Biohandel

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Plus von 15 Prozent

"Ohne Gentechnik"-Umsatz nah an Bio-Niveau

Der Umsatz mit Lebensmitteln, die das Siegel "Ohne Gentechnik" tragen, ist 2019 weiter gestiegen. Das Plus gegenüber dem Vorjahr beträgt 15 Prozent. In der Summe nähert sich der Umsatz dem mit Bio-Lebensmitteln stark an.

Für Lebensmittel mit dem Ohne Gentechnik – Siegel haben die Deutschen im vergangenen Jahr 11,3 Milliarden Euro ausgegeben. Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln lag 2019 bei zwölf Milliarden Euro. Überschneidungen zwischen den beiden Segmenten gibt es kaum. Bio-Lebensmittel müssen sowieso gentechnikfrei hergestellt werden, so dass die allermeisten Bio-Hersteller keine zusätzliche Ohne Gentechnik – Auslobung verwenden.

Das "Ohne Gentechnik"-Siegel garantiert Lebensmittel ohne Gentechnik.

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Die Ohne Gentechnik – Zahlen meldete der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG), der dieses Siegel vergibt. Sie beruhen auf Auskünften der Lizenznehmer des Ohne Gentechnik – Siegels. Diese Hersteller und Verarbeiter erzielten mit den ausgelobten Lebensmitteln einen Umsatz von 8,8 Milliarden Euro durch den Verkauf an den Einzelhandel. Durch dessen Marge und die Umsatzsteuer dürften die Endverbraucherpreise im Schnitt etwa 27 Prozent höher sein als die Herstellerumsätze, schätzt der VLOG und kommt so auf 11,3 Milliarden Euro. Damit machten Ohne Gentechnik – Produkte bereits über fünf Prozent des gesamten Lebensmittelumsatzes in Deutschland aus, schrieb der Verband. Gegenüber 2018 habe der Umsatz um 15 Prozent zugenommen. Für das laufende Jahr rechnet der VLOG mit einem weiteren Anstieg von mindestens fünf Prozent.

Milch und Mopro als wichtigste Warengruppe

Den größten Anteil an der Ohne Gentechnik – Herstellersumme von 8,8 Milliarden Euro hatten mit 6,0 Milliarden Milch und Molkereiprodukte. Weitere 1,6 Milliarden steuerte Geflügelfleisch bei, während 850 Millionen Euro auf Eier entfielen. Den kleinen Rest teilen sich alle anderen Warengruppen wie etwa Schweinefeisch. „Im Vergleich zur Milch muss sich bei Schweinefleisch noch sehr viel bewegen, um auch hier endlich den Verbrauchererwartungen nach Ohne Gentechnik-Ware gerecht zu werden“, sagte VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting. Denn anders als Verbraucher vermuten, würden immer noch 99 Prozent der konventionell gehaltenen Schweine in Deutschland mit Gentechnik-Soja gefüttert. Rund drei Viertel aller deutschen Sojaimporte landeten in ihren Futtertrögen.

Mahnung für EU-Kommission

Der VLOG nutzte die Präsentation der Zahlen dazu, die EU-Kommission zu mahnen. Um den Verbrauchern auch in Zukunft Transparenz und Wahlfreiheit zu ermöglichen, müsse sie endlich aktiv werden und dafür sorgen, dass Nachweisverfahren für Produkte der neuen Gentechnik entwickelt würden, sagte Heike Moldenhauer, die den VLOG in Brüssel vertritt. Wirtschaftsbeteiligte und nationale Behörden müssten sie verlässlich aufspüren können. „Auch wenn es dabei mit Raps und Soja um bisher nur zwei Pflanzen geht, die erst in zwei Ländern angebaut werden: Unsere Mitglieder müssen sicher ausschließen können, dass über Importe aus den USA und Kanada gentechnische Verunreinigungen in ihre Warenströme gelangen“, erläuterte Moldenhauer.

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