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Ökobarometer: Zahl der Bio-Intensivkäufer nimmt zu

Die Anzahl der Verbraucher, die häufig Bio-Produkte einkaufen, hat sich von 2005 bis 2020 verdoppelt. Die Gründe, warum Menschen zu Bio greifen, sind weitgehend gleich geblieben. Änderungen gibt es bei der Wahl der Einkaufsstätte.

21.01.2021 vonHorst Fiedler

Mehr Bio im Einkaufskorb: 43 Prozent der im Ökobarometer befragten Verbraucher können sich vorstellen, im Jahr 2021 häufiger ökologisch erzeugte Produkte zu kaufen.

Die Anzahl der Verbraucher, die häufig Bio-Produkte einkaufen, hat sich von 2005 bis 2020 verdoppelt. Die Gründe, warum Menschen zu Bio greifen, sind weitgehend gleich geblieben. Änderungen gibt es bei der Wahl der Einkaufsstätte.

Bei der Vorstellung des Ökobarometers hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf die positive Entwicklung beim Einkaufsverhalten hingewiesen: Im Jahr 2020 hätten Konsumenten bewusster und gezielter eingekauft und dabei einen höheren Wert auf Regionalität und ökologische Produktion gelegt. Besonders beim Einkauf von Fleisch sei auf das Bio-Siegel geschaut worden. „Das ist ein Trend, den wir weiter fördern und verstärken wollen", so die Ministerin.

Laut Ökobarometer kaufen heute 78 von 100 Menschen Bio-Produkte ein, allerdings sind das nur drei mehr als im Jahr 2005. Zwischendurch war die Zahl der Biokäufer sogar gesunken und lag 2019 mit 90 Biokäufern höher als 2020. Von 2005 bis heute hat sich jedoch die Anzahl der Verbraucher verdoppelt, die häufig Bio-Produkte einkaufen: von 15 auf 32 Prozent. In dieser Gruppe ist weiterer Zuwachs zu erwarten, denn 43 Prozent der Befragten können sich vorstellen, im Jahr 2021 häufiger Bio-Produkte zu kaufen. 2019 waren es sogar 50 Prozent. Wenn man die Befragung im Jahr 2019 Jahr nicht als demoskopischen Ausreißer einstufen will (von den Bio-Umsätze her gab es keine gravierenden Unterschiede zwischen 2018 und 2019), geht die Zahl der Biokäufer aktuell allerdings wieder zurück.

Die Zahl derjenigen, die nach Selbsteinschätzung ausschließlich Bio kaufen, ist im Laufe der 15 Jahre gestiegen: von einem auf fünf Prozent. Dem stehen 20 Prozent Bio-Nichtkäufer gegenüber, 2005 waren es noch 24 Prozent. Doch 2021 wollen nur noch elf Prozent nicht mehr zu Bio greifen. (s. Tabelle).

Studien, die auf Selbsteinschätzungen von Befragten fußen, sind zwar mit Vorsicht zu genießen. Aber beim Vergleich der Ergebnisse des Ökobarometers von 2005 bis 2020 lässt sich die Branchenentwicklung einigermaßen gut nachvollziehen.

Artgerechte Tierhaltung bleibt Hauptgrund für Bio-Kauf

Die Gründe, warum Menschen Bio kaufen, sind im Prinzip seit dem Jahr 2005 unverändert. Ganz oben auf der Liste steht nach wie vor die artgerechte Tierhaltung. Das verwundert zunächst etwas, weil Bio-Fleisch bislang wenig nachgefragt wurde. Auch wenn 50 Prozent der vom Infas-Institut Befragten angeben, Bio-Fleisch und -Wurstwaren häufig oder ausschließlich zu kaufen, liegt der Marktanteil dieser Ware laut Food Watch bei ein bis zwei Prozent. Artgerechte Tierhaltung ist jedoch auch für die Produktion von Bio-Eiern von Bedeutung. Sie stehen spätestens seit 2005 ganz oben auf der Einkaufsliste der Befragten. Gleiches gilt für Molkerei-Produkte. Sie belegen Platz 4 nach Gemüse und Kartoffeln.

Supermärkte haben Direktvermarkter von Platz eins verdrängt

Änderungen gibt es hingegen bei der Wahl der Einkaufsstätte: Wurde Bio 2005 laut Ökobarometer noch am meisten direkt beim Erzeuger und auf Wochenmärkten gekauft, so stehen 2020 die Supermärkte gefolgt von Discountern ganz oben. Bioläden und Bio-Supermärkte lagen damals auf Platz 4 bzw. 7. Heute sind diese Outlets weiter unten auf Platz 7 bzw. 9 zu finden.

Alle Ergebnisse des Ökobarometers 2020 finden Sie hier.

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