenhaltung als Vergleichsbasis bei Eiern

Andere Aufschläge, etwa für Äpfel (62 Prozent) oder Kartoffel (79 Prozent), spiegeln die Preisunterschiede auf Erzeugerniveau wider. Erstaunlich ist der Aufschlag bei der Vollmilch von 37 Prozent. Hier liegt der Erzeugerpreis bei der Bio-Milch mit 48 Cent rund 45 Prozent über dem konventionellen mit 33 Cent. Da auch im Discount der Preisaufschlag bei der Bio-Milch mehr als 37 Prozent ist, bietet sich als Erklärung eher die vergleichsweise teure konventionelle Markenmilch bei den Vollsortimentern an. Bei den Eiern erklärt sich der relativ hohe Aufschlag von 129 Prozent damit, dass die konventionelle Vergleichsbasis Bodenhaltungseier, also die billigste Kategorie, sind.

Weiterführende Links:

Statista: So viel teurer sind Bio-Lebensmittel

Kommentare

Schlagwörter

Das könnte interessant sein ...

Ähnliche Beiträge