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Pestizidnachweis: Forscher entwickeln Schnelltest

Wie stark Nahrungsmittel mit landwirtschaftlichen Pestiziden belastet sind, kann bislang nur aufwendig und teuer im Labor festgestellt werden. Das möchten Forscher der Universitäten Leipzig und Dresden nun ändern.
03.12.2015
Wie stark Nahrungsmittel mit landwirtschaftlichen Pestiziden belastet sind, kann bislang nur aufwendig und teuer im Labor festgestellt werden. Das möchten Forscher der Universitäten Leipzig und Dresden nun ändern.

Wie stark Nahrungsmittel mit landwirtschaftlichen Pestiziden belastet sind, lässt sich bislang nur aufwendig und teuer im Labor feststellen. Das möchten Forscher der Universitäten Leipzig und Dresden nun ändern. In den kommenden drei Jahren wollen Biochemiker und Genetiker einen preiswerten Schnelltest entwickeln, der präzise die Konzentration von Agrochemikalien ermittelt. [nbsp]

Zunächst gehe es im großangelegten Forschungsprojekt Partos darum, eine Nachweismethode für Glyphosat auf den Weg zu bringen, heißt es in einer Mitteilung der Universitäten. Das solle aber erst der Anfang sein, sagt Dr. Kai Ostermann vom Institut für Genetik der TU Dresden. „Haben wir für diese Substanz eine erfolgreiche Methode entwickelt, wollen wir uns anschließend anderen Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmitteln widmen.“

Verfahren nicht nur für Industrienationen

Ein wichtiges Ziel der Forscher sei es, ein Verfahren zu entwickeln, das mit geringem technischem Aufwand weltweit eingesetzt werden kann. Soll heißen: Nicht nur in Deutschland oder anderen Industriestaaten, sondern auch in wirtschaftlich weniger entwickelten Regionen der zweiten und dritten Welt.

"Tatsächlich ist es dort leider oft so, dass die Konzentration von Pestiziden in Umwelt und Nahrung vielerorts sogar höher liegt als hierzulande", erklärt Tilo Pompe, Professor für Biochemie an der Universität Leipzig. Für die Nachweistechnik bedeute das, dass sie robust und preisgünstig sein sollte.

Die Idee der Wissenschaftler: Sie bauen den Mechanismus nach, der sich abspielt, wenn Pestizide auf die Schädlinge wirken. Die Pestizide[nbsp]blockieren meist - je nach Art – entweder ein lebenswichtiges Enzym oder ein anderes Biomolekül, indem sie[nbsp]sich an[nbsp]dieses binden und[nbsp]es damit außer Kraft setzen.

Dieses Bindungsereignis wollen die Forscher nun nachempfinden, indem sie Moleküle entwickeln, an denen sich das Pestizid ebenfalls binden kann. Treffen Pestizid und das nachempfundene Molekül aufeinander, werde das optisch erkennbar sein: "Ähnlich wie bei bestimmten Schwangerschaftstests führt diese Reaktion zu einer mit bloßem Auge sichtbaren Farbänderung. Ob auf einem Teststreifen oder in einem Reagenzglas, darüber müssen wir uns noch klar werden, wenn die Methode zur Marktreife geführt wird", erklärt Biochemiker Thilo Pompe.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) untertützt das Projekt. Zur Entwicklung beitragen werden laut Mitteilung auch Experten von drei klein- und mittelständischer Unternehmen: der UMEX GmbH Dresden, der Privaten Institut für Umweltanalysen (IfU) GmbH und der Gebrüder Heyl Vertriebsgesellschaft für innovative Wasseraufbereitung mbH.

(Foto: © Maciej Zych – Fotolia.com)

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