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Unterschriftensammlung

Online-Petition soll Mehrwertsteuer auf Bio-Lebensmittel abschaffen

Der Verein True Cost Economy will mit einer Online-Petition erreichen, dass Bio-Produkte aus der EU von der Mehrwertsteuer befreit werden. Damit soll ein nachhaltigerer Lebensmittelkonsum gestärkt und der Ausbau des Ökolandbaus beschleunigt werden.

Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) fordert es, der Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) ebenfalls: eine (teilweise) Abschaffung beziehungsweise Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Bio-Lebensmittel, um aktive Anreize für den Konsum nachhaltiger Produkte zu schaffen. Seit dieser Woche können Unterstützerinnen und Unterstützer dieser Forderung eine Online-Petition an den deutschen Bundestag unterzeichnen.

Der Verein True Cost Economy will mit seiner Unterschriftensammlung auf der Petitionsplattform Change.org erreichen, dass der Mehrwertsteuersatz auf sämtliche EU-zertifizierte Bio-Lebensmittel wegfällt. „Die derzeitigen Mehrwertsteuersätze von sieben und 19 Prozent setzen keine Anreize für nachhaltigen Konsum oder den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft“, schreibt die Berliner Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Öffentlichkeit über die sozialen und ökologischen Folgekosten wirtschaftlichen Handelns aufzuklären.

True Cost Economy kritisiert, dass Bio-Lebensmittel mit dem gleichen Satz besteuert werden wie konventionelle Produkte, deren Herstellung höhere Umweltschäden mit sich bringen. „Deshalb können viele Bundesbürger*innen es sich schlichtweg nicht leisten, nachhaltiger einzukaufen“, so der Verein. Mehr Nachfrage sei jedoch notwendig, wenn Deutschland bis 2030 den Öko-Anteil der landwirtschaftlich genutzten Flächen von aktuell knapp elf auf 30 Prozent bringen wolle.

Ähnlich sieht das auch der BÖLW. Dem Bio-Dachverband zufolge benachteilige das Mehrwertsteuersystem Bio-Lebensmittel ganz grundsätzlich, „deren ohnehin schon höherer Netto-Preisabstand zu konventionellen Produkten durch die Mehrwertsteuer noch verstärkt wirkt“. Darüber hinaus kritisiert der BÖLW, dass das Mehrwertsteuersystem den Konsum pflanzlicher Alternativen zu tierischen Lebensmitteln bestrafe. Während Milchersatzprodukte wie Soja-, Hafer- oder Mandelmilch mit 19 Prozent besteuert werden, gilt bei Kuhmilch der reduzierte Satz von sieben Prozent.

Der BNN wiederum plädiert dafür, die Mehrwertsteuer für pflanzliche Bio-Produkte und Naturwaren komplett zu streichen. Gleichzeitig sollen tierische Lebensmittel aus zertifiziert biologischer Erzeugung weiterhin mit sieben Prozent besteuert werden, der Satz für Tierprodukte aus konventioneller Erzeugung müsse jedoch auf 19 Prozent angehoben werden, so der BNN.

„0,0% Mehrwertsteuer auf BIO-Lebensmittel“

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